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Tales of Arise

southflorida

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TALES OF ARISE

Publisher: Bandai Namco
Release: 2021
getestet auf: Xbox Series S
weitere Systeme: PS4, PS5, Xbox One, PC

Ein RPG aus dem Jahr 2021 und ich sage vorneweg: es ist für mich eines der besten Spiele der letzten Jahre.

Die Welt scheint zweigeteilt: eine weit entwickelte Zivilisation unterjocht eine noch recht mittelalterliche. Alphen strandet (als japanische Heldenkreation wieder mal mit Gedächtnisschwund) als quasi Sklave in Ulzbek, warum und wieso ist erstmal ungeklärt. Ulzbeck ist eine Siedlung, wo die Menschen in sengender Hitze im Bergbau schuften müssen. Ungeklärt ist auch der Weg der Heldin Shionne, die aus der anderen Welt stammt, aber offensichtlich ebenfalls gute Motive hat, den Kampf von Alphen und einigen Mitstreitern, die sich schließlich gegen das Joch auflehnen, zu unterstützen.

Mit dieser, fürs Erste nicht "allzu" spannenden Story geht es in die bunte Welt von Tales of Arise. Natürlich leidet diese Welt unter einer Monsterplage ("Zeugles" heißen die Kreaturen hier), irgendwoher muss die EXP schließlich kommen. Durch recht schlauchartige Levels (durchaus ähnlich Final Fantasy X) geht es durch die Wüstenlandschaft, die Grafik gut, zuweilen sehr gut, wobei sich einige gewiss an der filterartigen Überzeichnung stören (mir gefällt sie), die ersten Aufträge motivieren und nach 10-15 Stunden war mein Eindruck: ein sehr nettes, sogar gutes Spiel.

Neuer Wein in alten Schläuchen?

Die Abschnitte werden wie alle Zwischensequenzen in echtem 3D gezeigt, allerdings handelt es sich nicht wirklich um eine "Open World". Gegner sind zumeist sichtbar, man kann oft den Kämpfen ausweichen, andererseits braucht man natürlich Kampferfahrung.
Nach einiger Zeit erreicht man das Land Menancia, wo sich erstmals das Spiel etwas öffnet, bekommt seine Farm, in der man Tiere züchten kann (optional), erkennt durchaus den Sinn in einigen Angelplätzen und komplettiert seine Party aus schlußendlich sechs Personen. Vier sind aktiv im Kampf dabei, wobei nur der (auswählbare) Party Leader gesteuert und für drei weitere ansonsten nur Vorgaben möglich sind (offensiv, defensiv, offensiv mit viel oder wenig heilen, etc.). Die zwei restlichen Charaktere sind als "Edelreserve" (wie ein echter Joker auf der Reservebank beim Fußball) zu sehen, mit ihren Spezialfähigkeiten können sie jederzeit eingreifen. Ist allerdings das "Startquartett" außer Gefecht, heißt es "Game Over", dann nützt auch die Unversehrtheit der zwei "Reservespieler" nicht! Im Kampf geht es actionreich zur Sache, doch die Strategie spielt eine Rolle. Nach vielleicht ein, zwei Minuten kommt jeder Mitstreiter zu einem besonders starken Zug, zudem gibt es ein paar "Finisher", ziemlich vernichtende Schläge, bei denen (etwas "prügelspielmässig") bestimmte Tastenkombinationen verschiedenste Schlagvarianten auslösen. Aber keine Sorge, es ist und bleibt ein RPG. ;)

Das Spielsystem

Gelevelt werden auf einer Art "Sphärobrett" (auch hier war einst Final Fantasy X der Vorreiter) die Varianten von Angriffen, Verteidigungsschlägen und Heilung: jeder Charakter startet "ein wenig woanders", einige sind eher der Heilung zugeneigt (Shionne), andere wollen besonders stark zuschlagen, um einen Gegner an Schwachstellen zu "brechen", so dass die Party gesammelt besonders kraftvoll zuschlagen und zutreten kann.
Die in siegreichen Kämpfen erworbenen Punkte lassen sich für die Mitstreiter auf diesem "Sphärobrett" verwerten. Stärker werden sie freilich "auch so" durch die zahlreichen Kämpfe. Zudem gibt es immer wieder verschiedene Dinge zum Essen zu finden. Wird das an "Kochplätzen" (wo man nach einer Übernachtung auch erholt bzw. geheilt ist) verwertet, kann sich ein neuer Pfad auf dem "Sphärobrett" freischalten. Das kann aber auch auf andere Weise geschehen, z.B., wenn man die vielen optionalen "Stories" betrachtet, die comicähnlich immer wieder angezeigt werden. Später locken zudem die "Training Grounds", eine waschechte Kampfarena. Und auch die Beziehungen untereinander sollte man im Auge behalten. Last but not least nicht ganz unerwähnt zahlreiche (oft optionale) "Bossfights", wo mitunter wirklich harte Brocken warten, die aber mitunter nach dem Sieg auch oft Entwicklungen freischalten. Einen Vorgeschmack gibt es in der ersten Spielstunde, wo man an einem Monster vorbeimarschiert, das man voraussichtlich erst in etlichen Wochen besiegen können wird. Das Zurückkehren an früher absolvierte Orte lohnt oft!

