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Preise für Videospielsoftware

Faust

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Erst war da Sony, die haben die Spielepreise um 10.-€ angehoben.
Nintendo legt bei Mario Kart World mit 89,99€ nach.
Und Rockstar? Warten nun Preise wie zu D-Mark Zeiten?
Würde mich nicht wundern wenn GTA6 stattliche 119.-€ oder sogar 129.-€ kosten soll.

Alles cool oder einfach nur Gier?
Nichts ist wichtiger als die Gesundheit


SegaMan

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Das ist mir ehrlich gesagt völlig wurscht weil ich kein Game zum Vollpreis kaufe, und das schon ewig nicht mehr.

Kaufe nur noch im Sale weil ich nicht (mehr) bereit bin diese Preise zu zahlen.

Ob sich das für die Softwarehersteller auf lange Sicht lohnen wird bleibt abzuwarten.
Ich gehe mittlerweile davon aus das die gaming Industrie auf einen neuen großen Crash zusteuert.

Man sieht ja aktuell schon das viele Publisher mit ihren großen Projekten baden gehen.
Dafür gibt es natürlich verschiedene Gründe.
Aber die Finanzgebaren mit zig verschiedenen Release "Paketen" und dummdreister Ingame Abzocke spielen sicher auch eine große Rolle.



docower

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Wenn ich mir anschaue...

An Mario Kart haben 1992 15 Leute gearbeitet
An Mario Kart 8 haben 2014 275 Leute gearbeitet

Spiele sind heutzutage einfach viel komplexer als früher. Kleinere Indie-Spiele von kleineren Teams sind ja sowieso günstiger. Und bei den großen Spielen ist der Aufwand höher, sie sind aber immer noch so bepreist wie vor 30 Jahren. 70 Euro sind 136 Mark - immer noch quasi der Preis von damals.

Das heißt Spiele wurden komplexer und größer, aber nicht teurer - und werden teilweise immer noch massiv verramscht, nach nur wenigen Jahren.

Von daher finde ich einen Neupreis von 90 Euro gar nicht mal soo schlimm....

Wenn man bedenkt dass ein Audi 80 1992 um die 21.000 Euro gekostet hat und heute nicht unter 50.000 zu haben ist...


Legio X

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Spiele werden nicht nicht pauschal komplexer.

Schon Ultima war komplex oder GTA San Andreas.

Heute geht's oft darum viel Inhalt und Spielzeit zu bieten. Meist mit Open Worlds und viele Nebenmission, die meist nur Füllstoff sind.

Man will den Kunden möglichst lange beim Spiel halten.

Die Spiele von Nintendo wirken für mich wie aus einem Baukasten. Also so eine Art Mario Maker.

Für mich war z.B. das erste Mario Kart das Beste. Auch wegen dem Ballon Multiplayer Part.

Und ich brauche auch nicht hundert Strecken um glücklicher zu sein.

Und grafisch wirken die 3D Mario Karts, die Mario Jump n Rund, Parties, Luigis RPGs, ... ziemlich gleich.

Und die brauchen auch keine Stories, außer das eine Nutte* entführt wird.

* amerikanisch Peach

Für mich sind 80€ schon viel Geld und ab da fängt es an weh zu tun.

Es muss nicht immer schneller, höher und weiter sein. Vielleicht sollten die Publisher auch mal darüber nachdenken, wo das Limit liegt was die Kunden bereit sind zu zahlen.

Und das bedeutet auch effektiver zu werden. Je mehr Mitarbeiter ein Team hat umso ineffizienter arbeitet es, weil man immer mehr koordinieren muss, Besprechungen, Videokonferenzen, ...

Plus der ganze Overhead von Managern, Kaufleuten und Marketing Leuten. Viele erzeugen nur Blindleistung.

Man muss sich nur mal den PC Bereich anschauen. Wann kaufen die Leute ihre Games? Zum Großteil im Sale und nicht beim Launch.

Ist halt wie beim Friseur. Verlangst 10€ für den Haarschnitt, dann brauchst du viele Kunden am Tag, bei 50€ vielleicht nur zehn. Das Optimum liegt irgendwo dazwischen.

« Letzte Änderung: April 08, 2025, 11:35:26 Vormittag von Legio X »


SegaMan

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Für mich ist das ein Scheinargument die Dinge Inflationsbereinigt gegenzurechnen.

