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Welches Spiel habt Ihr zuletzt durchgezockt?

Gast · 1489 · 422175

PHX

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Bei Oddyssey fehlt mir irgendwie, dass es unterschiedliche Level gibt. Es ist schon ganz nett und cool gemacht, aber diese Vielfalt aus früheren Marios war da nicht mehr drin.
Hm? Die Level in Odyssey sind doch wahnsinnig unterschiedlich zueinander?

Ich fand SMO saugut. Ich hab' allerdings G1+G2 auch nicht wirklich gespielt leider. Das muss ich doch noch wann nachholen - ich hoffe ja immer noch auf einen Switch-Port ...


Clorell

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Vielleicht ist es auch das. Keine Ahnung? Wenn ich Mario 64 sehe oder Galaxy, dann denke ich einfach nur "Geil, ich will zocken.". Ist aber mit Zelda genauso. Das "Breath of the Wild" war ebenfalls das erste Zelda der Hauptreihe, das ich abgebrochen hatte. Der Funke sprang nicht über. Das Remake von Link's Awakening hatte mir allerdings richtig gut gefallen. Ich merke aber seit einiger Zeit, daß bei mir so eine Art Nintendo-Müdigkeit gekommen ist, wenn es um die üblichen Marken geht.
Möge die Macht mit Dir sein.


Madness

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Bei Oddyssey fehlt mir irgendwie, dass es unterschiedliche Level gibt. Es ist schon ganz nett und cool gemacht, aber diese Vielfalt aus früheren Marios war da nicht mehr drin.
Hm? Die Level in Odyssey sind doch wahnsinnig unterschiedlich zueinander?

Wundert mich auch gerade. Kann es sein, dass du Galaxy meinst?



Madness

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The Last of Us Part II



Masterpiece!

Gameplaytechnisch besser als das Original, Story und Charaktere gefielen mir im Vorgänger besser. 38 Stunden hab ich gebraucht. Für ein "lineares" Single Player Game. Rekord!

Die Welt und ihre Bewohner sind eine wahre Augenweide mit Details detailliert bis ins kleinste Detail. Angefangen mit den Waffen, die man alle am Körper sieht. Größere Gegenstände werden im Rucksack verstaut. Sind sie zu groß, steht auch mal der Schlauch vom Kanister heraus. Hat man 4 Pfeile, sieht man 4 Pfeile in dem Rucksack stecken.

Dann noch die unzähligen Kleinigkeiten. Geht man rückwärts die Treppe hoch, schaut sie zurück auf die Stufen. Strahlt man den Partner mit der Taschenlampe an, kneifen sie die Augen zu, halten die Hand hoch oder gehen auch aus dem Licht. Der eigene Gesichtsausdruck ist bei jeder Aktion anders.

Ich mag sowas wie verrückt, wenn man die ganze Zeit über etwas Markantes in der Ferne sieht und sich denkt "bin gespannt, ob ich da mal hin komm". Zum Beispiel, so wie der große Baum in The Witcher III. Hier war es der umgestürzte Kran zwischen den Wolkenkratzern, den ich schon sehr früh immer mal wieder im Hintergrund gesehen habe.

Auseinandersetzungen mit Menschen fühlen sich sehr realistisch an. Ständig unterhalten die sich, rufen sich gegenseitig zu, ob alles in Ordnung ist. Wird jemand verletzt oder eine Leiche entdeckt, schreien die Augenzeugen mal den Namen des Opfers und die restlichen Kammeraden herbei. Beim Angriff werden sich gegenseitig teilweise sehr explizite Kommandos zugerufen.

Gibt's Clicker zusammen mit Menschen oder Runnern, kann man diese als Schutzschild nehmen und wenn der Clicker angreift, wird die Person im Arm dem Angreifer vorgeworfen.

Das erste Aufeinandertreffen mit den Stalkern fand ich sehr geil. Komplett dunkle Büroräume, nur von der Taschenlampe erhellt. Spannende Musik, ab und zu ein Kopf, der an einer Ecke oder hinter einer Tür zu sehen ist und dann schnell wieder verschwindet. Plötzlich huscht was auf allen vieren zwischen den Schreibtischen vorbei. Merkwürdige Laute hier und da.

