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Gast · 714 · 225444

Legio X

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Man muss das im Kontext sehen.

Um einen Heimcomputer zu bedienen musste man schon programmiertechnische Fähigkeiten haben.

Damals ware wir alle echte Nerds. Nicht jeder konnte damals einen Computer bedienen.

Darunter waren auch echt fähige Leute. Und unter den Hackern entstand immer ein Wettrennen, wer den Kopierschutz als erstes knackte.

Teilweise ware amerikanische Spiele schon erhältlich, bevor sie in Deutschland erschienen.

Die Spiele wurden meist von einer Person in Eigenregie programmiert. Keine wirkliche AAA Titel.

Und um Spiele zu kaufen musste man in die nächste Stadt fahren und in ein Kaufhaus.

Spiele waren für Schüler seht teuer und man fand nicht jedes Spiel im Kaufhaus, welches man kaufen wollte.

Letzten Endes hat sich beides beflügelt. Die Raubkopien führten zu guten Verkäufen der Heimcomputer. Und die Heimcomputer boten wieder die Möglichkeit den Kopierschutz zu entfernen.

Im PC Bereich hat man das mir dem Kopierschutz massiv übertrieben.

Letzten Endes gab es keinen Kopierschutz der nicht geknackt wurde.

Meist waren die Leute mit den Original Versionen meist noch benachteiligt durch die Kopierschutzmassnahmen.

Plattformen wie GoG zeigen das man auch komplett ohne Kopierschutz seine Spiele vertreiben kann.

Und man muss auch sehen das Spiele die qualitativ unsauber sind oder geschnitten waren, durch Mods/Patches aus der Community entsprechend verbessert werden.

Das ist eigentlich ein großer Vorteil den die PC Szene hat.

Und um wieder zurückzukommen weder C64, Amiga, Atari ST oder deren Nachfolger sind nicht an den Raubkopien gescheitert, sondern immer an den Fehlentscheidungen des Managements.

Ich bedauere das es keine Heimcomputer mehr gibt. War damals einfach eine geile Zeit.


« Letzte Änderung: Juli 26, 2025, 05:09:16 Nachmittag von Legio X »


southflorida

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Ich würde schon sagen, dass Raubkopien gerade dem Amiga ziemlich das Genick gebrochen haben.

Betrachte den Kontext, dass PCs eh "da waren" (immer gekauft), weil auch in Büros zunehmend leistungsfähigere Kisten gebraucht wurden (DTP, bessere Drucker, leistungsfähigere Software). Ergo gab es immer auch Spiele dafür.

Aber Amigas standen Anfang der 1990er Hundertausende in Deutschland rum, aber von einem Spiel wurden dann 1000 Stück verkauft, vom gleichen Spiel auf dem Mega Drive (von dem es auch einige Hubderttausend gab in D zu der Zeit) dann 50.000.
Das merkt man in Nordamerika, spricht man da Leute auf "Turrican" an, erwähnen die sofort Super Turrican (SNES) oder Mega Turrican (Genesis). Bei uns in Deutschland wird man eher immer Turrican 1 & 2 (C64, Atari ST, Amiga) Freunde und Liebhaber treffen. Aber wer von denen hat das Spiel bezahlt...?
In den USA waren Homecomputer schon tot um 1990/91. Deshalb war da Turrican vor allem auf den Konsolen bekannt. Bei uns hingegen hat es die Masse als Sicherheitskopie gespielt und ein winziger Bruchteil gekauft.

Alle großen Softwarehäuser wie E.A., U.S. Gold, Capcom, Codemasters, Psygnosis, Konami, Acclaim wandten sich von den Homecomputern ab, oder machten erst gar nichts dafür, weil nichts zu gewinnen war.
Selbst eine "schnell hingerotzte Atari Jaguar Umsetzung" (auf 16Bit-Niveau) brachte bei dann vielleicht 8.000 immerhin verkauften Spielen mehr, als das Spiel noch für den Amiga zu bringen – obwohl zigmal soviele Amigas in den Häusern rumstanden.

