The Last of us II [PS4]
Ich bin jetzt schon recht weit fortgeschritten laut meiner Frau. Das Spiel dreht geschichtlich ganz schön auf und könnte fast schon ein guter Hollywood-Film sein. Ich kann Ellies Beweggründe gut nachvollziehen, warum sie so agiert. Sie hat eine Menge erlebt und dann kommt das in Teil II dazu. Das ist schon ganz schön starker Tobak. Das Erlebte macht selbst einen psychisch starken Menschen mit der Zeit bestimmt kaputt und läßt auch stark abstumpfen, wenn man bestimmte und grausame Taten verüben muß.
Im zweiten Teil hat man schon recht am Anfang einen Haßcharakter. Mann will diesen Charakter töten, für das was er getan hat...Bis man diesen Charakter selbst spielt und seine Beweggründe ebenfalls kennenlernt. Und ja, man beginnt es zu verstehen und kann es sehr gut nachvollziehen, warum Abby den vermeintlich guten Joel getötet hat. Des Weiteren kommt ja hinzu, daß Abby auch noch als Soldat dient. Zivildenken und militärische Befehle sind zweierlei Stiefel, die manchmal aber natürlich dennoch zusammenlaufen. Ellie ist in vielen ihrer Handlungen recht rücksichtslos.
Abby dagegen ist in ihrem Handeln doch sehr menschlich geblieben und kümmert sich um ihre Leute, sogar um Menschen, die sie im Grunde eigentlich nur als Feinde vorher kannte. Sie ist nicht das kalte Monster, für das man sie am Anfang noch hält. Im Gegenteil, ich finde sie sogar wirklich sympathisch. Sie gefällt mir von ihrer Art her. Sie ist im Grunde kein schlechter Mensch. Sie macht Fehler, ja, wie jeder andere auch. Mir hat zum Beispiel gefallen, als sie meinte, daß sie auch gerne jemanden hätte, der sie liebt. Das kam auf mich sehr menschlich rüber. Naughty versteht es sehr gut, mit den Emotionen eines Spieles zu spielen. Das muß man erst einmal hinbekommen, daß der eigentlich ursprüngliche Haßcharakter doch zum Sympathieträger wird. Ich bin mal richtig auf die letzten Stunden im Spiel gespannt.