Ich bin einer, der in jede Schublade guckt. Da die Level sehr weitläufig sind, waren meine Taschen immer voll mit Munition, Waffen, und Materialien.

Story
Ich hätte mir auch lieber eine andere Story gewünscht, aber ich beschwer mich nicht. Eins ist klar, von der wird man noch in 10 Jahren reden.

Der Moment, wenn man als die Person spielen muss, die man am meisten hasst. Mir ging's wahrscheinlich wie 99% aller anderen Spieler und hatte überhaupt kein Interesse, für sie und ihre Freunde Sympathie zu entwickeln. Metal Gear Solid 2 Effekt (wann spiele ich endlich wieder als Ellie?). Als dann auch noch der Moment kommt, wenn man gegen Ellie kämpfen muss, hab ich erstmal Pause gedrückt und ein paar Minuten gedacht, ich will nicht weiterspielen. Ich hätte denen auch zugetraut, dass man die tötet (möglichst langsam erwürgen) - Credits.

Und trotzdem fand ich es am Ende falsch, Abby zu töten. Als man die dann auch noch völlig gebrochen und abgemagert auffindet. Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich fühlen soll.

Am Ende hat Ellie nichts mehr und ist allein - was sie am meisten gefürchtet hat. Kann nicht mal mehr Gitarre spielen, das letzte was ihr von Joel geblieben ist. Der Preis der Rache.


southflorida

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War bei dem Spiel dann noch nicht bei meinem hier beschriebenen Liasis ganz raus, sondern einen Tag oder so später.
Das war im Krankenhaus in Seattle, wo man "plötzlich" einer anderen Person hinterherrennen "muss", und wenn man das nicht tut, gibt es unvermittelt ein "GAME OVER". In Ernst. Das ist so wie Pacman, man geht einen Level an und die Geister haben einen noch nicht gefunden, aber jetzt ist "einfach mal so" trotzdem schon vorher Game Over, Doofmann.  :-\ Nee.
Nerviges Gameplay, dass sich bis nach etwa 13-14 Stunden immer gleich war. Ein Hangeln von Script zu Script.
Dazu wie von mir anderweitig beschrieben eine einzige Gewaltorgie, oft sogar ohne Alternative zur Gewalt, weil man doch einige Abschnitte nur beenden kann, wenn man alle bestialisch ermordet hat.
Und dann noch die hochgelobte Story (hab Fortgang/das Ende gelesen, war * spielerisch angeödet * während Seattle day2 raus): wir haben eine Göre, die im Hass erstickt, weil Joel ermordet wurde. Ok, verständlich. Beim Walk durch Seattle, dem geplanten Rachefeldzug gegen Abby, unterhalten die beiden Girls sich, während sie an einem einzigen Tag Dutzende (!) Menschen bestialisch ermorden, und wdh. selbst nahe dran sind, ermordet zu werden, über Qualität von Küssen, über Musik und über Beziehungen. Ahja, äh, okay... Das soll nun die übergroße Story sein, wie unisono geschrieben wird? Nö, das mit den Motiven und Beweggründen zweier Seiten, die man dann auch spielerisch später halt aus der Sicht von Abby erlebt, ist eine ganz ordentliche Story, die sicher den einen oder anderen Vorabend Krimi gekonnt schlägt; aber Mädels, lasst die Kirche im Dorf, das ist jetzt nicht der Game Changer im Gaming Bereich. Auch ein ULTIMA VI hatte schon 1990 eine tiefgehende Geschichte mit sehr unerwarteten Wendungen, auch wenn das grafisch heute keinen mehr umhaut (damals war es ähnlich  beeindruckend wie heute ein TLOU2).