Für Amiga wurde in den 1980ern noch entwickelt, aber als der Amiga auf dem Zenit war (1990) waren so gut wie alle Softwarehäuser bereits auf dem Weg zur Konsole.
PC als Plattform konnte nicht "untergehen", denn der war immer da und wird immer bleiben.


Legio X

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Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.

Der Amiga hat sich weltweit um die 7,2 Millionen mal verkauft. In Deutschland 1,7 Millionen.

Das MD 35 bis 40 Millionen. SNES ca. 45 Millionen mal.

Damit war das MD/SNES für die Firmaen lukrativer.

Spiele verkauften sich auf Amiga 25.000 mal bis 80.000 (Alien Breed) mal, wenn sie erfolgreich waren.

Und der Amiga war halt keine reine Konsole, sondern auch PC.

So hat z.B. Lucas Arts bei seinen Adventures mit Deluxe Paint die Hintergründe gezeichnet.

« Letzte Änderung: Juli 26, 2025, 08:35:19 Nachmittag von Legio X »


DerDelf

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Ich hatte bis auf ein paar Ausnahmen aber auch nur Kopien von Amiga 500 Spielen... XD Das war damals normal...


southflorida

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Den Amiga hat doch kein Mensch sich gekauft, um damit zu arbeiten. Außer Softwarestudios, die damit natürlich gearbeitet haben, z.B. um Tracker für Amiga Musik in Spielen zu entwickeln... 8)

Alle haben maximal nebenbei mal das eine oder andere am Amiga für die Arbeit gemacht, wenn der "eh" als Spielerechner da stand. Mit 50 Hz (bei höheren Auflösungen gar das in Interlace) war das doch auch die pure Hölle, daran zu arbeiten.

Mit den 1.7 Mio Amigas in D liegt man ziemlich genau zwischen MD und SNES in Deutschland. Und in europäischen Ländern ähnlich (in Nordamerika führte Amiga schon früh ein Schattendasein, deshalb die dort ungleich höhere Zahl bei Konsolen – und PCs). Aber bei weitem nicht konnte man auf Amiga halt die Verkaufszahlen wie bei Konsolenspielen erreichen. Mit Team 17 hast du schon einen echten Amiga Kultentwickler erwähnt. Aber die waren Ausnahme.

Ein "EA Hockey" hätte doch jederzeit auf nem Amiga funktioniert. Haben die aber einfach nicht mehr gemacht, auch FIFA nicht selbst. Für PC haben sie es umgesetzt.
EA hat anfangs zwar ältere Amiga Spiele (Budokan usw.) auf MD umgesetzt, aber deren Mega Drive Titel haben sie überwiegend nicht mehr für Amiga gebracht.

Die wollten alle weg zu Modulen – und dann zur CD.
Aber bloß nix mehr Disketten.
Haben die auch immer gesagt in Interviews usw.


Legio X

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Der Amiga war seiner Zeit voraus.

Grafisches Betriebssystem mit Multitasking, während auf den IBM PCs MS Dos lief.

Das kann man nicht vergleichen.

Und der Amiga hatte eine Midi Schnittstelle für Leute die Musik gemacht haben.

Von den Grafik Modes war der Amiga MD oder SNES überlegen.

Die könnten z.B. keine 3D Spiele wie F1 Interceptor oder Star Glider. Auch Virus war super tolle 3D Grafik.

Dazu müsste Nintendo ein Zusatzchip ins Modul packen.

Alleine schon die Darstellung von 4096 Farben hatte damals kein PC oder keine Konsole.

Das Teil hatte ein geniales Design mit Zusatzchips für Grafik und Sound.

Und teure Module waren kein Ersatz für günstige 3,5 Zoll Disketten.

Die CD spielte damals keine Rolle für Gaming. Die kam erst mit der PSone.

