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Wie sich das Preisniveau verschiedener Konsolen Generationen wandelte

southflorida

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Preise bei PAL-Release

3rd Gen

Master System 299 DM
NES 299 DM
Gameboy 159 DM
Lynx 399 DM
Game Gear 299 DM

Anmerkung: am Anfang war der Markt ein Nischenmarkt und MS sowie Master System dümpelten träge vor sich hin.
Bemerkenswert lange hielt sich der 8 Bit-Markt in Europa, das Sega Master System war 1993, sechs Jahre nach Release, mit über sechs Millionen Stück sogar die generell am weitesten in Europa verbreitete Konsole (was kaum einer weiss).

4th Gen

Mega Drive 499 DM
SNES 299 DM

Anmerkung: das SNES kam zwei Jahre nach dem MD. Zu der Zeit hatte sich der MD Preis auch bei 299 DM eingependelt.
Entwicklung: das Mega Drive war am Anfang sehr teuer, auch die Spiele für damals 120-130 DM kaum erschwinglich; im Laufe der Jahre gingen die Preise durch harten Konkurrenzkampf und durch den Verfall des 16 Bit Marktes stets zurück. Schon 1994 bekam man die 16-Bit-Konsolen für unter 200 DM, wodurch sie auch für breite Personenkreise (z.B. auch Schüler) erschwinglich wurden. Der Verfall der Spielepreise tat sein Übriges, gegen 1994/95 wurden 16-Bit-Spiele allgemein verramscht. Doch in den Zeiten der teuer zu produzierenden Module führte das zum schnellen Tod der 16-Bit-Systeme, die an sich weit verbreitet waren.

5th Gen

Saturn 749 DM
3DO 699 DM
Jaguar 499 DM
Playstation 599 DM
N64 399 DM

Entwicklung: anfangs exorbitant teuer (Ende 1994 dachte man bei Sega sogar laut, dass der Saturn beim EU-Release als exklusives Highend-Gerät vermarktet würde und 32X erst mal den Massenmarkt bedient), ging die Materialschlacht schnell und dynamisch in die Vollen: Sony kämpfte aggressiv (und wohl mit Verlust, "koste es was es wolle") um Marktanteile und stieg schließlich unter dem schon reduziertem Saturn-Preis in den Markt ein. 1996 waren beide System sogar schon für knapp 400 DM zu haben. Für die anfangs ebenfalls sehr teuren 3DO-Systeme war das der endgültige Tod.
Dennoch war es lange vergleichsweise teuer, ein 32-Bit-System zu besitzen. Allerdings machten die Spielepreise durch das CD-Medium eher einen leichten Trend nach unten (Obergrenze: etwa 100 DM).
1997 musste Nintendo sehr schnell beim N64 Preis heruntergehen.

6th Gen

Dreamcast 499 DM
Playstation 2 869 DM
Gameboy Advance 249 DM

- UMSTELLUNG AUF EURO!

Gamecube 249 €
Xbox 479 €

Entwicklung: Denkwürdig der PS2 Startpreis (Konsole + Memory Card + Spiel = ein satter Tausender! Aber ok, Metal Slug 3 auf Neo Geo kostete auch einen Tausender...). Geradezu irre der Xbox Startpreis, der erstmals dafür sorgte, dass Händler bereits zum Release Day die Konsole billiger "verscheuerten". MS musste sehr schnell nachbessern und im Sommer 2002 waren sowohl Xbox, als auch PS2 und Gamecube (letzterer war nach dem Xbox-Debakel gleich billiger als zunächst anvisiert gestartet) für knapp 200€ zu haben.
In der Hochphase dieser Konsolengeneration (etwa 2003/2004) konnte man gar für wenig mehr als 100€ die Konsolen erstehen. Insgesamt war das ein sehr erschwinglicher Preis auch für die Massen. So billig wie damals kam man nie zuvor und nie danach in den Genuss einer aktuellen und angesagten Konsole!

7th Gen

Xbox360 Premium 399 €
Xbox360 Core 329 €
Playstation 3 599 € (?*)
Nintendo DS 149 €
PSP 299 €
Wii U 349 € (?*)
Wii U Basic 299 € (?*)

Entwicklung: Die Xbox360 wollte wohl einen Massenmarkt erreichen (die Xbox hatte sich da eher schwergetan). Sony hingegen war lange der Meinung, dass es mehr kosten muss, PS3 Besitzer zu sein.
Später pendelten sich beide Konsolen auf ähnlichem Niveau ein (250 bis 350 € je Austattungsvarianten, die erstmals sehr vielfältig waren: von der Memorycard bzw. eingebautem Flashspeicher bis zuletzt 500 GB reichte die Flotte).
Wii U kam spät und startete recht teuer, machte jedoch m.E. die gleichen Fehler wie MS bei der 360 mit viel zu wenig Speicherplatz ausgestatteten Basis-Varianten der Konsole.