Wen juckt es HEUTE was die games DAMALS gekostet haben?
Damals reichte auch noch EIN Gehalt um eine 5köpfige Familie zu ernähren....
Komplett andere Zeit, komplett anderer Markt!

80 Euro sind halt für viele HEUTE scheiss viel Geld  weil das gesamte Leben teurer wird und  da wird/muss dann halt bei nicht Lebensrelevanten Dingen gespart werden. Und das wird die gaming Branche wohl noch lernen/realisieren müssen.

Auch ist das ganze Marketing heute ganz anders aufgestellt als damals.
Microtransaktionen... Season Pass.... DLC und der ganze Quark.... da wird auch richtig abkassiert.

Dazu kommt ein WEIT größerer Markt als damals was halt auch viel mehr potenzielle Kundschaft bedeutet.
Schaut euch doch mal an was Nintendo Beispielsweise für Stückzahlen von Mario Kart auf der Switch verkauft hat.... das ist unfassbar viel!
Dazu der Season Pass!
Ich sehe da nicht wieso es "nötig" wäre den Preis derart in die Höhe zu treiben. Hier wird der Kunde schlicht GEMOLKEN und VERARSCHT.

Wer das mitmachen will soll es tun, aber "leid" tun brauchen einen die Softwareschmieden sicher nicht....





docower

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Inflationsbereinigt meinte ich nichtmal.

Ultima wurde von einem 10-Leute-Team im Wohnzimmer von Richard Gariott's Eltern gemacht. Vermutlich wurden für alle Grafiken von Ultima weniger Zeit investiert als für einen Blumentopf in Assassin's Creed Shadows.

Bei einem 10 Leute Team bekommen pro verkauftem 50 Euro-Spiel alle 5 Euro (jetzt simpel gerechnet, weil Vertrieb nicht drin ist)

Bei einem 1000 Leute Team bekommen pro verkauftem Spiel 5 cent.

Wenn wir natürlich wieder nur Entwickler haben, deren Teams nicht größer als 10, 20 Leute sind, dann können auch die Spiele günstig werden.

Aber auch die Grafiker und Sounddesigner wollen halt am Ende des Monats Geld verdienen. Und die Videospielbranche ist eh schon eine derjenigen, die ihre Arbeitskräfte am meisten belastet, weil die Leute eben mit Herzblut daran mitarbeiten.


SegaMan

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Ist halt einfach eine Milchmädchenrechnung weil es nicht mal im Ansatz vergleichbar ist.

Du musst ALLES mit einrechnen....Werbung/Marketing/Verkaufszahlen/DLC/Microtransaktionen und und und und und.....

Wie groß war der Markt bei Ultima.... wie hoch die Verkaufszahlen.....

Und nur weil die meisten Entwicklerstudios mittlerweile aufgeblasen sind wie nur sonst was rechtfertigt das ja auch nicht automatisch höhere Preise.
Müssen sie halt vernünftig Wirtschaften! Ansonsten regelt es eh der Markt.
Sollen sie 200 Euro pro Game verlangen. Wenn sie damit am Markt überleben können passt das ja.
Wenn nicht ist das allerdings auch ok!


Ich sag es nochmal.
Man kann das NICHT mit Früher  vergleichen weil der gesamte Markt ein komplett anderer ist.
« Letzte Änderung: April 08, 2025, 12:53:00 Nachmittag von SegaMan »


docower

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Der Vergleich mit Früher kommt daher, weil die Spiele eben preislich gleich geblieben sind.

NATÜRLICH kann man heute Spiele auch mit kleinen Teams machen.

Aber die Kosten eines AA oder AAA Spiels sind mittlerweile alleine fürs Produkt gerechnet Millionen.

Ich arbeite ja in der Branche (Software, nicht Videospiel), und du hast mittlerweile Kosten am Start, die einfach die Produkte teurer machen. Auch wenn der Markt größer ist.

Und wie gesagt, der Software-Entwicklungsmarkt ist sowieso schon von den Arbeitsplätzen her so, dass die Leute massivst ausgebeutet werden. Da stehen die Produktpreise einfach nicht mehr mit den Entwicklungs- / Vertriebspriesen im Verhältnis.


