Xenoblade Chronicles
Habe es schon vor einigen Wochen durchgespielt und quasi alles was ich daran gut/schwach fand habe ich ja schon öfters zum Besten gegeben.
Es ist wie schon gesagt ein tolles jrpg der alten Schule mit coolen und nützlichen Features.
Die straffe Gameplaymechanik bei den Sidequests ist eine Wohltat.
Endlich muss ich nicht zurück zum Questgeber um mir meinen Loot abzuholen, das passiert hier automatisch sobald der letzte Gegner oder der letzte Gegenstand errungen ist. Die Schnellreise funktioniert von überall zu allen Besuchten POIs auf der Map. Das sind nur zwei Beispiele die mich begeistert haben. Aber auch die Story wusste zu überzeugen und hat mich gut bei Laune gehalten. Gepaart mit dramatischen Stellen und Wendungen geht bei einem Genrefan das Herz auf. Auch der Charaktercast auf Seiten der Guten ist nur auf den ersten Blick anime-like und man denkt jeden Moment wird es etwas peinlich und fremdschämend. Aber falsch gedacht, jede Figur hat Ihren Platz, mit jedem Charakter möchte man auch in die Kämpfe ziehen und die Fertigkeiten lernen. Stichwort Fertigkeiten: Neben dem normalen Aufleveln und Zuweisen von Moves spielt hier auch die Entwicklung der Charaktere zueinander eine entscheidende Rolle. Bei einer größeren Harmonie miteinander können so Fähigkeiten kombiniert und ausgeliehen werden damit zB eine Magierin auch mal eine schwere Rüstung tragen kann.
Die Oberwelt, in diesem Fall ein riesiger, toter Titan ist abwechslungsreich, hat schöne Gebiete zu bieten und gefühlt unzählige Abzweigungen und Secrets in den großen Arealen wo das Game seine Stärken ausspielen kann. Dem stehen dann aber auch old school dungeonähnliche Höhlen oder Mienen entgegen was IMMER zu einem sehr guten Flow führt. Sobald man dem strikt linearen Weg satt hat wird man wieder in einem umfangreichen Sumpfgebiet losgelassen um die andere Spielweise wieder zu genießen.
Die Gegner auf der Welt sind alle sichtbar. Manche greifen euch an, andere wiederum lassen euch in Ruhe wenn die Party einen höheren Level als das Vieh hat.
Das Kämpfen kann am Besten als eine Reinkarnation des KOTOR Kampfsystems angesehen werden. Shulk und Co. bewegen sich frei herum, Angriffe werden automatisch ausgeführt, mittels Befehlen werden Spezialattacken ausgeführt oder Magie genutzt. Bei stärkeren gegnern wird dann auch das taktische Hirn gefordert denn deren Attacken ziehen gut Energie ab und auf Items muss man gänzlich verzichten.
Ihr habt keinen Heiler im Team?
Ganz schlecht!
Der Boss hat zwei Mitstreiter getötet und eure Komboleiste ist zwecks Wiederbelebung nicht ausreichend befüllt?
Startet lieber noch mal neu.
Gepaart wird das Kampfsystem mit QTE, welche den Mut der Gruppe steigern oder durch ausführbare Aktionen um zB den Partymitgliedern aufzuhelfen oder zu heilen.
Besonderes Feature: Mittels des Superschwerts Monado kann Shulk in die Zukunft sehen. Dies ist nicht nur storytechnisch relevant sondern lässt auch bei Gegnern besonders schmerzhafte Attacken voraussehen. Was Ihr daraus macht, ob Ihr den Gegner vorher zu Fall bringt, Ihn durch einen anderen Mitstreiter ablenkt oder eine Barriere errichtet...Ihr entscheidet.
Ich mag das KS und kann zurecht behaupten, dass es wirklich Spaß macht Gegner zu plätten und tatsächlich auch mal mehr als 10 Minuten an einem Supergegner zu sitzen bis er das zeitliche segnet.
Nach dem Kampf werden Kisten gelootet was leider nicht automatisch passiert sondern alle Schätze manuell von euch mittels Tastendruck und Zusatzbildschirm aufgenommen werden.
Was auch nicht so toll gelöst wurde: Die Sidequests sind stellenweise uninspiriert und erinnern an Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Aber gut, das Spiel ist knapp 10 Jahre alt.
Auch sind einige Charaktere abseits eurer Party etwas langweilig geschrieben und können in keinster Weise mit Shulk, Dickson oder Fiora mithalten.
Aber wirklich viel mehr an dem Game auszusetzen habe ich nicht mehr. Der Zusatzcontent erzählt 10 Stunden lang den Prolog, macht ebenso Spaß und beinhaltet das beste und umfangreichste Gebiet des Spiels.
Grafisch ist das Spiel "ganz ok". Die Gebiete sind schön in Szene gesetzt, die Cutscenes sind gewohnt gut. Pop Ups und leichtes Flimmern stehen aber auf der Contra Seite.
Nicht viel auszusetzen gibt es bei der Sprachausgabe (nachdem man sich recht schnell auf den britischen Dialekt gewöhnt hat) und die Musik welche an beste PS1/PS2 JRPG Zeiten erinnert.
Ich denke wenn ich das Spiel damals auf der Wii gespielt hätte, würde es bei mir einen höheren Platz in meinen All Time RPGs einnehmen. Aber auch so weiß XC DE absolut zu überzeugen. Es passt einfach fast alles.