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Abgebrochen - Aufgegeben - Abgeschaltet - TOTAL LIASIS

Gast · 267 · 90142

der spirit

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Ich glaube die Gewaltdiskussion geht jetzt im Fall von TLoU 2 ein wenig zu weit.
Das Spiel hat nicht umsonst so eine große positive Resonanz erhalten.
Es erzählt eine Geschichte in der es eben um solche Themen wie Rache oder Überleben und Naughty Dog hat sich bewusst für diesen Weg der Darstellung entschieden.
Wieso und weshalb ist an dieser Stelle die falsche Frage.
Der Spieler entscheidet ob er das Werk als solchen anerkennt oder links liegen lässt. Machen wir im Bereich der Filme oder Musik nicht anders.
Den einen ist es zu krass und andere kommen damit gut klar.
Wobei ich auch sagen muss, dass ich nach 6:30 Stunden erst Day 1 fertig habe.



Clorell

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@ der Spirit

Ich bin hier ganz Deiner Meinung. Was soll denn die plötzliche Diskussion bei TLou 2 in Bezug auf Gewalt? Es gibt so viele Spiele, die ebenfalls massive und realistische Gewalt darstellen. Sei es jetzt sowas wie Call of Duty, GTA, Red Dead Redemption und zahlreiche andere. Diese Spiele sind nicht minder menschenverachtend. Gerade bei diesen genannten Spielen stört sich scheinbar aber kaum jemand an der massiven Gewalt. Klar, es gibt auch Spiele wie Mortal Kombat, bei denen die Gewalt völlig unrealistisch dargestellt wird, daß man es ohnehin nicht ernstnehmen kann.

Was wollen die Leute, die die Gewalt in TLou 2 so kritisieren eigentlich? Es ist nun einmal ein Spiel, das in einer Endzeit spielt, in der es ums nackte Überleben geht. Daß man als Mensch in so einer Zeit massiv abstumpft, wenn man zahlreiche furchtbare Dinge erlebt hat, würde mich nicht wundern. Da würden die meisten Menschen von uns mit Sicherheit so werden. Also was soll der Terz mit der Gewaltdiskussion? Es ist wie bei Filmen. Wer irgendeinen recht brutalen Film nicht anschauen möchte, tut das auch nicht, so kann man es auch bei Spielen halten. Es zwingt einen niemanden, so etwas zu anzuschauen oder zu spielen.


@ SouthFlorida

Was Du ansprichst in Hollywood, egal ob Spiele oder Filme/Serien, ist nicht abzustreiten. Es zieht sich überall durch. Der Ami liebt wohl extreme Gewalt. Gewalt ist in den USA scheinbar überhaupt kein Problem, während der prüde Ami bei sexuellen Dingen absolut keinen Spaß versteht. Oh, man könnte ja Nippel, einen Pimmel oder gar Sex sehen. Was für eine schlimme und grausame Vorstellung. Der Ami hat da eine ganz schön verlogene Moral. Du kritisierst die Gewalt, in TLou 2. Ok. Dann kann man aber auch genau solche Sachen generell in den USA kritisieren. Wenn es um massive Gewalt in Videospielen speziell geht, kann ich stellenweise manchmal schon verstehen, warum zahlreiche Spiele/Filme bei uns indiziert/beschlagnahmt waren oder sind. Und ich schaue mal speziell momentan in den USA, was dort zur Zeit abgeht, weil mal wieder ein Schwarzer getötet wurde. Gewalt ist in den USA wohl wirklich kein Problem.
« Letzte Änderung: Juni 25, 2020, 02:33:07 Nachmittag von Clorell »
Möge die Macht mit Dir sein.



Clorell

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Ich finde da GTA, Red Dead Redemption oder Call of Duty viel bedenklicher. Vor allem die ersten beiden genannten Titel. Bei solchen menschenverachtenden Spielen habe ich eher ein Problem. Diese Spiele zeigen praktisch die Realität. Da gibt es keine Monster, Mutanten, Zombies oder sowas. Bei denen geht es im Grunde wirklich NUR um Verbrechen, Gewalt, Drogen, Prostitution, etc.. The Last of us zeigt zwar auch Gewalt gegen Menschen, zeigt aber eben auch etwas anderes.