Legio X

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Zitat
Ultima wurde von einem 10-Leute-Team im Wohnzimmer von Richard Gariott's Eltern gemacht. Vermutlich wurden für alle Grafiken von Ultima weniger Zeit investiert als für einen Blumentopf in Assassin's Creed Shadows.

Auch das kann man nicht vergleichen.

Die Hardware war viel limitierter als heute.

Und damals mussten die echt noch in Assembler programmieren und den Code optimieren, damit es auf der eingeschränkten Hardware überhaupt vernünftig lief.

Zitat
Aber die Kosten eines AA oder AAA Spiels sind mittlerweile alleine fürs Produkt gerechnet Millionen.

Was bitte unterscheidet ein PS5 Spiel von einem PS4 Spiel das es die Differenz von 20€ rechtfertigt?

Es ist höher aufgelöst und hat eine bessere Framerate. Das macht die Unreal Engine automatisch.

Und der Inhalt bleibt fast gleich.

Nichtmal die KI der NPC hat Fortschritte gemacht.

Zitat
Und wie gesagt, der Software-Entwicklungsmarkt ist sowieso schon von den Arbeitsplätzen her so, dass die Leute massivst ausgebeutet werden. Da stehen die Produktpreise einfach nicht mehr mit den Entwicklungs- / Vertriebspriesen im Verhältnis.

Glaubst du das ist in anderen Branchen nicht der Fall?

Die Leute bekommen alle eine 40h Vertrag und weniger Bezahlung. Obwohl der Tarifvertrag sagt gleiche Arbeit gleiches Geld. Und Stunden sind auch unter 40h festgelegt.

Seit ich arbeite wir die Leistung immer mehr verdichtet.

Früher hatten wir ein Projekt da haben alle gejammert wie kurz die Ausführungszeit war. Heute schmunzeln wir darüber wieviel Zeit wir hatten, weil heute ein ganz anderer Leistungsdruck da ist.

« Letzte Änderung: April 08, 2025, 02:49:49 Nachmittag von Legio X »


docower

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Auch das kann man nicht vergleichen.

Die Hardware war viel limitierter als heute.

Und damals mussten die echt noch in Assembler programmieren und den Code optimieren, damit es auf der eingeschränkten Hardware überhaupt vernünftig lief.

Ultima wurde bis 4 in BASIC geschrieben, mit Teilen in Assembler (weil ein Freund von Garriott das beherrscht hat.

Zitat
Was bitte unterscheidet ein PS5 Spiel von einem PS4 Spiel das es die Differenz von 20€ rechtfertigt?

Gar nix. Mein heißer Take: Das PS4-Spiel ist unterbepreist, aber man verkaufts billiger, damit man nicht denselben Preis verlangt wie für das PS5 Spiel :)


Legio X

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Schau dir so Entwickler wie EA an.

Du machst ein Fußball Spiel, ein Eishockey Spiel, ein Basketball Spiel, ein American Football Spiel, ...

Du musst das Spiel nur einmal entwickeln und haust es dann jedes Jahr zum Vollpreis raus. Mit homöopathieschen Verbesserung und im Falle von Fifa noch mit jeder Menge Zusatzinhalt der Geld kostet.

Damit verdienst du dich dumm und dämlich.

Und wenn du als Publisher auf die schnelle Kohle aus bist, dann übernimmst du dieses Konzept.

Oder du bastelst einen Emulator und bringst die alten Spiele wieder erneut raus. So wie Super Mario 3D Allstars. Und wenn du das noch limitierst dann geht's weg wie warme Semmeln.

Alternativ lässt du ein paar Studenten die Sprites neu zeichnen und nimmst die Musik neu auf. Die FF Pixel Collection haust du dann für fettes Geld raus.

Du kannst aber auch dumm sein wie Ubisoft ein Scheiß Spiel wie Skulls and Bones jahrelang entwickeln, Millionen verbrennen und es dann als AAAA Spiel releasen. Aber dann musst du dich nicht wundern, wenn die Kohle durch den Kamin gejagt wurde und weg ist.

Dasselbe gilt für Concord für Sony.

Wenn das Management meint Games as a Service sind der heiße Scheiß und verbrennt damit Millionen.

Seltsamerweise passiert das meist nur so richtig großen Firmen. Ein Brian Fargo geht da viel behutsamer mit seinen Marken um. Aber der ist halt auch kein Manager.

