Einerseits sass ich da immer mit glänzenden Augen, wenn dann Thomas, Thomas und Mike mir ihre Diskettenkästen gezeigt haben. Und da waren dann 160,180,200 Spiele drin. Und vieles gerade brandneu in der Power Play getestet. Natürlich war ich heiß darauf, das mal zu spielen. Ich hatte meine Master System Bibliothek, lange einstellig und dann mit Mühe über zehn Titel.
Zum anderen hatte ich meine gewisse "Verachtung" dafür, was die teils zwar für Perlen in der Sammlung hatten, aber das gar nicht wussten, weil sie sich halt nicht richtig mit den Spielen befasst haben (es gab ja viel zu viele). Ein "Blood Money" hatte dann als "Sicherheitskopie" einen "Trainer" eingebaut, unendlich Leben etc. Gerade das war aber ein Spiel, wo man Stück für Stück vorankam, wenn man es vernünftig spielte und dadurch Motivation hatte. Hab dann 1991 auch "Turrican 2" durchgespielt, mir richtig Zeit genommen, obwohl ich selbst den Amiga nicht hatte.
Zwei Dinge habe ich schon damals gerafft: einerseits sorgte das Überangebot von "Umsonstspielen" auf dem Amiga dazu, dass die Leute gar nicht den Wert der Spiele zu schätzen wussten. Zum anderen hab ich da gesehen, dass es gnadenlos viel schlecht oder gar nicht spielbaren Müll gab. Die japanischen Konsolenspiele waren Klassen voraus. Ausnahmslos, ob NES, PC-Engine, Master System oder sonst was. Da sind Blood Money und Turrican 2 noch die vergleichsweise richtig guten, ausgefeilten Amiga Titel. Die wären es absolut wert gewesen, 60-70,80 Mark dafür zu zahlen. Aber wenn sie vor einer Woche Turrican 2 hatten, dann lag in der nächsten Woche halt Elvira oder Larry 3 neu im Diskettenkasten, und dann haben sie halt das gespielt. Wieder nur oberflächlich angekratzt.