8th Gen

Playstation 4 399 €
Xbox One 499 €
Switch 329 €

Entwicklung: Wie bei den 32-Bittern in den 1990ern großer K(r)ampf im Vorfeld, Sony ging wieder sehr aggressiv vor, MS wollte unbedingt Kinect etablieren. Recht lange blieb das Preisniveau hoch, weil schon damals ein ähnliches Problem wie heute bestand: der Mangel an Konsolen in den Geschäften. Die ersten vier oder fünf Monate war die PS4 kaum zu bekommen.
Switch kam einige Jahre später und siedelte sich am oberen Rand der bis zu dem Zeitpunkt schon gefallenen Preise der Mitwettbewerber an - und ist bis heute preisstabil, vier Jahre lang, was bemerkenswert ist.

9th Gen

Xbox Series X 499 € + (oft teurer)
Playstation 5 499 € + (oft teurer)
Playstation 5 digital 399 € + (oft teurer)
Xbox Series S 299 €

Die aktuelle Generation leidet noch krasser als die Vorherige an der Nichtverfügbarkeit von Konsolen. Dies sorgt für oft sogar höhere Marktpreise, als die ursprünglich von Sony und MS deklarierte Preisempfehlung. Selbst jetzt, rund ein halbes Jahr nach Markteinführung, sind die neuen Systeme kaum zu bekommen.

* bin nicht ganz sicher bei Wii U und PS3 Release Preis
« Letzte Änderung: Juni 09, 2021, 03:54:43 Nachmittag von southflorida »


SegaMan

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Ein Inflationsbereinigter Preisvergleich wäre mal interessant.
Gefühlt empfand ich die Spielepreise bei MD und SNES am teuersten.


Clorell

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Wenn man mal die Spielepreise beim SNES damals anschaute und auch beim N64 später, waren die Spiele schon ganz schön teuer. Das erste Mortal Kombat kostet in den Läden für das SNES durchschnittlich 170 DM, während es auf dem Mega Drive 140 DM kostete. Das zumindest mir bisher bekannte teuerste Spiel war damals in Deutschland Virtua Racing für das Mega Drive, mit sagenhaften 200 DM. Das teuerste Spiel für das N64 war soweit mir noch bekannt ist, Conkey für das N64, mit 180 DM.

Genau genommen, wenn man die Inflation mal hinzuzieht, sind die Spiele bis einschließlich PS4-Generation, sogar billiger geworden. Eine normale Version eines Spiels kostet durschnittlich zwischen 60 und 70 Euro. Lediglicht bei der PS5 sind die Spiele zum Teil recht teuer aktuell, mit Preisen von bis zu 85 Euro für eine Standardversion. Aber selbst das ist im Grunde sogar billiger als früher ein SNES-Spiel durchschnittlich gekostet hat.

Ein Donkey Kong Country 3 für das SNES kostet damals auch seine 160 DM und ein Sonic 3 für das Mega Drive schlug mit 150 DM zu Buche.
Möge die Macht mit Dir sein.



southflorida

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Wenn man mal die Spielepreise beim SNES damals anschaute und auch beim N64 später, waren die Spiele schon ganz schön teuer. Das erste Mortal Kombat kostet in den Läden für das SNES durchschnittlich 170 DM, während es auf dem Mega Drive 140 DM kostete. Das zumindest mir bisher bekannte teuerste Spiel war damals in Deutschland Virtua Racing für das Mega Drive, mit sagenhaften 200 DM. Das teuerste Spiel für das N64 war soweit mir noch bekannt ist, Conkey für das N64, mit 180 DM.

Genau genommen, wenn man die Inflation mal hinzuzieht, sind die Spiele bis einschließlich PS4-Generation, sogar billiger geworden. Eine normale Version eines Spiels kostet durschnittlich zwischen 60 und 70 Euro. Lediglicht bei der PS5 sind die Spiele zum Teil recht teuer aktuell, mit Preisen von bis zu 85 Euro für eine Standardversion. Aber selbst das ist im Grunde sogar billiger als früher ein SNES-Spiel durchschnittlich gekostet hat.

Ein Donkey Kong Country 3 für das SNES kostet damals auch seine 160 DM und ein Sonic 3 für das Mega Drive schlug mit 150 DM zu Buche.

