Horizon Zero DawnIch hätte nicht gedacht, dass ich Horizon nochmal spielen würde.
Seinerzeit in 2017 herausgekommen wo massig andere, interessantere Spiele released wurden hat es auf mich immer einen Eindruck von "Steinzeit" und "Gewollt aber nicht Geschafft" hinterlassen.
Ich meine Guerilla Games, ein Studio, welches nur an Shootern gearbeitet hat soll jetzt ein Open World entwickeln? Mit Maschinen als Gegner? In einer Post-Apokalypse? Neee, komm lass stecken.
Die Erkenntnis die jetzt nach knapp 35 Stunden übrig bleibt ist aber eine andere. Ich hoffe, dass GG für den Nachfolger auf den positiven Features aufbaut und vor allem Ihren eigen Gameplaystil weiterverfolgt.
Horizon`` s Story hat mich überraschenderweise kalt gelassen. Ihr übernehmt die Rolle von Aloy, welche Verstoßene, Kriegerin und zum Schluss Weltenretterin ist. Ich kann schon Ihre Motivation verstehen, die Suche nach dem eigenen genetischen Code und die Wahrheit über dem namensgebenden "Zero Dawn". Mein Problem mit der Geschichte ist, dass Sie mich nicht abgeholt hat. Es interessierte mich quasi gar nicht was aus der Menschheit geworden ist. Die ganzen im Spiel vorkommenden Völker sind in meinen Augen aus einem B-Movie entsprungen, interessante Charaktere suche ich vergebens. Sogar Aloy ist die meiste Zeit austauschbar und kein Vergleich zu anderen Open World Charakteren. Die Nebencharaktere sind alle nicht der Rede wert. Die meisten habe ich schon vergessen und verdrängt. An einen Dutch, Rittersporn oder an Trevor erinnere ich mich heutzutage immer noch.
Was aber klappt ist die Art und Weise wie mir die Geschichte erzählt wurde. Ich werde nach A und B geschickt, lerne jemand neuen kennen und darf mich dann stellenweise an langen Fußmärschen zu meinen Ziel nach C begeben. Diese Form der Storyentwicklung mithilfe der Welt weiß zu gefallen und verfolgt den ganz gegensätzlichen Ansatz als ein Breath of the Wild. Leider fehlen bei Horizon auch spannende Nebenquests. Es gibt sie aber besonders beeindruckend oder fantastisch erzählt ist aber was anderes. Absolute Open World Standardkost. Das Tolle jedoch: Die ganze Map ist nicht vollgemüllt mit Nebenquests, erschreckend wenige sind im Gegensatz zu den beiden letzten Assassins Creed Spielen zu finden. Und DAS ist eine super Sache.
Weniger ist eben mal mehr.
Das kann ich aber auch über die Oberwelt sagen. Vergleicht man diese mit den anderen Open World Spielen, merkt man wie klein, kompakt diese Welt ist.
Alles hat seinen Platz, viel Abwechslung wird geboten, wenn auch die Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen meist sehr plötzlich sind. Organisch und besser gelöst macht es die Konkurrenz. Und dennoch ist die Welt eine der größten Stärken des Spiels. Man ist hier zu keinen Zeitpunkt überdrüssig, man hat immer das Gefühl die Welt in einer
normalen Spielzeit zu erforschen und durch das Verfolgen der Hauptquest wird man sowieso an fast allen Ecken der Welt geführt. Die ganzen Nebenaufgaben und Sammelzeug ist hier nicht nötig wenn man keine Lust drauf hat. Die Gefahr etwas zu verpassen ist ausgeschlossen was eine tolle, neue Richtung in GGs Open World Interpretation ist.
Gekämpft wird gegen andere Stämme oder gegen die auf der Welt lebenden Robotermonster. Diese sind Tieren nachempfunden und stellen den Hauptfeind der Welt dar. Hierbei unterscheiden diese sich von Größe, Stärke, Lebensraum und Taktik. Während die kleinen Läufer sogar mit Lanze kleinzukriegen sind, sieht es bei Verderbern oder Schnappmäulern anders aus. Hier muss durch cleveres Ausspähen mittels VR der Schwachpunkt gefunden werden. Ist das Vieh anfällig gegen Feuer oder Eis? Welche Komponenten am Körper sollten zuerst mit dem Bogen abgeschossen werden, welche sind schwer zu erreichen?
Durch dieses Feature erhalten die Kämpfe eine gute, taktische Komponente. Und ja, es macht Spaß ein Riesending mittels cleverem Beschuss in die Knie zu zwingen und sich danach wie der größte Jäger unter Gaias neuer Erde zu fühlen.
Grafisch gehört Horizon mit zum Besten was die PS4 darstellen kann. Alle Umgebungen sind fantastisch anzusehen und eine Wohltat für die Augen. Die Sonne bricht durch Bäume, blendet dank HDR und das Gesamtbild sieht plastisch und dramatisch aus.
Auch bei Nacht beeindruckt der Sternenhimmel und die Umgebung wird latent durch das Mondlicht beleuchtet wodurch es nie so richtig dunkel wird was dem Gameplay zu Gute kommt. Kritisierbar sind die etwas steifen Gesichtsanimationen und die doch häufig auftretenden Pop Ups. Dafür sehen Aloys Haare absolut State of Art aus.
Ich bin froh Horizon gespielt habe. Mich beeindruckten die komprimierte Spielzeit (knapp 35 Stunden), die Weise wie die Welt ins Gameplay eingebunden ist und die taktischen Kämpfe. Ich hoffe, dass sich vor allem Ubi Soft an der Formel etwas abguckt. Ein AC Odyssey war natürlich atemberaubend (ganz Griechenland

) aber eine kleinere, kompakte Welt mit nicht zugemüllten Aufgaben und strafferer Spielzeit...ja das wäre mal wieder nice. Deswegen etrachte ich Horizon auch nicht als reines Open World Spiel. Eher als etwas ausschweifenderes Action Adventure welches Genug Platz und Möglichkeiten bietet mehr zu machen.
Ich finde den Ansatz von GG absolut toll und stellenweise mutig.
8/10