RDR kenne ich zu wenig, GTA ist in der Tat eine Satire (was vermutlich aber 80% der heutigen GTA Zielgruppe gar nicht begreift). Bud Spencer ist auch nicht zimperlich, aber hier ist es klarer Ulk.
Was Soldaten betrifft: wir haben gelernt, Gefangene zu machen und uns zu verteidigen. Ich glaube nicht, dass die Leute "glücklich" sind, wenn sie andere erschießen, und wenn man sie dann noch hinterrücks brutal ermordet...?
Zusammengefasst geht mir folgendes bei TLOU2 gehörig auf den Keks:
a) Man wird in eine Stage gesetzt, in der z.B. 20 Idioten sind. Bevor ich nicht alle diese Idioten getötet hab, wird ein Weitergehen gar nicht getriggert. Im echten Leben Quatsch: ich laufe doch auch nicht beim Weg zu Media Markt durch alle Häuser... sondern ich versuche, zielstrebig, dort hinzukommen. Hindernisse versuche ich zu umgehen. Wenn man TLOU2 mehrfach spielt und dann wieder erst mal alle in einem Abschnitt töten muss... gähn. Das ist genau der feine Unterschied zu RE2, wo ich im Grunde ALLEN Begegnungen ausweiche... Das ist sogar der Key, RE2 erfolgreich durchzuspielen.
b) Man kann das Spiel auch nicht spielen, wie man will. An einigen Stellen ist man mit Infizierten konfrontiert (hier ist der Mord/Totschlag/Notwehr gewiss ok, weil die ja eh verrecken). Einmal muss man mit einem Seil rausklettern, darf das aber nicht tun, bevor man alle erledigt hat (dabei wäre es doch spannend, es zu versuchen, während sie noch herumschleichen). Auch in der Kanalisation: nerviges Abspulen immer des gleichen Scripts, während ich versuche, es halt "schneller" oder "anders" zu machen, als mit einer dumpfen Schießbügel-Orgie.
c) Die Gewalt wird explizit, ausgesprochen brutal dargestellt. Der Soundeffekt beim eigenen Tod = widerlich. Dann laufen die Gören da rum und unterhalten sich über Alltagsdinge wie ficken. Ob sich jemand mal Gedanken gemacht hat, wie viele Menschen die Girls am Tag umlegen? Die moralische Anspannung dabei? Ich denke, selbst ein Scharfschütze im Russlandkrieg 1941-45 wird schwer da herankommen, und und ich denke für den normalen Soldaten war es noch übler. Im übrigen haben die Scharfschützen ihre Toten kaum detailliert gesehen, genau wie der Bomberpilot, der über London Bomben abwirft, nicht das Verrecken unschuldiger Kinder bemerkt hat. Das Töten war abstrakt. Ein Soldat, der Auge in Auge mit einem Feind ist (wenige Meter Entfernung) wird den Feind nicht hinterrücks brutal ermorden, es sei denn es ist ein übler Sadist. Die Girls machen das hier und die (gescripteten) Idiots auch, aber das ist einfach eine Gewaltorgie. Selbst wenn Ressourcen knapp sind wie in der Welt von TLOU2 (soo knapp aber offensichtlich auch nicht mehr zig Jahre nach dem Ausbruch bei wenigen Menschen) und ich sehe einen Feind, dann werde ich ihn Gefangennehmen und er wird (vielleicht) verhungern, aber ich hetze nicht einen Hund auf ihn oder erschieße ihn aus 3 m mit einer Pumpgun. Wo Ellie alleine (!) gegen Dutzende Gegner unterwegs ist, verhalten sich die Gegner aber so.
d) Man muss an manchen Stellen sofort schießen, sonst geht man halt selbst drauf. Ein Soldat wird, wenn er Gegner überrascht, erst einmal laut WARNEN (mit dem Schuss ist man ja eh entdeckt). Wenn der Gegner meint, er kann sich wehren, ok, dann kommt es zum Gefecht. Aber in TLOU2 verkommt ja JEDE Begegnung mit anderen zur Tötungsorgie, und zwar eben auch zur absolut brutalen.
Das Ganze ist auf "normal" nervenaufreibend.
@ Clorell
Was du sagtst, US Kultur... ich sag inzwischen: wie banal, wie jungdoof war ich, als ich das mit Anfang 20 alles aufgesaugt hab.
Warum bestimmen nicht die Australier die Kultur (sprechen ja auch Englisch), oder die Brasilianer, oder Chinesen...?
Ich find den ganzen "Hollywood-Müll" mit seinen Begleiterscheinungen inzw. TOTAL DRÖGE.
Gefühlt jedes Open World Game spielt in den USA oder in Endzeitszenarien der USA (Metro war schon eine Ausnahme), man hat mit Idiotensöldnern mit Schiessbügeln zu tun, die ihr THERE HE IS brüllen und COPY schreien.
Gleichzeitig mischt sich diese Gesellschaft auch in sämtliche Probleme der Welt ein (auch häufig mit dem Schiessbügel) und wundert sich dann, dass in Syrien, Korea, Iran oder damals halt Deutschland oder Japan NICHT alle mitspielen. In Japan hat man einfach mal Zehntausende oder Hundertausende völlig unschuldiger Menschen elendig umgebracht per Knopfdruck (Hiroshima, Nagasaki)... ganz groß... und der ganze kulturelle Stoff besteht aus ständiger Gewalt aber hey, seid stolz auf euch, Jungs. Was da auch gefehlt hat, mal Fehler der Vergangenheit zu überdenken, eine Zäsur, die Deutschland gemacht hat