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Macht Spiele sammeln noch Sinn?

Madness

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Ich muss ja sagen, ich finde es merkwürdig, das Sammeln von physischen Datenträgern davon abhängig zu machen, ob man sie in 20 Jahren noch spielen kann. Sammelt man deswegen Hüllen? Wenn's um das Spielen geht, dann kann man auch digitale Dateien "sammeln".

Geht's beim sammeln nicht ums besitzen oder zur Schau stellen? Jemand kauft doch nicht eine Collector's Edition, weil das Spiel anders ist.

Man sammelt ja auch nicht Lego, um damit zu spielen - die meisten jedenfalls. Man sammelt auch nicht Briefmarken, weil man sie später benutzen will. Wenn jemand VHS Kasetten sammelt, ist, glaube ich, auch nicht die Priorität, dass sie in 10 Jahren noch funktionieren.


Faust

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Ein Spiel zu sammeln welches in 10 oder 20 Jahren nicht mehr spielbar ist, ist wertlos.

Lego kann man auch in 100 Jahren noch nutzen sofern nicht zu viel bespielt.


Madness

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Geht es beim Sammeln um Wert und Nutzen?

Gibt genug Leute, die Knöpfe sammeln oder irgendwas anderes, was in den Augen anderer Menschen wertlos ist.


Ein Spiel zu sammeln welches in 10 oder 20 Jahren nicht mehr spielbar ist, ist wertlos.

Aber warum sammelt man dann ein physisches Objekt, wenn es einem nur um das Spiel geht? Wir reden von sammeln, wohlgemerkt. Nicht kaufen.


Legio X

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Also ein Spiel zu sammeln, welches in seiner Form auf Datenträger nicht vernünftig spielbar ist, ist für mich Sinn befreit. Es heißt ja Spiel und nicht Hülle.

Ich sammle auch Musik CDs und Filme um sie später anhören/anschauen zu können.

Wenn ich nur die Hülle sammle, dann kann man sich auch leere DVD Hüllen holen und das Spielecover ausdrucken und reinmachen. Aber das wäre Sinn befreit.

Seltsamerweise ging das noch bis zur PS2 Ära gut und ohne Probleme.

Und es ginge heute auch noch gut, wenn man den Entwicklern die nötige Zeit zur Verfügung stellt und entsprechende Qualitätssicherung hätte.

Aber das schnelle Geld lockt die Publisher und das Testen machen dann die Kunden für umsonst.

Das ist halt die Unsitte, die aus dem PC Sektor auf den Konsolenmarkt übergeschwappt ist.

Auf dem PC braucht man nichts mehr sammeln, weil es nur noch digitalen Vertrieb gibt. Aber auch das war zu Beginn nicht so.

« Letzte Änderung: Februar 10, 2022, 11:38:09 Nachmittag von Legio X »


southflorida

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Also ein Spiel zu sammeln, welches in seiner Form auf Datenträger nicht vernünftig spielbar ist, ist für mich Sinn befreit. Es heißt ja Spiel und nicht Hülle.

Ich sammle auch Musik CDs und Filme um sie später anhören/anschauen zu können.

Wenn ich nur die Hülle sammle, dann kann man sich auch leere DVD Hüllen holen und das Spielecover ausdrucken und reinmachen. Aber das wäre Sinn befreit.

Deine Gedanken gehören nicht in die kranke Welt von heute.


Legio X

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In der aktuellen M!Games sind zwei Leserbriefe dazu im Heft.

Spiel muss Inhalte nachladen und Patches ziehen, damit wird Sammeln ein Unding.

Es wurde vorgeschlagen das im Test zu berücksichtigen. Ob das Spiel nackig auf dem Datenträger spielbar ist.