Hab TLOU1 sehr geschätzt (mehrfach durchgespielt), TLOU2 hat mich ziemlich enttäuscht und auch geärgert. Grafisch wohl mit Abstand die neue PS4 Referenz, sehr hochwertig produziert, das sei auch keineswegs abgestritten, ich sag nicht, dass da nicht viel Mühe drinsteckt und man sich wirklich Gedanken gemacht hat; aber viele Dinge m.E. ärgerlich, und bei "so vielen" Dingen ziemlich eindimensional. War schon beim Vorgänger so ein Ding, dass du eine "richtig brutal krasse" Entscheidung nicht selbst treffen darfst. DAS wäre "Interaktivität" gewesen, so bleibt es ein Film, der ewig in die Länge gezogen ist, bei TLOU2 durch nunmehr 30 oder 40 Stunden sich immer gleich spielender Abschnitte sogar ziemlich dröge.
« Letzte Änderung: Juli 01, 2020, 11:50:06 Nachmittag von southflorida »


Clorell

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The Last of us - Part II [PS4]

Ich habe jetzt knapp 42 Stunden gebraucht, um das Spiel durchzocken. Meine Fresse, hat das Spiel geschichtlich noch einmal massiv angezogen, was die Geschichte angeht. Was für ein Finale. Naughty Dog hat verdammt gute Geschichten parat. Wahnsinn. Die Beweggründe der Charaktere konnte ich auf beiden Seiten richtig gut nachvollziehen. Ob jetzt Ellie oder Abby die Böse ist, beide, oder vielleicht doch keiner, das darf jeder für sich entscheiden. Ich glaube, so ziemlich jeder hätte genauso gehandelt in so einer Welt ohne Gesetze.

Die Geschichte läßt Interpretationsspielraum und wohl eine Möglichkeit der Fortsetzung. Ob die ganzen Aktionen von Seiten Ellies nun Sinn gemacht haben oder nicht, kann man sehen wie man will. Abby hat mir aber alles in allem besser gefallen und mich menschlich gesehen sehr überzeugt. Sie hat im Endeffekt noch wesentlich mehr verloren, als Ellie. Ihre ganze Truppe war später gegen sie und wollte sie töten, ihre ganzen Freunde und gute Kameraden gingen drauf und sie selbst wäre auch um ein Haar gestorben. Sie hat sich für Kinder der gegnerischen Partei entschieden und für die gekämpft. Das sind alles Gründe, die mich voll und ganz überzeugt haben. Das Ende hinterläßt eine Gewisse Traurigkeit. Ein großartiges Spiel zum Ende der PS4-Ära.

Ich vergebe da 9 von 10 Racheaktionen.
Möge die Macht mit Dir sein.


SegaMan

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The Witcher 3 - PS4


Zum 2. mal durchgezockt.
Wird nie langweilig und die WELT und die LEUTE..... sagenhaft!

Eine absolute Perle und die Dichte der Geschichte rund um Gerald und Ciri ist einfach nur ein Traum.

10/10


der spirit

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The Last of Us 2

Ich wollte nicht sofort, nachdem der Abspann lief, mich an mein Review zum Naughty Dog Werk The Last of Us 2 dransetzen.
Meine Gedanken wollten erstmal frei sein, sich finden. Und mit voranschreitender Zeit blitzen mal mehr, mal weniger erinnerungswürdige Szenen durch den Kopf.
Oft habe ich mich aber auch gefragt was für Antigamer das Spiel mit Wertungen von 3.5 bewerten?
Oder ob mir in Summe dieser Teil mehr gefallen hat als der Erstling welche jetzt schon gut 10 Jahre alt ist und nicht so viele Sachen anders machte.
Dementsprechend habe ich mir etwas länger Zeit mit meiner Niederschrift gelassen und möchte euch erklären wieso TLoU 2 einer der besten Exklusiv Titel für Sonys Konsole ist.

