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Generelles => Retro Rampage => Thema gestartet von: southflorida am Juli 24, 2025, 11:01:54 Nachmittag

Titel: 1990
Beitrag von: southflorida am Juli 24, 2025, 11:01:54 Nachmittag
Im Jahr von "Ooops Up" und "Verdammt ich lieb' dich" pflegt das NES weiterhin seinen Platz in der Nische. Für rund 249 DM steht es – von Freund und Feind meist unbeachtet – in den Kaufhausvitrinen. Spielstationen, wo man die Spiele zocken kann, sind noch selten, aber es gibt sie bereits. Mit dem Gameboy kommen sie im größeren Umfang in den Handel. Fürs NES kennt ihr bestimmt noch die "12er Systeme" in den Kaufhäusern, mit Zeitschaltuhr, die mit bis zu zwölf Spielen bestückt sind.

Der C64 gehört langsam wirklich zum alten Eisen, die anderen 8-Bitter (mit Schneider, Spectrum oder Atari XL als die Bekanntesten Konkurrenten) sind in Deutschland schon fast verdrängt. Und die Magazine dafür sterben auch. Der Atari ST muss so langsam sich dem erfolgreicheren Amiga geschlagen geben, erhält mit STE aber ein neues Modell, das insb. beim Sound zugelegt hat.

Auf dem Sega Master System kaufe ich das recht neue Wonderboy The Dragon's Trap, das einfach super gelungen ist. Doch auch taschengeldfreundliche, ältere Billigtitel wie Enduro Racer und Teddy Boy finden den Weg zu mir. Das Dutzend MS Spiele hege und pflege ich mehr, als meine halbe Klasse, die den Amiga 500 mit geschätzt 200 Sicherheitskopien hat. Ob X Out oder Rick Dangerous, ob Cadaver oder North & South, meist kennen die nicht mal die Perlen in ihrer Sammlung, über die ich aus den Spielemagazinen informiert bin. Und elend viel der Software ist auch schlichtweg einfach grottig im Vergleich zur japanischen Software auf Konsolen. Bei denen ist insb. die PC-Engine (nur Import) wohl der Schlager des Jahres, für mich aber zu teuer. Zwei neue Geräte wirken auf mich damals wie etwas zu hastig auf den Markt geworfene Eintagsfliegen, aber eine bleibt das ganze Jahrzehnt über präsent: Super Grafx und Neo Geo werden vorgestellt. Natürlich nur in Fernost.

Der Gameboy erscheint im Spätsommer 1990 in Deutschland (159 DM incl. Tetris), ebenso das Mega Drive (499 DM incl. Altered Beast). Bei letzterem Spiel bin ich extrem beeindruckt, die Musik, die Sprachausgabe... geil! Auch Moonwalker rockt.
Knapp zehn Spiele jeweils sind es auf beiden Geräten am Anfang.

Da freut es die Freunde der elektronischen Spiele, dass ab der März-Ausgabe die Power Play wieder als eigenständiges Heft erscheint (für zwei Jahre war sie nur Beilage). So behält man den Überblick und damals ist die PP auch wirklich noch Multiformat. Im ersten Heft der legendäre Test zu Super Shinobi, den ich heute fast noch zitieren kann.

Mit Phantasy Star landert dann auch das zwar teure, aber mit Abstand beste MS Spiel in meinem Modulschacht. Unfassbar genial.

Ganz im High End Bereich schneit am Jahresende Wing Commander für PCs ab 286er aufwärts herein... und lässt manchem Amiga Fan keine Ruhe mehr. Auch so Spiele wie Ultima VI oder Secret of Monkey Island und LHX Attack Chopper drängen den Amiga von der Pole Position und den Atari ST auf hintere Plätze. Aber es gibt auch noch etliche PCs mit 4 Mhz und Monochrom Grafik in den Haushalten. Zudem ist 1990 das Jahr, wo sich der Adlib-Sound bei PC-Spielen durchsetzt, vorher gab es nur Gepiepse.

Die WM 1990 wird eines der (für mich) unvergessenen Sportereignisse. Und die Wiedervereinigung Deutschlands, zu Jahresbeginn noch offen und eher als langfristiges Projekt zu sehen, nimmt im Laufe der Jahresmitte immer weiter Form an – und im August steht auch der Termin: der 03.10.1990.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Arena am Juli 25, 2025, 09:24:35 Vormittag
Hachja - 1990! Wie könnte man dieses Jahr - die ganze 80er-/90er-Epoche - jemals vergessen ...

In diesem Jahr hatte ich mit Videospielen aber noch nichts am Hut - gar nichts. Null.

Eine meiner damaligen Freundinnen hatte dann zwar Anfang Winter 90/91 gleich einen Gameboy mit Tetris, der mich aber ebenfalls null interessierte. Ich konnte damals überhaupt nicht verstehen, dass es freizeitbeschäftigungstechnisch auch noch andere Dinge wie Wein, Weib und Gesang geben konnte. Un-vor-stellbar.