Geht aber nicht, weil die Redakteure nur noch Downloadcodes zum Testen bekommen.


southflorida

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Hab das auch gelesen.
Die Vorschläge in dem Leserbrief waren sehr gut, z.B. "knallhart bei jedem Test erwähnen, wie gut oder schlecht oder gar nicht das Spiel läuft".
Nur: wir haben die "Testmuster nur als DL" ist m.E. keine Ausrede... dann müsste man Spiele halt FERTIG testen, so wie der Kunde sie eben auch bekommt (und nicht Beta-Versionen)!! Da müsste man sich dann halt eingestehen, dass im Clickbait Zeitalter der Cyberpunk Test halt NOCH zwei Monate später erscheint. Wäre vielen wieder nichts, andererseits könnte man aber auch sagen: wenn die Zielgruppe nur nach Schnelligkeit der Tests geht (am Besten noch vor Release), dann gib ihr halt, was sie will, lass dich als Heft treiben...
Dabei könnte gerade ein Printheft M! auch genau darauf Wert legen, dass sie z.B. regelmässig in einer Rubrik aufzeigen, wie die momentan gängigen Spiele funktionieren. Viele der gewiss in den Dreissigern und Vierzigern befindlichen Leser würden das m.E. tolerieren. Previews zu Cyberpunk hat es ja ein halbes Dutzend mindestens gegeben, aber nun doch bitte mal ein Abriss, wie die FERTIGE Version funzt, und wenn das halt nicht im Dezember 2020 geschieht... Dass ein Printmag nicht so aktuell ist, wie das Internet, weiss ja jeder seit zwei Jahrzehnten...
Wenn den Pappnasen 18 Monate lang eine Wertung verweigert wird, und das möglichst auf allen Ebenen, ist es nur gut. Stattdessen hat ein total unfertiges Cyberpunk (wo sowohl MS als auch Sony die digitale Version sogar mangels Qualität zurückhielten!) komfortable Wertungen.
« Letzte Änderung: Februar 21, 2022, 05:39:17 Nachmittag von southflorida »


PHX

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Dabei könnte gerade ein Printheft M! auch genau darauf Wert legen, dass sie z.B. regelmässig in einer Rubrik aufzeigen, wie die momentan gängigen Spiele funktionieren.
Viele Games ändern sich auch stark nach Release. Fortnite ist wohl recht anders geworden, nachdem es schon eine Zeit draussen war. No Man's Sky ist anscheinend mittlerweile richtig geil.
Das Game, das ich im Moment im Multiplayer sehr mag (Deep Rock Galactic) ist vom Prinzip her gleich, ist aber so viel erweitert und verändert worden, das ist jetzt auch eine völlig andere Nummer.
Ich meine nur, in den heutigen Zeiten mit dem Game-as-a-service Gedanken: So Patches und Updates sind nicht immer eine schlechte Sache.

Ich spiele eh quasi NIE neue Spiele zum Release, ich warte immer Jahre auf Discounts - und zu dem Zeitpunkt sind die Dinger dann meistens ganz gut spielbar.


southflorida

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Ändert aber nichts daran, dass die Leute mit der Packung eine Uraltversion kriegen.

No Man's Sky ist ein positives Beispiel, wo M! Games bestimmt viermal einen ausführlichen Bericht brachte, das sich viel gebessert hat. :) Wer 2016 das Game - recht bald nach Release für 30€ auf dem Grabbeltisch - erwarb, dürfte heute ein ausgesprochen verbessertes und langjährig gepflegtes Game haben.
Wenn dann allerdings nach Umzug / Austausch der Konsole etc. alles wieder weg ist, wäre das für mich nicht sehr motivierend.

Ich hab erwogen, Fallout 4 (hatte ich auf PS4 installiert) auf der neueren PS4 Pro noch einmal neu zu installieren - mit der Ur-Version (und den Versionen bis irgendwann Mitte 2016, die bei den DLCs mitgeliefert wurden) lief Siedlungsbau super. Wenn die PS4 Pro jedoch 1x am Netz ist, dann gibt es die späteren Updates, die alles verhunzt haben.


Legio X

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Bei online spielen ist ja klar, dass da ständig daran gearbeitet wird, wegen Balancing und neuen Inhalten.

Aber bei reinen Single Player Games kann man für 60 bis 80 € schon ein funktionierendes Spiel erwarten.

Meiner Meinung ist das auch eine Erziehung des Kunden weg vom Datenträger zum digitalen Vertrieb mit höherer Gewinnmarge. Zwischenhandel und Datenträger entfallen ja. Und dann ist man gezwungen zum Großteil  in Shops einzukaufen, welche ein Monopol haben, wie Epic oder Steam

Und leider sind die Spiele in den Stores von Sony, Nintendo und MS sehr teuer, sodass man immer auf Sales warten muss. Aber keine Garantie hat das sein Lieblingsspiel drin ist.