Es ist mehr als magisch und ehrfurchterregend wenn man die ersten Schritte oder Storysequenzen nach Starten des Spiels erlebt. Es geht langsam, mit einem fast gemächlichen Tempo voran. Nebenbei werden wichtige Charaktere eingeführt, das Fort in dem Joel und Ellie nun leben bekommt seine Einführung und erste Storywegpunkte bekommt Ihr als Spieler vorgesetzt.
Teil II macht einige Jahre dort weiter wo sein Vorgänger aufhörte. Wir erinnern uns: Ellie ist immun gegen die Mutationen die durch ein neuartiges Virus hervorgerufen werden und Menschen in infizierte, hirnlose Fleischfresser verwandelt. Durch die Fireflys, einer Gruppe Weltenverbesserer/Militanten, soll ein Gegengift hergestellt werden. Bei diesem Vorhaben würde Ellie ihr Leben lassen was Joel gar nicht gefällt. Kurzerhand stürmt er in den Operationssaal, tötet die Ärzte, krallt sich die bewusstlose Ellie und verschwindet kurzerhand mit Ihr. Im letzten Gespräch lügt Joel Ellie über die Fireflys an und so endet eines der großen Meisterwerke der PS3 Ära.
Es sind nun 4 Jahre vergangen. Joel und Ellie führen ein weitgehend getrenntes Leben. Zu schwer lastet Joels Lüge und Verrat an Ellies Wunsch die Menschheit zu retten.
Wie entzerrt man diese festgefahrene Situation? Man stellt dem Spieler neue Leute vor. Da wären zum einen Dina, Ellies Freundin oder Jesse, Ellies Ex-Freund mit denen schon in den ersten Spielstunden Bekanntschaft gemacht wird. Auch alte Charaktere wie Joels Bruder Tommy oder seine Frau Maria sind mit vor der Partie.
Was aber seltsam, fast wie ein Sakrileg daherkommt ist die Tatsache, dass wir Anfangs auch die Rolle einer neuen, unbekannten Blondine übernehmen. Sie ist mit einer Gruppe in den verschneiten Bergen Jacksons unterwegs und immer wieder werden wir Zeuge wie sie auf der Suche “nach jemandem” sind. Und immer mehr bekommen wir als Spieler ein mulmiges Gefühl.
Nach dem ersten Storyhöhepunkt, welcher dramatischer, spannender und perfekter nicht hätte inszeniert werden können geht das Spiel nun den weiteren Weg und verfrachtet uns nach dem Tutorial in die verlassene, fast schon tote Stadt Seattle. Hier erlebt der Spieler den Großteil des Abenteuers, knapp 25 Stunden dauert es dieses Meisterwerk durchzuspielen.

The Last of Us 2 ist schonungslos, recht brutal und lässt sowohl in den Cutscenes als auch beim Spielen ein flaues Gefühl im Magen. Nicht selten ertappte ich mich besonders in den ersten Spielstunden dabei nun eine Pause einzulegen da die Darstellung des Überlebenskampfes kombiniert mit der dichten, apokalyptischen Atmosphäre mit deren Bewohnern, der Aussichtslosigkeit einen stark mitnimmt. Nach dem Tutorial wollte ich erst gar nicht weitermachen so sehr lagen meine Nerven blank. Ich konnte es nicht fassen, was Naughty Dog da gemacht hat.
