Das Spiel ist schon bei einigen umstritten, trotz Traumwertungen.
Ich persönlich fand das einfach spielerisch Mist, dass ich Leute töten MUSS und das Ganze auch einem aufgezwungen wird. Mickey Mouse tötet zwar auch andere beim Wurf mit Murmeln, aber TLOU2 war einfach sowas, wo man im Grunde angeschrien wird: Töte.
Ich hab 150x RE2 durchgespielt und man kommt durch das Spiel, ohne sinnlos zu töten. Obwohl das Spiel Horror und Gewalt darstellt, ist im Grunde "nicht zwingend" die Morderei notwendig (aber klar, man kann sie in den Mittelpunkt stellen). Bei TLOU2 ist es anders. Bei dem Spiel hab ich schlechte Laune bekommen.
Die Entwickler hatten auch vorab gesagt: bei TLOU1 geht es um Liebe, bei TLOU2 um Hass.
Aber soll ich mich tatsächlich in jemanden versetzen, der/die Hass verbreitet? Hab im Leben doch schon genug davon und versuche eher runterzukommen. Muss ich dann so ein Spiel mir antun? Zumal es ja nicht "ich" bin, für den ich die Morderei ausführen soll, sondern für Charaktere, die ich jetzt auch nicht unbedingt gerade 110% symphatisch finde.
Spielerisch hat das Ganze mich massiv genervt. In die Länge gezogene Abschnitte (20,30,40? Stunden) mit eigentlich immer dem gleichen Inhalt. Das war schon bei TLOU1 nicht optimal, aber da überzeugte mich letztendlich das Spiel.
Toll sind in TLOU2 einige Schauplätze: morbide, verfallene Städte. Aber da scheitert die z.T. perfekt gestaltete Welt an den Limitationen der Hardware: ich laufe durch einen atemberaubend gut gestalteten Wald, aber kann nur einen Weg geradeaus gehen? Ich laufe durch eine mittelgroße Stadt, aber es bleibt auch nur EIN Weg, weiterzukommen, und ich MUSS dafür auch die Leute über den Haufen schießen, statt "400 m weiter westlich" einfach daran vorbeizugehen...?
Oder: im Theater (war es glaub ich?) findet man zwischenzeitlich Unterschlupf. Statt rauszugehen oder so, muss man jetzt das machen, was das Spiel will. Schon bei TLOU1(Spoiler): ich bin im Krankenhaus, vor mir steht die böse (gute?) Person. Aber statt mir die Wahl, die Handlung zu überlassen, wird dann eine Videosequenz abgespielt...
Nö...
Ich fand das Spielprinzip letztendlich einengend, destruktiv, repetetiv. Im Grunde ist es – etwas überspitzt, jaja – fast wie ein FMV Spiel einst auf 3DO oder Mega CD. Der Weg zum Ziel ist im Grunde so eindimensional wie der in Super Mario Bros. Nur macht SMB Spaß und erfreut die Herzen. Und dauert nicht 40 Stunden...