VIRTUA RACING (MD) war aber absolut Ausnahme. Das Spiel hatte den SVP Chip drin, der um ein Vielfaches schneller ist als der Mega Drive Prozessor. VR sollte sogar ursprünglich 250 bis 280 Mark kosten.
Das war wahnwitzig teuer, wohl auch deshalb dachte man über das 32X nach, um "einmal" eine einheitliche Hardwareerweiterung zu zahlen, auf der dann viele Spiele laufen.

Das SNES war bezüglich Zusatzchips in Modulen besser und allemal günstiger aufgestellt, da gab es eine ganze Stange Spiele, die auf irgendeine Weise mehr Hardware Power hatten, ohne signifikante Zusatzkosten.

Späte 16-Bit- wie auch späte N64-Spiele waren teuer wegen der für die damalige Zeit jeweils riesigen Module. Conker hatte glaube ich 512 Mbit, das ging in Neo Geo Dimensionen.

Sowohl die 16 Bit Konsolen als auch N64 hätten wohl einen sehr beschissenen Flaschenhals weniger gehabt, wäre zu ihren Lebzeiten der Modulspeicher billiger gewesen.
Hätte man in ein N64 schon 1997 die 512 Mbit reingekriegt ('97 aber schier unbezahlbar) und die erst etwas später entwickelten Soundkompression Tools von Factor 5, dann wäre der CD-Vorteil der Playstation keiner gewesen. Außer einige echt große RPGs, die wären nach wie vor ein Problem geblieben. Ein RESIDENT EVIL 2 für N64 zeigt, dass die Konsole mit viel Modulspeicherplatz richtig stark war. Aber das ging eben erst zwei Jahre später, vorher war es unmöglich, vermutlich hätte das Spiel 400 DM gekostet.

Beim 16 Bit waren die 16 MBit oder gar 24 MBit Module ab 1994 der Tod für Neuentwicklungen, weil man für 149 DM einfach nix vermarkten konnte. Selbst STREET FIGHTER 2 TURBO wurde schon wenige Monate nach Release für 40 DM auf dem Grabbeltisch vertickert (habs exakt für 39,- gekauft Anfang 1995). Es gab rund fünf Spiele im Jahr, die Gewinn brachten (z.B. die EA Sportspiele), alles andere war ein Fiasko.
Deswegen ist der 16 Bit Markt rasant zusammengebrochen 1995/96, die Konsolen an sich hätten noch lange leben können, aber schon 1996 rentierte sich eher, so gut wie jedes Spiel (und wenn es nur "Kniffel" oder "Solitaire" ist, das auch ein Master System locker hinbekommt) auf die Playstation zu bringen, selbst wenn es dort nur vierstellige Verkaufszahlen hat. Selbst Jaguar CD hätte sich wohl noch eher für Spielefirmen gelohnt, als ein MD Modul.
« Letzte Änderung: Juni 10, 2021, 02:57:12 Vormittag von southflorida »



Clorell

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Ich liebe es, über solche Themen zu philosphieren.

Bei den Modulschluckern merkte man schon schnell, daß es abwärts ging. In Europa brach das Mega Drive gegen Ende 1994 extrem stark ein, während das SNES noch bis Ende 1996 durchhalten konnte und noch eine Menge guter Spiele brachte. Ich hatte damals bemerkt, als Sonic & Knuckles herauskam, war es dann mit dem Mega Drive wenige Wochen später vorbei. Nahezu alle Läden hatten das Mega Drive mitsamt Spielen in kürzester Zeit aus dem Sortiment genommen.

Mir war nur noch ein Laden bei uns bekannt, der noch Mega Drive-Spiele führte. Der hatte sogar noch Spiele wie Sonic 3D oder Virtua Fighter, die noch bis 1996 erschienen, aber sonst bekam man das praktisch nirgendwo mehr in der gesamten Stadt. Selbst unser einer Videospieleladen, der wirklich gut aufgestellt war, hatte praktisch keine Mega Drive-Sachen mehr, nur noch auf Bestellung.

Beim SNES erschienen aber noch in der Zeit von Sonic & Knuckles ab, bis Ende 1996 einige Kracher wie Mega Man X 2/3, Donkey Kong Country 2/3, Yoshi's Island, Terranigma, Lufia, Secret of Evermore, Mega Man 7, Killer Instinct, Street Fighter Alpha 2, Kirby's Funpak und über dem Teich auch noch solche Sachen wie Chrono Trigger, Final Fantasy VI, Kirby's Dreamland 3, Super Mario RPG und einige andere Perlen. Und das alles in der Zeit, in der auf dem Mega Drive zwar auch noch Spiele vereinzelt kamen, die aber praktisch kaum noch Beachtung fanden.