Auch können Gegenstände "gecrafted" werden.
Verschiedenste Waffen lassen sich bei Händlern erwerben (natürlich auch finden).

Wie man (nach einiger Spielzeit) sieht, erweist sich ToA als sehr vielseitig. Nach 30,40,50 Spielstunden lebt die Story auf: weniger wirr, als in einigen neueren Final Fantasy's, aber deshalb nicht weniger episch... das anfängliche "Auflehnen der Bergarbeiter" ist nur der Prolog zu einem spannenden Drama, das einen wahrlich mitfiebern lässt, gerade, weil man die Truppe (und die Welt) einfach nur symphatisch findet.

Ein episches Vergnügen?

Tales of Arise schafft epische Qualität, das mit erstaunlich (relativ) wenigen Schauplätzen, die sich aber sehr abwechslungsreich und zum Teil wunderschön gestalten. Die mal rockige, dann wieder von Chören getragene Musik, anfangs noch eher beiläufig, ist irgendwann auch nur noch liebenswert. Und die gesteigerten Kampffähigkeiten der Truppe zeigen sich gen Spielende dann in einer umwerfenden Qualität, überragend geil, was dann auf dem Screen abgeht. Und zum Ende hin gibt es richtig viel zu tun, von der  anfänglichen Linearität geht es "trotz" der schlauchartigen Biome hin zu einer lebhaften Welt. Ganz toll gefallen mir die Kostüme, gerade in den Unterhaltungen sieht das einfach toll aus. In diesem Spiel steckt einfach Liebe!

Es gibt (leider, wie ich meine) neuartige Möglichkeiten (per DLC) Dinge wie "ein Batzen Spielwährung" durch Echtgeld zu kaufen, oder mittels solcher Käufe einfach mal zehn Level überspringen. Lasst das weg! Das Spiel lässt sich auch so prima spielen (ich war immer offline und hab mir erst nach Monaten den DLC angesehen) und wird auf "Normal" nie zu schwer. Geboten wird auch ein "story-optimierter" leichter Schwierigkeitsgrad und "HARD".
Ein böser Fehler der Xbox Series Version sei auch erwähnt: hier friert das Spiel gerne mal ein (meist beim Nachladen), das liegt wohl am "Cache". Ja, der Spielstand ist "instant" geladen, aber es ist besser, nach Spielende zum Titelbild zurückzugehen und beim nächsten Mal auch vom Titelbild aus zu starten (geht auch "im Nu"). Ansonsten hilft es, alle paar Minuten zu speichern (der Freeze kommt alle paar Stunden vor). Für diesen Fauxpass gibt es keinen Wertungsabzug, denn er ist ertragbar. Auch Autosaves legt das Spiel von sich aus häufig an.

9/10
« Letzte Änderung: Januar 27, 2023, 12:28:54 Vormittag von southflorida »


wraith

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Bock hätt ich schon. Aber da hängste halt wieder ewig dran. Muss nur noch Berseria, Xillia 2 und das hier spielen, dann hab ich nahezu alles gespielt, was es auf Englisch gibt.
Macht schon Lust, wenn ich das hier lese......
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southflorida

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93 Stunden waren es, aber ich hab fast alles an Nebenaufgaben gemacht. 40-50 Stunden geht wohl auch.
Inzwischen habe ich "New Game Plus", man könnte theoretisch dann weiter spielen.
Werde aber (denke im Sommer) lieber einen zweiten Durchgang hinlegen. Hatte es jetzt in Englisch mit japanischer Sprachausgabe und will es dann nochmal in anderen Sprachen spielen und mit dem jetzigen Wissen um bestimmte Dinge das Spiel von Anfang an (halt nicht New Game+) nochmal optimiert spielen.


wraith

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New Game+ mache ich nie.
Optionales Zeugs so viel wie halt geht.
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