Aber wie gesagt, egal ob GTA oder sowas wie TLou. Es sind und bleiben nur Videospiele und nicht die Realität. Mir ist das dieses Hobby auch sehr wichtig, aber wenn mir ein Spiel/Film aufgrund der Thematik oder Brutalität nicht gefällt, dann kaufe/spiele/schaue ich dieses nicht. Es gibt mehr als genug andere Spiele, auf die man zurückgreifen kann. Da muß man doch nicht genau diese oben genannten Titel spielen. Ich mache zum Beispiel einen großen Bogen um die GTA-Reihe. Mir ist das zu menschenverachtend, gerade weil es im Grunde die nackte Realität zeigt und nicht noch irgendwelche fiktiven Sachen wie Zombies.
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PHX

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Für mich war exzessive Gewalt gegen Menschen schon immer ein Problem. Grade wenn ein Spiel die Gewalt als unausweichlich darstellt oder den Spieler dazu drängt, Gewalt anzuwenden, habe ich ein Problem.
Ich denk', das ist eine Frage der Tonalität.

Es gibt ein Interview mit Quentin Tarantino, wo eine aktivistische Bloggerin (glaub ich) ihn fragt: "Warum muss das sein, so viel Gewalt in Kill Bill, so viele Tote?" und er sagt "because it's just SO MUCH DAMN FUN".
Gewalt kann schon ein Stilmittel sein in diesen Filmen oder Games, wo es nicht so menschelt und wo man sich keine Gedanken über den Background von dem Gangsta macht, den man da gerade durchsiebt. Aber wenn ein Game wie TLOU so sehr darauf setzt, dass man sich in die Gefühlswelten der Protagonisten reinversetzt - da wird's schon etwas eigenartig, finde ich.


PHX

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Ich finde da GTA, Red Dead Redemption oder Call of Duty viel bedenklicher.
GTA ist eine völlig überzogene Satire über die amerikanische Gesellschaft, das ist ein Trash-Comic im Herzen. Die Freiheitsstatue hat eine Popcorntüte in der Hand und die Leute trinken "Pißwasser" und so weiter. Da ist die Gewalt auch nur ein Stilmittel.
Red Dead Redemption ist ein Western - das sind quasi alles adoleszente Machtphantasien wo der große starke Mann (der man sein will) super unabhängig seinen Weg geht und alles aus dem Weg räumt, was sich ihm entgegenstellt. Das ist ein Entfliehen aus der echten Welt, der Marston muss keine Steuererklärung machen und die Kinder in den Kindergarten bringen und sich von seinem Chef anmotzen lassen, der macht BAMBAM und dann reitet er in den Sonnenuntergang. Gewalt ist da auch ein absolutes Stilmittel.

Bei Call of Duty können wir uns streiten - für mich ist es auch eher in der Kategorie "Red Dead Redemption", aber das Setting ist halt sehr viel realitätsnäher ... Das macht die Sache wieder um einiges schwieriger. Ich selber hab' da nicht so das Problem damit, aber ich kann es absolut nachvollziehen, wenn das jemand anderem nicht so leicht fällt, v.a. wenn er vielleicht sogar selber mal Soldat war oder so.


Clorell

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Überzogen finde ich an GTA nichts, auch wenn es als Bier sowas wie Pißwasser gibt. Die Themen und Handlungen bleiben aber bestehen. Also sprich. Prostitution, Drogen, Raub, Erpressung, Menschen erschießen, etc.. Also die Reaität, die es in kriminellen Banden nun einmal gibt.Tut mir leid, aber mit Stilmittel hat das in meinen Augen nichts mehr zu tun.

Meine Frau meinte jetzt gerade, warum dann eigentlich nicht auch sowas wie die Uncharted-Reihe kritisiert wird? Da muß auch ständig Menschen umbringen. Man kommt ähnlich wie in TLou nur selten daran vorbei, daß man praktisch ALLE umlegt. Das Einzige was ich sage, daß die Gewalt in Uncharted nicht ganz so krass dargestellt wird. Das Ergebnis bleibt aber das Gleiche. Das ist mindestens genauso fragwürdig. Leute, seid mir nicht böse, aber ich finde diese Diskussion um die Gewalt in TLou irgendwie heuchlerisch.  Mir braucht da auch keiner sagen, daß Uncharted eine fiktive und überzogene Indiana Jones-Geschichte sei, denn TLou ist auch eine fiktive und überzogen Geschichte. Mir fällt gerade ein, warum dann eigentlich nicht auch Spiele wie Days gone kritisiert werden. Dort bringt man auch sehr viele Menschen um.
« Letzte Änderung: Juni 26, 2020, 09:38:52 Vormittag von Clorell »
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southflorida

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RDR kenne ich zu wenig, GTA ist in der Tat eine Satire (was vermutlich aber 80% der heutigen GTA Zielgruppe gar nicht begreift). Bud Spencer ist auch nicht zimperlich, aber hier ist es klarer Ulk.