Das bewerte ich jedoch in keinster Weise negativ oder lasse mich zu “Scheiße, was für ein Dreck” hinziehen wie es ja einige im Internet tun.
Naughty Dog hatte eine Vision, ein künstlerisches Vorhaben, um Ihre Geschichte zu erzählen. Das kann man für sich selbst gut oder schlecht finden wenn Joel durch die Gruppe von Arschlöchern getötet wird und Ellie sich die ganze Tortur wehrlos ansehen muss. Auch die Ausrichtung der Charaktere mit homosexuellen Tendenzen oder im späteren Verlauf mit Transgenderfiguren kann man mögen oder nicht.
Was man dennoch kritisieren kann sind Logiklöcher und fragwürdige Entscheidungen bestimmter Charaktere.
In der Mitte des Spiels etwa macht sich eine schwangere Frau auf den Weg um Infizierten den “Ass zu kicken!” Wieso? Weil Sie keine Lust hat im behüteten Lager Ihrer Gruppe zu verweilen und Ihr langweilig ist. Häh?
Nora, ein Mitglied der Wolfs (die neue Gegenpartei von Ellie und Co. die aber auch ganz nett ist...) wird von Ellie aus der Ego Perspektive tot geprügelt. Sie sagt Ihr kein Wort wo sich Joels Mörderin versteckt hält. Wie konnte Ellie in der nächsten Szene Dina sagen, dass Nora geredet hat und sich Abby im Aquarium versteckt?
Dadurch, dass wir als Spieler nicht nur Ellie steuern sondern auch Abby kommt es hier zu neuen Sidekicks. Einer davon ist Lev, welcher sich mit Abby auf den Weg zu einer Insel macht um deren Schwester zu retten. In diesem Abschnitt hat man das Gefühl, dass Naughty Dog langsam aber sicher die Ideen ausgingen und man das Game nur künstlich strecken wollte um noch mehr Content zu bieten. Die ganze Szene auf der Insel ist Mumpitz. Hier erscheint der Boss von Abby, Häuser brennen, wichtige NPCs sterben, alles explodiert...fehlt nur noch, dass der Doom Slayer und Bahamut auftauchen würden um gegen Nathan Drake zu kämpfen.
Das ist inszenatorisch großes Kino, mehr aber auch nicht.
Ich hätte es mir nie geträumt zu sagen aber storytechnisch macht Naughty Dog hier sehr viel nicht richtig. Es fehlt diese konsequente Pace, das Gefühl ein zusammenhängendes und dichtes Abenteuer zu spielen wie es der Vorgänger getan hat.
Das Ende ist jedoch ganz gut gewählt. Hier blitzte Naughty Dogs Genialität komplett auf und es macht Nachdenklich, traurig und wütend.