« Letzte Änderung: Juli 26, 2025, 11:28:45 Nachmittag von Legio X »


Clorell

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So ganz stimmt das aber nicht, daß die CD erst mit der Playstation kam bei Videospielen. Immerhin gab es das Mega CD in Japan bereits 1991 und mit jeweils knapp einem Jahr später in den USA und dann noch Europa. und wenn es auch noch nicht so viel war, was da verkauft wurde, aber immerhin mehr als 3 Millionen Geräte.

Amiga hatte bei mir in der Klasse damals nur ein Kamerad. Der hatte sonst keine Konsolen. Das war so um 1993 herum. Sonst hatte keiner von uns an Amiga Interesse. Wir waren alle voll auf Konsolen und zwar Sega und Nintendo. In meiner Klasse damals hatten fast alle ein Mega Drive. SNES hatte nur ein Kamarad, bis ich dann 1995 im Sommer endlich auch mein SNES hatte.

Warum wollte von uns keiner Amiga. Weil das irgendwie alles seelenlos wirkte mit den Disketten, die meistens ohnehin nur raubkopiert waren, wenn die verteilt wurden. Auch so. Der Großteil der Spiele darauf war für uns recht wenig interessant. Aber zumindest muß ich dem Amiga lassen, daß es seiner Zeit weit voraus und technisch durchaus beeindruckend war.

Als ich damals 1994 meinen ersten Computer bekam, war ich sogar noch am Überlegen, ob ich mir ein Amiga oder einen PC kaufe. Jeder riet mir aber davon ab, ein Amiga zu kaufen und lieber gleich auf PC zu setzen, weil das die Zukunft ist. Und natürlich wurde es dann auch ein PC. Naja, alleine schon wegen Doom war der PC für mich DIE Wahl schlechthin.

Was mir beim Amiga aber gefiel, daß es da schon ein grafisches Betriebssystem gab, während man auf dem PC noch größtenteils mit MS-DOS herummachen mußte. Amiga war da halt für mich komplett abgemeldet. Und dann war es ja auch so, daß auf dem PC 1993 schon die CD regierte. Da gab  es Spiele wie Cyberia, Rebel Assault, Creature Shock, die für die damalige Zeit halt recht beeindruckend waren.

Ab da war doch Amiga für keinen mehr so wirklich interessant. Was ich aber dem Amiga lassen muß, daß es durchaus beeindruckenden Sound hatte. Was damit musikalisch ging, war schon cool. Und es gibt ja heute noch Leute, die Musik damit machen, wenn auch wahrscheinlich nicht mehr viele.

Ich bin mal gespannt, wann dieser Amiga Maxi endlich mal veröffentlicht wird. Das Gerät wird dann, wie schon beim C64 Maxi, eine richtige Tastatur haben mit modernen Anschlüssen und sogar die Originalsystemoptik beinhalten oder halt die moderen Benutzeroberfläche wahlweise. Ich würde mir das Ding durchaus zulegen aus Interesse. Weitere Spiele kann man ja auf einen USB-Stick dann knallen.
Möge die Macht mit Dir sein.


docower

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Einen Amiga 500 hat sich keiner gekauft um zu arbeiten. Einen Amiga 2000 oder 3000 aber auf jeden Fall, das waren gerade in der Medienwelt beliebte Grafikcomputer, weil viel billiger als Macs.

Hier neben mir steht auch so ein alter 500er, und zu meinen Füßen in einer Schublade eine Diskettenbox mit Software. Denkt ihr, da ist eine Originalsoftware dabei? :D

Wobei aktuell ist vermutlich gar keine Software mehr dabei weil die Daten alle von den Disketten gefallen sind.


SegaMan

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Mein erster Kontakt mit Amiga Grafik war damals das Barbarian Intro wo die Kette durchschlagen wird.
https://www.youtube.com/watch?v=yUr64C8zvrc

Das hat mich als schnöder C64 Besitzer schon arg geflashed.

Besessen hab ich damals keine, war zu teuer.
Dafür kam dann das Master System ins Haus und meine Konsolenzeit begann :)


Legio X

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Damals bekamen PC User nasse Höschen, wenn die das sahen  :D

Die PCs hatten damals nur die ASCII Zeichensatzgrafik mit ihre Balken und Strichen.