Was Soldaten betrifft: wir haben gelernt, Gefangene zu machen und uns zu verteidigen. Ich glaube nicht, dass die Leute "glücklich" sind, wenn sie andere erschießen, und wenn man sie dann noch hinterrücks brutal ermordet...?

Zusammengefasst geht mir folgendes bei TLOU2 gehörig auf den Keks:

a) Man wird in eine Stage gesetzt, in der z.B. 20 Idioten sind. Bevor ich nicht alle diese Idioten getötet hab, wird ein Weitergehen gar nicht getriggert. Im echten Leben Quatsch: ich laufe doch auch nicht beim Weg zu Media Markt durch alle Häuser... sondern ich versuche, zielstrebig, dort hinzukommen. Hindernisse versuche ich zu umgehen. Wenn man TLOU2 mehrfach spielt und dann wieder erst mal alle in einem Abschnitt töten muss... gähn. Das ist genau der feine Unterschied zu RE2, wo ich im Grunde ALLEN Begegnungen ausweiche... Das ist sogar der Key, RE2 erfolgreich durchzuspielen.

b) Man kann das Spiel auch nicht spielen, wie man will. An einigen Stellen ist man mit Infizierten konfrontiert (hier ist der Mord/Totschlag/Notwehr gewiss ok, weil die ja eh verrecken). Einmal muss man mit einem Seil rausklettern, darf das aber nicht tun, bevor man alle erledigt hat (dabei wäre es doch spannend, es zu versuchen, während sie noch herumschleichen). Auch in der Kanalisation: nerviges Abspulen immer des gleichen Scripts, während ich versuche, es halt "schneller" oder "anders" zu machen, als mit einer dumpfen Schießbügel-Orgie.

c) Die Gewalt wird explizit, ausgesprochen brutal dargestellt. Der Soundeffekt beim eigenen Tod = widerlich. Dann laufen die Gören da rum und unterhalten sich über Alltagsdinge wie ficken. Ob sich jemand mal Gedanken gemacht hat, wie viele Menschen die Girls am Tag umlegen? Die moralische Anspannung dabei? Ich denke, selbst ein Scharfschütze im Russlandkrieg 1941-45 wird schwer da herankommen, und und ich denke für den normalen Soldaten war es noch übler. Im übrigen haben die Scharfschützen ihre Toten kaum detailliert gesehen, genau wie der Bomberpilot, der über London Bomben abwirft, nicht das Verrecken unschuldiger Kinder bemerkt hat. Das Töten war abstrakt. Ein Soldat, der Auge in Auge mit einem Feind ist (wenige Meter Entfernung) wird den Feind nicht hinterrücks brutal ermorden, es sei denn es ist ein übler Sadist. Die Girls machen das hier und die (gescripteten) Idiots auch, aber das ist einfach eine Gewaltorgie. Selbst wenn Ressourcen knapp sind wie in der Welt von TLOU2 (soo knapp aber offensichtlich auch nicht mehr zig Jahre nach dem Ausbruch bei wenigen Menschen) und ich sehe einen Feind, dann werde ich ihn Gefangennehmen und er wird (vielleicht) verhungern, aber ich hetze nicht einen Hund auf ihn oder erschieße ihn aus 3 m mit einer Pumpgun. Wo Ellie alleine (!) gegen Dutzende Gegner unterwegs ist, verhalten sich die Gegner aber so.

d) Man muss an manchen Stellen sofort schießen, sonst geht man halt selbst drauf. Ein Soldat wird, wenn er Gegner überrascht, erst einmal laut WARNEN (mit dem Schuss ist man ja eh entdeckt). Wenn der Gegner meint, er kann sich wehren, ok, dann kommt es zum Gefecht. Aber in TLOU2 verkommt ja JEDE Begegnung mit anderen zur Tötungsorgie, und zwar eben auch zur absolut brutalen.

Das Ganze ist auf "normal" nervenaufreibend.