Die Message vom Spiel ist ganz klar, dass Gewalt zu neuer Gewalt führt und man seine Taten nicht rückgängig machen kann. Das ich Nebenthemen wie Hoffnung oder Liebe mit dem Dampfhammer seitens der Entwickler eingetrichtert bekommen soll stört mich jedoch gewaltig. Ich brauche keine nervigen Dialoge welche die menschliche Seite zeigen, hier möchte ich meinen eigenen Interpretationsspielraum nutzen. Ich will auch nicht, dass die Millenials über Liebe, Beziehung oder anderen Quatsch reden während ich mich mit Kopfhörern eingedeckt nach Seattle begebe und die drückende Atmosphäre genieße.
Neil Duckmann wandelt hier auf den Grat zwischen supertoll und “ein Satz mit X”.
Von der Inszenierung bin und war ich geflasht. Wie schon in einigen anderen Games vermischt die Grenze zwischen reinem Gameplay und Cutscenes da es kaum Kameraschnitte gibt. Das macht für die Immersion sehr viel aus wenn ich nach einem Kampf durch einen Charakter gerettet werde, der Dialog mit kreisender Kamerafahrt inszeniert wird nur um dann sofort weiter Richtung Punkt B zu laufen. Toll.
Auch die unterschiedlichen verlassenen Straßen und Häuser, die allesamt nicht nur Beiwerk sind sondern auch meist erkunden werden können sind Genreprimus. Besonders hervorheben möchte ich einige Rätsel innerhalb der Gebiete, welche Logik und Ausprobieren voraussetzen. Mittels Flachen/Steinen werden Fenster zerbrochen, Seile werden mit cleverer Herangehensweise zu Lianen umfunktioniert nur um kurze Zeit später für den Aha Moment zu sorgen und in ein Gebiet zu kommen welches vorher unbetretbar zu sein schien.
Das dies auch so gut funktioniert ist der Spielfigur zu verdanken. Während Joel schwer und langsam sich durch die Level im Vorgänger bewegte, sind Ellie und Abby recht agil und beweglicher unterwegs. Das Durchqueren von Fenstern, Deckung nehmen, Feinde im Stealthmodus ausschalten...alles macht sehr viel Spaß.
Apropos Kampf: In TLoU 2 darf auf zwei verschiedene Arten voranschreitet werden. Entweder in bester Solid Snake Manier schleichend und mittels Ablenkung und unbemerkte Kills oder mithilfe des Waffeneinsatzes und “ab durch die Mitte”. Das der zweite Weg der schwierigere und Unspannendere ist kann nicht geleugnet werden.
Das Ausspähen der Gegner, das Verwirren dieser und kontrollierte Ausschalten von Menschen, Tieren und Infizierten ist das Sahnehäubchen des Spiels und funktioniert so gut wie seinerzeit in MGS V.
Klar ist auch, dass es manchmal too much mit dem Schleichen werden kann und der innere Blutdurst siegt und fontan alles mit Waffengewalt lösen will und es auch tut. Es kommt tatsächlich vor, dass das Leveldesign oder das Pacing von Situationen oder Gegnern einem richtig auf die Nerven gehen kann und man lieber den Rambo Weg wählt. Bei mir ist es 2 mal passiert, dass ich nicht mehr wirklich schleichen wollte. Besonders zum Ende des Spiels wollte ich mich nicht mehr verstecken.
Gecraftet werden darf auch. Das System ist quasi 1:1 vom Vorgänger übernommen. Ihr findet innerhalb der Welt Schrauben, Scheren oder andere Werkzeuge mit denen sich Medipacks, Granaten oder Verbesserungen für Waffen oder Charakterstats hinzugekauft werden können.
Auf dem Schwierigkeitsgrad “schwer”, den ich jedem empfehle, findet man gerade so genügend Werkzeuge. Auch Munition ist zwar vorhanden aber einen Weltkrieg startet man damit nicht. Schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad wird der Spieler mit Munition und Craftingmöglichkeiten überschwemmt. Noch dazu sind die Gegner und Bosse keine wirkliche Herausforderung in diesem Modus.
Von der technischen Seite gibt es nichts zu meckern. Während Red Dead Redemption 2 immer noch das bestaussehendste Spiel in der offenen Welt ist, ist TLoU 2 das Beste wenn es um Innenlevel oder abgeschnittene Bereiche geht. Die Vegetation sieht fantastisch aus und das HDR ist tatsächlich mal super umgesetzt. Wenn man vom dunklen Zimmer aus durch das offene Fenster sieht und quasi durch die Sonne geblendet wird macht es schon sehr viel her und lässt mich frohlocken. Die Animationen sind ebenfalls auf großartigem Niveau, die Gesichter und vor allem Mimiken mit das beste was es im Bereich Videospiele gibt.
Das alles gepaart mit der lebendigen Vegetation und starken Topografie der Welt...in Schulnoten wäre es eine 1 bzw. 14 Punkte. Der einzige Wermutstropfen sind einige Texturen, die an bestimmten Objekten nicht so toll und hochauflösend aussehen. So sehen bestimmte Kaffeemaschinen oder Teppiche neben den High Def. Schränken oder Wänden etwas deplaziert aus. Aber wie gesagt: das ist Meckern auf so hohem Niveau das ich nicht wusste ob ich es hier schreiben soll oder nicht.
Sound Technisch macht Naughty Dog keiner was vor. Von Effekten wie das Piepen bei einer besonders bedrückenden Szene hin zu Musikstücken die an der richtigen Stelle die richtige Wirkung entfalten ist alles top. Die deutschen Syncronsprecher sind allesamt überzeugend, jedoch nehme ich Ellies Situation und mentale Gebrochenheit durch das gesprochene Wort von Luisa Wietzorek nochmals mehr ab.