Klar, Modulspeicher wurde immer größer, aber gleichzeitig auch teurer. Wenn man bedenkt, daß Resident Evil 2 auf einem N64-Modul veröffentlicht wurde, ist das schon eine krasse Sache. Auf CDs war sowas natürlich kein Problem. Diese kosteten ja schon damals praktisch nichts im Vergleich zu einem Modul. Es war mühelos möglich, ganze Orchestralstücke und massig Filmsequenzen reinzunknallen. Ich weiß noch zu gut, wie sehr mich damals Rebel Assault II beeindruckte. Zwei CDs randvoll mit Filmszenen und Orchestralsoundtrack. Auf dem N64 war sowas in der Zeit undenkbar.

Kein Wunder also, daß sich nahezu alle wichtigen Firmen größtenteils von Nintendo abkapselten. Gerade Squaresoft, Enix, und Capcom, aber auch zahlreiche andere Firmen. Konami brachte zwar einige Spiele für das N64, aber auch da merkte man, daß im Grunde keiner mehr wirklich Bock hatte, auf dem N64 großartig an Spielen zu veröffentlichen. Ich liebe das N64 bis heute für einige Spiele, aber Welten wie auf der PSX waren dort einfach nicht möglich. Ein Suikoden, FF VII, Metal Gear Solid. All das kam ja nie für ein N64.
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Clorell

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Damals gab es ja noch das Sega-Magazin, welches ich jeden Monat gekauft hatte. Es fing aber schon so gegen 1994 an, daß hauptsächlich nur noch über den Saturn oder wenn überhaupt, über das 32X und deren Spiele berichtet wurde. Die Mega Drive-Spiele, die noch erschienen. Und das waren ja doch noch ein paar recht Gute, wie Sonic 3D, Shining Force oder Virtua Fighter, wurden praktisch kaum erwähnt. Da für mich ein Saturn aufgrund des Preises aber in weiter Ferne war, gab es für mich keinen Grund mehr, das Sega Magazin noch weiter zu kaufen.

Da ich aber ein SNES ab Mitte 1995 hatte und auch ein N64 gegen April 1997 herum, sowie einen PC, bin ich dann vollständig zur Zeitschrift Maniac gewechselt und zwecks PC, zur PC Games. Eine Weile später noch regelmäßig einige Zeit die N-Zone. Und siehe da, auf dem SNES kamen immer noch in den Zeitschriften große Berichte über neue, großartige Spiele, wie schon von mir beschrieben.

Man muß sich mal überlegen. Auf dem SNES ging es eigentlich erst steil bergab, als das N64 im März 1997 herauskam, aber da war das Mega Drive schon lange in Vergessenheit bei uns. Und selbst der Saturn bildete in Deutschland schon eher ein Schattendasein neben der PSX und dem N64. Die PSX wurde unglaublich stark und als das SNES dann gegen 1997 verschwand, sah man ja, wie unglaublich stark die PSX ihre Macht ausbauen konnte.

Ich bin erst 1998 bei der PSX eingestiegen. Als ich aber das Teil hatte, war es bei mir auch mit dem N64 größtenteils schon wieder vorbei. Zu verführerisch war die CD-Technik der PSX. Musik-CDs abspielen, Videospiele mit CD-Klang und Videosequenzen. All das störte mich dann beim N64 irgendwie massiv, daß es das nicht gab. Die PSX hat zurecht ihre absolute Macht auf dem Markt erreicht. Großartige CD-Technik, gigantische Spielewelten und nahezu alle Hersteller vertreten.
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Ja, schon der Hammer irgendwie. Da das SNES noch bis Ende 1996 richtig große Knaller bekam, hatte ich auch noch kein wirkliches Interesse an PSX oder Saturn. Klar fand ich die CD-Technik mit ihrem ganzen Drumherum sehr interessant, aber das SNES hatte einfach noch so viel zu bieten, wenn auch halt "nur" mit 16-Bit-Technik, bzw. Bitmapgrafik. Aber das störte mich gar nicht.

Und was Sega angeht. Nein, einen Vorwurf mache ich ihnen in Bezug auf das Mega Drive nicht. Wenn man bedenkt, wie lange das Mega Drive vor dem SNES schon auf dem Markt war, ist es schon beachtlich, daß es noch bis Ende 1994 gut mithalten konnte. Ich verstehe Sega vollkommen, daß sie nun einmal den Saturn an den Mann bringen wollte. War ja auch damals eine ziemlich beeindruckende Maschine. Immerhin konnte das Teil mittels Zusätzen sogar Video-CDs abspielen, ins Internet gehen und sogar eine Speichererweiterung benutzen. Das alles ging auf der normalen PSX alles nicht.