@ Clorell
Was du sagtst, US Kultur... ich sag inzwischen: wie banal, wie jungdoof war ich, als ich das mit Anfang 20 alles aufgesaugt hab.
Warum bestimmen nicht die Australier die Kultur (sprechen ja auch Englisch), oder die Brasilianer, oder Chinesen...?
Ich find den ganzen "Hollywood-Müll" mit seinen Begleiterscheinungen inzw. TOTAL DRÖGE.
Gefühlt jedes Open World Game spielt in den USA oder in Endzeitszenarien der USA (Metro war schon eine Ausnahme), man hat mit Idiotensöldnern mit Schiessbügeln zu tun, die ihr THERE HE IS brüllen und COPY schreien.
Gleichzeitig mischt sich diese Gesellschaft auch in sämtliche Probleme der Welt ein (auch häufig mit dem Schiessbügel) und wundert sich dann, dass in Syrien, Korea, Iran oder damals halt Deutschland oder Japan NICHT alle mitspielen. In Japan hat man einfach mal Zehntausende oder Hundertausende völlig unschuldiger Menschen elendig umgebracht per Knopfdruck (Hiroshima, Nagasaki)... ganz groß... und der ganze kulturelle Stoff besteht aus ständiger Gewalt aber hey, seid stolz auf euch, Jungs. Was da auch gefehlt hat, mal Fehler der Vergangenheit zu überdenken, eine Zäsur, die Deutschland gemacht hat


Madness

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Ich kann nur soviel ohne Spoiler sagen. Nur wer die Story von Anfang bis Ende erlebt hat, kann beurteilen, ob die Gewalt sinnlos ist.

Das Spiel lässt dich dermaßen emotional verkrüppelt am Boden zurück. Am Ende weißt du selbst nicht mehr, ob du jetzt willst, dass jemand stirbt oder am Leben gelassen wird.


southflorida

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Ich kenne das Ende.

Eine Tragödie, die schlechte Laune macht. Und der Weg dahin? 30 oder 40 Stunden Streckmittel, ein Abspulen der immer gleichen Spielmechaniken, die hätten auch in zehn Stunden gepasst. Geht es in ein Kellerloch... Infizierte. Bist du gerade beschäftigt... kommt von hinten jemand und greift an, obwohl fünf Sekunden vorher mit den "Warnradar" auf Taste R1 nichts auszumachen war. Passiert etwas = Script. Willst du was anderes machen, als vorgesehen = geht nicht. Du musst jetzt in das Haus dahinten. Und nimm den Müllcontainer, um hereinzuklettern. Zurückgehen = nein. Um das Haus herumgehen = nein. Die ganzen Verenigten Staaten bestehen aus Häusern, die durchquert werden müssen, alle Straßen sind unverrichterer Dinge unterbrochen, und Waldwege oder Pfade gab es nie. Und immer wieder Scheißdreck wie Spielstände, wo man sich unvermittelt mit wenig Lebensenergie in Kampfszenen wiederfindet. Bescheuert. Zwar ist das auf Normal alles irgendwo noch ok (auf der härtesten freischaltbaren Spielstufe bei TLOU1 befand ich mich hingegen aufgrund dieses "Speichersystems" schließlich in einer Sackgasse).
Bei Angriffen von Infizierten, die einen bereits ausgemacht haben (und dort setzen einen einige anderswo gemachte Spielstände aus) ist Verlust von Lebensenergie unvermeidbar, und so etwas ist spielerisch im Grunde eine Katastrophe.

40% rum ist als Wertung ok.
Ja ich bin ein paar Stunden drangeblieben.
Aber ich hab mich öfter geärgert als in den letzten Jahren an der Konsole.


wraith

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Magna Carta PS2

Ich hänge an einem Boss, der mich binnen weniger Runden komplett vermöbelt. Absolut chancenlos. Und das Spiel hat die Bioware-Krankheit, dass einmal gesäuberte Dungeons/Bereiche komplett verwaist sind. Leveln ist also nicht möglich. Kann auch nicht in eine Stadt zurück (teurere Ausrüstung/Zeugs kaufen), da mir die Zugänge dorthin verweigert werden.

Ausserdem ist die Story langweilig. Auch wurde ich zum x-ten mal von meiner Party getrennt (das scheint dort tragendes Element zu sein, diese ständige Trennung der Gruppe).

Nö, kein Bock mehr auf das Teil. Auch der 2er wird nicht angerührt (auf XB360).
"The controller has been the biggest barrier separating gamers from the world of designers." (Peter Molyneux, Juni 2011)
"Der Controller wird weiterhin das A und O bleiben aufgrund seiner besseren Genauigkeit und der Haptik." (Ich,KT,  Juni 2011)
"Es wird ernsthafte Natalspiele geben" (KT-User XY)