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OneDrive for Business / Erfahrungen und Neuland in der MS Cloud

Gast · 3 · 2981

southflorida

  • Gast
Für 4,20€ pro Monat einen Nutzer in die Wolken schicken... ich habs probiert.

Aber von vorne: für 0€ kann im Grunde jeder sich bei MS die Cloud geben. Die "Basis Cloud" hat jeder Windows 10-Nutzer sogar bereits vorinstalliert, kann sie sofort nutzen; ab Windows 7 und auch am Mac kann man sich die OneDrive Applikation herunterladen. Das dürfte für die meisten ausreichen, 5 GB Speicher sind ziemlich ok und bei entsprechender Einstellung wie ein normaler Ordner z.B. auf dem Desktop nutzbar. Eine komfortable Sache für Datentausch zwischen mehreren Systemen und z.B. besser zu handhaben als "E-Mail". Und super für Backups.

Das nächstgrößere, kostenpflichtige, Angebot ist glaub ich bei 2€ pro Monat und bietet bereits satte 1 TB Speicher.

Für mich jedoch war die Business-Variante wichtig, weil es um Team-Nutzung geht, und diesbezüglich (streng genommen) lizenztechnisch produktive gewerbliche Arbeit mit der privaten Version ähnlich ausgeschlossen ist, wie bei einem "Photoshop für Schüler". Zumal es für die Business Version div. Administrationstools gibt und man kann es in über einem Dutzend Varianten mit Office kombinieren, es gibt sehr fein abgestufte Pakete: im Geschäft gibt es z.B. MS Office "Business Premium", die nächst kleinere Version ist die Home-Variante. Im Zusammenhang mit den OneDrive-Plänen kann man z.B. "Office Business" erwerben, das ohne Exchange usw. kommt (braucht nicht jeder), aber alle Office Applikationen incl. Access und Publisher mitbringt, aber halt nur etwa 2/3 von "Business Premium" kostet.

Doch was in der Theorie gut klingt, wird in der Praxis schnell hakelig. Ernüchterung stellte sich schnell ein. Vielleicht kann manches von dem, was ich schreibe, anderen in ähnlichen oder anderen Anwendungsszenarios (auch in anderen Clouds) weiterhelfen...

Die Lizenzierung und Rechnungsstellung ist unübersichtlich. Auf dem ersten (und auch auf dem zweiten) Blick sehe ich bei MS nicht, wie lang eine Miet-Lizenzierung noch gilt. Ob MS bereits abkassiert hat für eine bestellte Leistung, ist auch nicht zu sehen. Wer mehrere oder gar viele Lizenzen verwaltet, dürfte schnell verzweifeln.

Was gut klappt, ist die Ersichtlichkeit, welche "Mitbenutzer" der Business Cloud (und das ist ein Unterschied zu den billigeren "Privatvarianten") gerade eine Lizenz für jeweils was haben, bzw. wie viele Lizenzen existieren. Das kann die pure OneDrive-Cloud sein oder halt ein Office365 oder auch Office2019. Das Schöne ist, man kann recht flexibel Lizenzen zuteilen und entziehen. Es gibt nicht den Stress mit Product Keys, der sich einstellt, wenn man "einzeln" Office kauft und irgendwo installiert. Der jeweilige "Business Cloud-Nutzer" ist verknüpft mit der Office Lizenz und solange kann er auch Office installieren und ist da mit seinem Benutzerprofil drin. Wer hingegen Office2019 kauft, der hat eine Lizenz auf Ewigkeit und zahlt dafür, auch wenn es nicht genutzt wird.

Verzweifeln will man wieder beim "Teilen" der Daten. Jeder lizenzierte Cloudnutzer kann ein TB Speicher haben, easy und fein... viel wichtiger wäre mir jedoch, dass "alle" Nutzer einfach auf "einen" der Cloudspeicher kommen... das geht per etwas bis sehr umständlicher Freigaben per Link, aber funktioniert bei weitem nicht so gut, wie ich dachte. Umständlich müssen E-Mail-Adressen der Benutzer angegeben werden und das Admin Center mit ca. "einer Million Seiten Text" wirkt alles andere als aufgeräumt. Man kann "Gruppen" erstellen (mehrerer Nutzer), aber wer jetzt dachte, die kommen nun an einen gemeinsamen Ordner...? Nö. Wozu die "Gruppen", erschliesst sich mir (noch) nicht.

Der Wahnsinn, dass MS seit geraumer Zeit zwischen lokalen und nicht-lokalen Benutzerkonten schon in Windows unterscheidet, macht es nicht einfacher. Schon das lokale Profil des selben Nutzers unterscheidet sich, für die Cloud wird nun ein weiteres Profil nötig (siehe die Sache mit dem Product Key weiter oben), denn einfach z.B. ein bestehendes MS Konto nehmen, klappt nicht...Schon immer war MS chaotisch, was schon in den zig Änderungen der Xbox360-Oberfläche deutlich wurde und der wdh. Erfindung und Auflösung div.Dienste (wer denkt an "Zune", "Groove", "music") usw.

Mein Ziel wäre hier, irgendwann ein "Laufwerk" online zu haben, in dem mehrere bis viele Leute bequem arbeiten können. Bis dahin ist es bei all den Hürden noch ein gutes Stück.
« Letzte Änderung: März 06, 2020, 12:04:35 Vormittag von southflorida »



SHiNjide

  • Gast
Kurz ein paar Tipps: User Management läuft einfacher wenn man bereits eine onpremise Active Directory nutzt und pflegt und diese mit der Azure AD synct. Die Gruppen mache dann natürlich auch viel mehr Sinn, weil man eh schon diverse Berechtigungen darüber steuert (Abteilung XY bekommt Drucker XY, darf auf Share XY von Fileserver XY, etc.).

OneDrive: Lass OneDrive sein, was es sein will, also ein persönlicher Cloudspeicher. Wenn du Bereiche willst, auf die die ganze Firma, Abteilungen oder sonstige Gruppen (da sind sie wieder!) zugreifen sollen, nutze lieber SharePoint-Dokumentbibliotheken. Das geile daran ist, dass sich das alles über Office 365 Groups steuern lässt (Teams, Yammer oder Outlook) und man somit extrem wenig Admin-Aufwand hat. So kannst du auch ganz simpel dein Laufwerk online haben, wie du geschrieben hast.