Ich bin mir sicher, wenn man den Entwicklern etwas mehr Zeit gibt und den fleissig testet, dann könnten Spiele in einem vernünftigen Zustand releast werden.

Früher hat es ja auch funktioniert, selbst mit einem komplexen Spiel wie GTA San Andreas.
« Letzte Änderung: Februar 22, 2022, 08:40:34 Vormittag von Legio X »


southflorida

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Es krankt unter dem Willen, alles immer noch größer zu machen. Das ist auch der Punkt, wo keine noch so gute Konsole mitzieht: das Ende dessen, was Menschen noch realistisch gestalten können. Überhaupt der Wahn des Realismus, dass dann selbst in einem "Fantasy" Spiel wie Final Fantasy VII Remake die Bullen im U.S  Jargon labern und eigentlich gleich jede Open World in Kalifornien spielt, weil der geistige Horizont der Leute eben nur wenige Quadratmeter umfasst.

Es wäre besser, wenn statt "500 Leute sechs Jahre an einem Spiel arbeiten", sich vielleicht "50 Leute 18 Monate Zeit nehmen', hat so oder so ähnlich mal ein kluger Kopf gesagt.


link

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Es krankt unter dem Willen, alles immer noch größer zu machen.

Hier stellt sich aber die Frage wer das will. Die Hersteller die immer mehr Aufwand betreiben um immer größere umfangreichere Welten zu schaffen oder die Kunden die immer eine Steigerung zu Vorgängern erwarten? Ich glaube letzteres. Gerade wenn Features vereinfacht werden wird gerne das Wort "gestreamlined" verwendet was schon wieder einen sehr abwertenden Character hat.

Was wäre das ein Shitstorm wenn ein ElderScrolls 6 z.b. in 50h durchgespielt werden könnte? "Ihr habt die Seele von Elder Scrolls vernichtet!!"

Fortsetzungen sind mittlerweile Segen und Fluch zugleich. Segen weil mann muss sich nicht wieder eine neue Brand ausdenken und den Kunden überzeugen warum Charactere so sind wie sie sind warum Story x unbedingt gespielt werden sollte Man weiß wieviel Spieler den Vorgänger gekauft haben und kann halbwegs damit kalkulieren. Fluch aber auch weil immer die Steigerung erwartet wird, wir müssen bekanntes nehmen und müssen noch ne Schippe draufpacken.

« Letzte Änderung: Februar 22, 2022, 10:21:53 Vormittag von link »


southflorida

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Vielleicht sind deshalb die erfrischend neuen Spiele kleiner Teams gut.
Gutes Beispiel State of Decay 1: da hat niemand was erwartet, für einen Zehner oder so bekam man ein nettes Open World Survival Spiel. Das konnte und wollte nicht mit einem Fallout 4 mithalten... Bei State of Decay 3 (das nun auch schon Jahre angekündigt wird) schon wieder das Problem: die Erwartungshaltung.


Legio X

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Vielleicht ist das auch nur eine Generationenfrage?

So wie die optischen Laufwerke vom Computer verschwunden sind, wie Musik und Filme nur noch gestreamt werden, so wird auch der Konsolenmarkt immer mehr in Richtung digitaler Vetrieb, Abos und Streaming driften.

Vielleicht sind dann Videospiele-Sammler nur noch aussterbende Dinosaurier...


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  • Gast
Es macht bei den derzeitigen Qualtitätsmängeln und Patcherei auch faktisch wenig Sinn Stand X auf Medium zu pressen. Viele Spiele sind nicht mehr statisch. Nintendo hält sich hier ja halbwegs wacker (Ein Downloadcode unterm Weinachtsbaum kommt bei Kindern auch nicht so gut an, wurde bestimmt schon empirisch getestet  8)). Kann mir gut vorstellen das jetzt durch abschalten der alten E Shops wieder die Preise für physikalische Wii U und 3Ds Titel steigen könnten.

Ich denke aber das gerade bei Videospielern noch eine große Sammelcommunity existiert, die auch weiterhin den physischen Release für die nächsten Jahre sichern wird. Aber nichts hält ewig..