The Last of Us 2 will keinen Spaß machen. Es will uns die ausweglose Situation der Menschheit mit all Ihren dunklen Seiten und Gefühlen zeigen. Das klappt durch die Inszenierung hervorragend und lässt den Spieler kaum Zeit zum Nachdenken oder Überlegen. Survival Instinkte werden gefordert, Menschen müssen getötet werden um nicht selbst getötet zu werden. Und ganz nebenbei will auch noch rache geübt werden.
TLoU 2 hat sich vielleicht etwas übernommen mit den Themen die es in erzählerischer als auch in spielerischer Form zeigen möchte.
Weniger wäre mehr gewesen ist einer der häufigsten Aussagen die ich immer wieder beim Spielen mental aufgeschrieben habe.
Teil 1 bleibt weiterhin unerreicht was so Vieles angeht. Teil 2 kann hier nicht ganz auf dem Niveau mithalten was Erzählung und Charaktere angeht. Und dennoch ist es Pflichtprogramm für jeden Videospieler. Einfach auch um zu sehen wie weit unser Medium gekommen ist, wie und was es mit uns psychisch macht und vor allem wie großartig unser Hobby sein kann.


southflorida

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Sehr schönes Review! :) Super!

Bei dem von dir angesprochenen Mittelteil des Spieles ist für mich der Punkt, wo ich im Juni bereits abgebrochen und jetzt auch nicht mehr weitermachen will (hab es Sonntag und gestern noch mal versucht). Es bleiben immer die gleichen Spielmechaniken, endlos in die Länge gezogen.

Technisch ist es mit Abstand das Beste, was es zu sehen gibt, plattformübergreifend, mal drauf geschissen, dass manches PC Spiel vielleicht in 4K läuft. Insbesondere Wasser, feuchter Boden und das Zusammenspiel "Sonne nachmittags", "Sonne abends nach zwischenzeitlichem Regenschauer" (Seattle im weiteren Verlauf) ist grandios umgesetzt, dermaßen gut, dass man nur loben kann.

Das Spiel hat seine besten Momente, wenn man 20-30 min. in Ruhe herumläuft (weniger ist mehr = das müssen sich alle Spieledesigner mal merken), trotzdem jederzeit (!) in Gefahr geraten kann, eben auch plötzlich. Und genau das sorgt für Spannung! Doch dann gibt es eben wieder "das Übliche", dabei viel zu oft gescripted, und am Ende des Spieles hat man um die 1000 Personen getötet (in ein paar Monaten des Lebens der Darsteller), was ich im anderen Thread kritisiere. Mit diesem Aspekt kann mir das Spiel moralisch nichts beibringen. 55 Leute am Mittwoch vormittag getötet und Mittwoch nachmittag böse, dass D. nicht früher erzählt hat, dass sie schwanger ist.

Ich bin kein Antigamer, würde aber irgendwo bei einer 40-50% Wertung landen, hab 18-20 Stundem vom Spiel erlebt, hab auch nix gegen Abby oder so, was ja bei anderen der Fall war. Zu viel endlose Wiederholungen, zu wenig bis gar keine spielerischen Möglichkeiten ("Töte erst mal alle, dann kriegst du auch ein Seil, mit dem du weiterklettern kannst"), dazu das katastrophale Speichersystem. Wer vorhat, das Spiel z.B. aufgrund Berufstätigkeit abends in 45 min.-Häppchen zu spielen = viel Spaß.
TLOU1 fand ich richtig gut (trotz einiger Mängel), aber TLOU2 = näh.


wraith

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Wie jezz ? Ich hab's nicht verstanden. Könntest Du nochmal...  ;)
"The controller has been the biggest barrier separating gamers from the world of designers." (Peter Molyneux, Juni 2011)
"Der Controller wird weiterhin das A und O bleiben aufgrund seiner besseren Genauigkeit und der Haptik." (Ich,KT,  Juni 2011)
"Es wird ernsthafte Natalspiele geben" (KT-User XY)



southflorida

  • Gast
Wie jezz ? Ich hab's nicht verstanden. Könntest Du nochmal...  ;)

Spiel du es mal,
weiss net, was da nach 20-30 Stunden immer dem gleichen Gameplay Spaß macht.

1. Du kommst irgendwo hin. Infizierte sind da. Toll, wenn du (beim ersten Durchspielen) weisst, wo der Ausgang ist. Dann kannst du (vielleicht) wegrennen, wenn nicht noch doof gescriptet wird, dass du erst weiterkommst, wenn der Clicker erledigt ist.

2. Du läufst weiter. Ein Jeep oder ein Boot mit "Idiots" ist da. Oh, jetzt laufen 29 Soldaten mit Hunden durch Areal. Aber du bist ein Held und tötest alle. Toll, wenn man tough ist.

3. Im nächsten Abschnitt sind wieder Infizierte. Eigentlich war niemand da (du hattest genau geguckt und auch nichts gehört). Aber hey: der Script wird ja auch erst ausgelöst, wenn du an der Werkbank bist.

4. Elli redet über das lesbisch sein. Dumm dass ihre Freundin schwanger ist. Vielleicht wäre auch eine Geschlechtsumwandlung gut, dann könnte sie ein Mann sein.

5. Du bist fertig, hast 50 min. gespielt und gespeichert. Nach Aufrufen des Spielstands zurück zu Punkt 3. Macht aber nichts, nach Punkt 5 bist du eh wieder bei Punkt 1... und das geht über 30 Stunden so.