Grafische Darstellung war für die damals noch ein Fremdwort.


https://www.youtube.com/watch?v=qsqLQA4o_2g


https://www.youtube.com/watch?v=-yJNGwIcLtw&list=RD-yJNGwIcLtw&start_radio=1


https://www.youtube.com/watch?v=-ga41edXw3A

« Letzte Änderung: Juli 27, 2025, 11:26:39 Vormittag von Legio X »


SegaMan

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Stichwort nasse Höschen.
Da gabt aber auch so nette Sachen für den C64 :D



southflorida

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Damals bekamen PC User nasse Höschen, wenn die das sahen  :D

Die PCs hatten damals nur die ASCII Zeichensatzgrafik mit ihre Balken und Strichen.

Grafische Darstellung war für die damals noch ein Fremdwort.


https://www.youtube.com/watch?v=qsqLQA4o_2g


https://www.youtube.com/watch?v=-yJNGwIcLtw&list=RD-yJNGwIcLtw&start_radio=1


https://www.youtube.com/watch?v=-ga41edXw3A

Das sind schon schöne Demos.
Aber auch PCs konnten von Anfang an Grafik.
Gab ja auch den PC Jr. und den daraus abgeleiteten Tandy1000 Standard, da gab es schon eine Reihe netter Spiele, allerdings ja, der Preis für "nur Spiele" um ein paar Klassen "überzogen".

Den angesprochenen Interceptor von 1988 hätte ein MD schon hinbekommen, da war der gleiche 68000er drin und sogar geringfügig schneller.
Nur wer wollte am MD Flugsimulatoren spielen... auch wegen der Steuerung ein Graus. Gab aber Polygon Flugsimulatoren (und Autorennen) für MD, ohne Zusatzchip.

Der Amiga ist 40 Jahre alt. Im Grunde irre. Wenn man bedenkt was Computer vor 50 Jahren konnten (weniger als ein Taschenrechner heute) war das vor 40 Jahren Gebotene schon sehr stark.

Aktuell diese Tage läuft jetzt eine nahezu 1:1 Arcade Umsetzung vom Automat Out Run auf dem Amiga – von Liebhabern umgesetzt.


docower

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Es war generell wild wenn man den Stand der ich sag mal "Tausend-Mark-Technik" von 1985, 1990 und 1995 vergleicht. Da sind jeweils Welten dazwischen.

Dagegen die "500 Euro Technik" von 2015, 2020 und 2025... kaum mehr ein Unterschied. Ein Fallout 4 von 2015 sieht auch heute noch gut aus, und das lief auf der PS4 schon zufriedenstellend.


southflorida

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Es war generell wild wenn man den Stand der ich sag mal "Tausend-Mark-Technik" von 1985, 1990 und 1995 vergleicht. Da sind jeweils Welten dazwischen.

Dagegen die "500 Euro Technik" von 2015, 2020 und 2025... kaum mehr ein Unterschied. Ein Fallout 4 von 2015 sieht auch heute noch gut aus, und das lief auf der PS4 schon zufriedenstellend.

Bei dem hat man 2015 gar schon gesagt, dass das grafisch nicht so wirklich rockt.
Jetzt heute läuft das aber auch auf Onboardgrafik schon richtig gut.

Bei PCs ist zu sagen, die waren früher wirklich teuer (3000 DM musste man für was Ordentliches schon ausgeben) und heute geht (mit einigen Abstrichen) auch für deutlich unter 1000€ ein Spiele PC.

Konsolen hingegen sind teuer geworden. 2003 kostete die jeweilige State of the Art Hardware (Xbox1, PS2, Gamecube) rund 150-200€. Heute sind die Konsolen alle eher bei 400€ aufwärts (selbst die Series S hat zugelegt). Und fürs Handheld Gaming ist (wenn man Switch Lite mal weglässt) auch vie mehr Kohle notwendig, als je zuvor.