« Letzte Änderung: April 08, 2025, 03:09:51 Nachmittag von Legio X »


wraith

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Für ein GTA6 oder Xenoblade Chronicles 4 würde ich 130,- zahlen.
"The controller has been the biggest barrier separating gamers from the world of designers." (Peter Molyneux, Juni 2011)
"Der Controller wird weiterhin das A und O bleiben aufgrund seiner besseren Genauigkeit und der Haptik." (Ich,KT,  Juni 2011)
"Es wird ernsthafte Natalspiele geben" (KT-User XY)


Clorell

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Hmm. Videospiele haben damals zu SNES -und vor allem N64-Zeiten, mal schnell bis zu 180 DM als ganz normale PAL-Version gekostet. Ich erinnere mich als Beispiel an Mortal Kombat 1, das damals für das Mega Drive bei knapp 140 DM lag und für das SNES überwiegen 170 DM kostete. Conker's Bad für Days für das N64 kostete auch durchschnittlich 180 DM.

Wenn man sich diese Werte in Euro anschaut und betrachtet mal die Inflation, sind Videospiele heute sogar weit billiger als früher, weil sie vom Preis bis heute praktisch gleich geblieben sind und zeitweise sogar so oder so billiger wurden, wie in der PSX-Ära.

Nur ist halt die Sache die, es würde halt im Normalfall kein Mensch 200 Euro in der heutigen Zeit für ein Videospiel bezahlen, auch wenn es das theoretisch kosten müßte. Aber danach kann man halt nicht gehen und mich als Endkunden interessiert das ohnehin nicht.

Ich lege für ein Spiel im Laden einfach keine 80 oder 90 Euro hin. Sowas passiert bei mir nur, wenn ich mir zum Beispiel einen Import kaufe, wie zum Beispiel die Final Fantasy Pixel Collection für die Switch, als japanische Version. Das sind aber Ausnahmen. Bis 70 Euro lasse ich mir für mich ein Spiel mal gefallen, Tendenz eher niedriger.

Ich kaufe meine PS4/5-Spiele deshalb auch bei meinem kleinen Händler, der einfach EU/UK-Importe anbietet, die aber dennoch die deutsche Sprache beinhalten. Da kann es schon mal vorkommen, daß ein Spiel sogar mal 25 Euro weniger kostet.
Möge die Macht mit Dir sein.


Legio X

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Nehmen wir mal an ein Spiel kostet in der Entwicklung 50 Millionen Euro. Und du gehst davon aus, dass du über alle Plattformen PC, Xbox, PS5 und Switch 3 Millionen Einheiten verkaufen musst. Dann entfallen pro Spiel als Entwicklungskosten 17€.

Da bleibt aber noch genug über für Datenträger, Zwischenhandel , Transport, Marketing und Gewinn.

Und mittlerweile haben selbst auf Switch die digitalen Verkäufe einen Anteil von 50%. Sprich Datenträger, Zwischenhandel und Transport entfallen.

Und ein GTA verkauft sich ja wirklich in riesigen Stückzahlen. Über 200 Millionen laut google.

Mario Kart Switch verkauft sich auch millionenfach. 55 Millionen mal. Das rechtfertig kein 90€ für Mario Kart World.

Bei 300 Millionen Entwicklungskosten für Mario Kart Switch, mal heftig übertrieben, und 50 Millionen verkauften Spielen wären die Entwicklungskosten pro Spiel bei 6€.

Wenn das nicht so wäre, dann würde ja jeder Publisher mit AAA Spielen nur Verluste einfahren.

Und schaut euch die Bilanzen von Sony und Nintendo an. Die drucken Geld mit ihren Spielen.

Also erzählt mir nicht die Entwicklungskosten sind Schuld an den Spielepreisen.

« Letzte Änderung: April 08, 2025, 06:40:01 Nachmittag von Legio X »


Legio X

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Und wenn man es in Relation setzt zu 9 Millionen verkauften Einheiten für ein Mario Kart Snes, dann weiß man auch warum damals die Spiele genauso teuer waren wie die heutigen, weil der Markt viel kleiner war und noch nicht so globalisiert. Das hat aber Segaman schon geschrieben.

Deshalb kann man nicht einfach folgern das Spiele damals genauso teuer waren wie heute und sie deshalb heute zu billig sind.

« Letzte Änderung: April 08, 2025, 06:47:11 Nachmittag von Legio X »