Kurzum: der Vorgänger war kürzer und VIEL besser. Meine Meinung.
« Letzte Änderung: Juli 26, 2020, 02:38:29 Nachmittag von southflorida »


der spirit

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Doom Eternal
Nein, kein umfangreiches Review da es sich nicht lohnt.
Wenn ich ganz ehrlich bin kann ich sogar die Level nicht mehr wirklich wiedergeben. Ich weiß wer oder was der Endboss war, weiß noch, dass es in der Mitte des Spiels ebenfalls einen Boss gab aber sonst...die Level sind alle sehr langweilig gewesen. Auf den Shooter Thron kommt Doom Eternal aus diesem Grund nicht.
Neben diesen öden Leveln mit verschiedenen Secrets und neuerdings Sprungpassagen mit leichten Puzzleelementen (ja, es funktioniert ganz gut ist aber trotzdem etwas ungewohnt bei Doom) ist auch die neue Spielmechanik hinzugekommen die eure Goodies auffüllen. Heilitems, Medipacks und Munition sind rar gesät. Bethesda möchte, dass Ihr strategisch vorgeht und Gegner mittels verschiedener Taktiken und Angriffen dazu "bringt" euch Heilung, Munition oder Rüstung  So werden Gegner, welche mit grausam überzeichneten Glorykills niedergestreckt werden zur Heilung genutzt. Nutzt Ihr euren Flammenwerfer geben die Monster Rüstung ab und der Tot durch Kettensäge bringt euch Munition.
Das alles hört sich nervig an ist aber dann doch einzigartig in diese Art von Spiel. Fast schon strategisch muss hier die Kill-Methode angewendet werden, Gesundheit, Munition müssen ständig im Blick behalten werden. Das führt auch unweigerlich dazu, dass Ihr öfters den Game Over Bildschirm sehen werden als euch lieb ist. Manchmal steht man ohne Munition vor der Gegnerhorde, oft fehlt euch die Gesundheit um weiter töten zu können.
Kommen wir aber nun zum großen Pluspunkt des Spiels: Das Shooterplay.
Doom Eternal zu spielen ist wie auf Droge zu sein. Es saugt einen in die Blutorgie ein, das fast schon choreografisch brutale Töten, Auseinandernehmen und Hin und Her Springen zwischen Architektur und Gegner ist der Wahnsinn. Man vergisst bei dieser grotesken Schönheit Zeit und alles um sich herum wenn die Gegner mit Ihren eigenen Energiekugeln gefüttert werden oder Augen mit bloßer Hand rausgerissen werden. Und wenn man fast am Boden ist und durch einen Gimp wieder seine Gesundheit auffüllt und man sich zurück kämpft nur um Sekunden später komplett alle Viecher auseinanderzunehmen - Ja, das hat was.
Zum Ballern stehen dem Doom Slayer zahlreiche Waffen zur Verfügung. Von Flinte über Sturm und Plasmagewehr bis hin zur legendären BFG ist Einiges dabei was Spaß macht. Jede Waffe kann auch mittels Perks modifiziert werden, sodass aus der Shotgun ein Raketenwerfer wird oder das Sturmgewehr zum Snipern umfunktioniert.
Die Gegner sind allesamt toll designt, haben verschiedene Angriffsmuster und tun weh. Wer das Spiel auf die leichte Schulter nimmt wird den eigenen Tod öfters als einem lieb ist sehen.
Begleitet wird die Rettung der Erde durch fetzige Techno/Rock Musik die einen einheizt und als passend und motivierend beschrieben werden kann.
Grafisch läuft das Game natürlich mit flüssigen 60fps und weiß durch scharfe Texturen, tolle Effekte und ekelhaftes Gegnerdesign zu gefallen.
Es macht mich happy, dass es immer noch den ein oder anderen Shooter im oldschool Style gibt, wo nicht die Story oder genreuntypische Experimente an der Tagesordnung stehen. Manchmal will man nur Ballern, Hirn raus (Wortspiel) und ballern. Und das macht Doom Eternal besser als viele seiner Kollegen der letzten Jahre.