Man kann Sega höchstens vorwerfen, daß ihr Marketing einfach mies war. Und das schon zu Saturn-Zeiten. Bei der Dreamcast war es ja noch viel schlimmer, wenn ich zum Beispiel an die Werbung mit dem Friseur im TV denke, wo keine wirklich wußte, was das nun wirklich sein soll.
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Das SNES wurde von Nintendo "künstlich" am Leben gehalten, weil Ende 1994 noch überhaupt kein greifbarer Entwicklungsstand für deren Nachfolgekonsole gegeben war. Ich glaub, damals hat noch kein einziger Mensch dafür entwickelt, es war nichts absehbar. Selbst zur ShoShinkai Ende 1995 war das Ding ja überhaupt nicht fertig.
Sony und Sega hingegen standen in Japan mit ihren 32-Bit Konsolen in den Regalen.

Bei den 3rd Parties war auf dem 16-Bit Markt (egal, ob MD oder SNES) Ende 1994 einfach nichts mehr zu holen, weil man nicht mehr zu vernünftiger Kosten-Relation Module produzieren konnte. 16-Bit war Ende 1994 totgeweiht und auch reichlich veraltet und es gab im Grunde auch keine Impulse mehr, das "zweihundertste Jump&Run" zu machen (und vor allem davon etwas in brauchbarer Menge zu verkaufen)... auch ideentechnisch war man damals am Ende.

Eine Indy-Scene wie heute gab es überhaupt nicht, nicht im Ansatz, jedes Modul musste bei Sega bzw. Nintendo produziert werden, und zum Vollpreis an den Start gehen, was alleine bei den Erfolgssausichten horrend war, angesichts voller Regale bei den Händlern, die Mühe hatten, die Masse von bereits veröffentlichen Modulen überhaupt noch zu halbwegs brauchbaren Preisen loszuwerden.

Also konnte man auch kein "kleineres" Spiel (weniger Aufwand) bringen, bzw. selbst ein PUYO PUYO musste halt erstmal zu 119,- starten, was nicht unbedingt ernstgemeinte Erwartungshaltung bezüglich Verkaufserfolg brachte...

16-Bit wäre m.E. auch ohne Playstation, Saturn und Co. 1995/96 kollabiert (wie Atari im Jahrzehnt davor), bzw. in den  Nischenbereich gerutscht (wie Neo Geo).


Clorell

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Nik, ich bin mir da nicht so sicher. Für das Mega Drive galt das bestimmt, daß es 1994 praktisch nichts mehr zu holen gab. Man konnte ja regelrecht feststellen, daß es mit dem Mega Drive Ende 1994 auf einmal ganz plötzlich zu Ende ging. Schon Mitte 1995 hatte kein Laden mehr Mega Drive-Geräte, geschweige denn Spiele. Mir war nur noch ein Laden bekannt, der sogar noch bis 2000 eine Reihe an MD-Spielen hatte. Der hatte noch viele Klassiker und auch solche Spiele wie Virtua Fighter oder Sonic 3D.

Daß das SNES natürlich von Nintendo künstlich am Leben gehalten wurde, stimmt schon. Aber daß auf diesem bereits 1994 nichts mehr zu holen gab, ist so nicht richtig. Hast Du Dich mal ernsthaft mit dem SNES und seinen Spielen ab 1994 befaßt? Hast Du Dir mal angeschaut, was für Granaten noch bis Ende 1996 herauskamen? Das war eine ganze Menge. Ein paar davon habe ich ja bereits aufgezählt.

Wenn ich alleine schon 1994 an Super Metroid denke, Donkey Kong Country, oder Mega Man X 2 und diverse große Rollenspiele. Die haben qualitativ so ziemlich alles andere weggefegt. 1995 herum hatte die PSX nocht nicht so wirklich was zu bieten, das einem wirklich großartig weggehauen hat. So richtig stark wurde die PSX Ende 1996, Anfang 1997. Im Grunde eigentlich in der Zeit, als Final Fantasy VII herauskam. Da konnte man sich vor Knallern nicht mehr retten.

Ich bin Playstation-Fan bis heute, keine Frage. Und die Kisten von Sony waren im Grunde seit Anbeginn das, was das SNES einst war. Aber Damals, bis etwa zum Schluß des SNES, hatte die PSX einfach noch keine massig guten Spiele wie das SNES. Daß der 16-Bit-Markt natürlich auch ohne die 32-Bit-Geräte eingebrochen wäre, ist klar. Die Technik war ja schon in die Jahre gekommen.
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