Mittwochs gings in die heimische Disothek - Donnerstags in die Marburger Oberstadt auf Kneipentour bis Dienstschluss - Freitags in die Nachbarortdiskotheken - und Samstag dann in irgendeinen riesigen Laser-Tanztempel ... meist in Frankfurt (Omen) oder Limburg (Easy).

Und die WM - JA, natürlich - diese Zeit würd ich definitiv als "Highlight meines Lebens" bezeichnen. Wir waren jung, Sommer, Sonne, Party und WM-Meetings - und dann noch Weltmeister ... UNVERGESSEN!

"Los" gings bei mir ja dann erst 1993 mit Starfox auf dem SNES (noch halbherzig) und Mitte 1995 mit Wing Commander III auf dem PC. Das zündete dann aber gleich!

Aber - ganz klar - 1990 gehört mit zu den besten Jahren meines bisherigen Daseins. Ganz klar und unverklärt. Das war einfach so.

Überlegt mal, schon alleins die Tatsache, dass es damals noch keine Scheisshandys gab und wir uns persönlich treffen "mussten" ... aus heutiger Sicht unvorstellbar.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am Juli 25, 2025, 12:59:28 Nachmittag
Hachja - 1990! Wie könnte man dieses Jahr - die ganze 80er-/90er-Epoche - jemals vergessen ...

In diesem Jahr hatte ich mit Videospielen aber noch nichts am Hut - gar nichts. Null.

Eine meiner damaligen Freundinnen hatte dann zwar Anfang Winter 90/91 gleich einen Gameboy mit Tetris, der mich aber ebenfalls null interessierte. Ich konnte damals überhaupt nicht verstehen, dass es freizeitbeschäftigungstechnisch auch noch andere Dinge wie Wein, Weib und Gesang geben konnte. Un-vor-stellbar.

Mittwochs gings in die heimische Disothek - Donnerstags in die Marburger Oberstadt auf Kneipentour bis Dienstschluss - Freitags in die Nachbarortdiskotheken - und Samstag dann in irgendeinen riesigen Laser-Tanztempel ... meist in Frankfurt (Omen) oder Limburg (Easy).

Und die WM - JA, natürlich - diese Zeit würd ich definitiv als "Highlight meines Lebens" bezeichnen. Wir waren jung, Sommer, Sonne, Party und WM-Meetings - und dann noch Weltmeister ... UNVERGESSEN!

"Los" gings bei mir ja dann erst 1993 mit Starfox auf dem SNES (noch halbherzig) und Mitte 1995 mit Wing Commander III auf dem PC. Das zündete dann aber gleich!

Aber - ganz klar - 1990 gehört mit zu den besten Jahren meines bisherigen Daseins. Ganz klar und unverklärt. Das war einfach so.

Überlegt mal, schon alleins die Tatsache, dass es damals noch keine Scheisshandys gab und wir uns persönlich treffen "mussten" ... aus heutiger Sicht unvorstellbar.

Wir (d.h. eine Gruppe gestörter Jugendlicher aus Berlin) waren in den Sommerferien 1990 in Holland. Da war ein Holländer, der mit einem größeren Boot die ganzen Kanäle und Flüsse abfuhr. Das war unsere Tour, kreuz und quer durch Holland, zehn Tage oder so. Wir liefen abends mit Deutschlandfahne durch holländische Orte "wir sind Weltmeister", worauf es Ärger gab. :) Eine Gruppe Holländer kam zu dem Boot und wollte uns aufmischen. Gerade vier oder fünf Wochen vorher war diese Sache mit dem Skandalspiel Deutschland-Holland gewesen, und es gab noch ziemlich verhärtete Fronten. Gab auch eines Abends Ärger mit der Polizei, weil einige von uns von einer Straßenbrücke (ca. acht oder zehn Meter hoch) in den Fluß sprangen. :)
In Roermond war eine Spielothek, da erinnere ich mich, das war ein Paradies für Jugendliche aus Deutschland, weil man hier einfach rein durfte. S.C.I. gezockt, ein Gulden pro Spiel. Da war auch noch ein Ort an der holländischen Nordseeküste mit schönem Strand, wo eine geile Spielothek war.
Und... die Power Play war dabei. Die Ausgabe damals: da war der Neo Geo Test der Konsole drin und die Super Grafx. Und fürs Master System Ultima IV und Alex Kidd in Shinobi World. Und ich würde sagen, so ca. 60x hab ich die durchgeblättert und durchgelesen. Und die wanderte auch von Hand zu Hand auf der Bootstour, die anderen Jungs hatten auch Interesse dran.

Die WM zuvor = unvergessen. Da hab ich mir täglich die BILD Zeitung reingeballert + Ritter Sport Nugat dazu.
1986 war ich noch Kind, da war das Finale so enttäuschend. Und ich sagte mir 1986, das muss vier Jahre später revanchiert werden. Und es kam so. Die Mannschaft von 1990, da ist jeder einzelne Spieler für mich Idol. Das war einfach unfassbar.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Clorell am Juli 25, 2025, 03:07:06 Nachmittag
1990 war ich noch überhaupt noch nichts soweit, um an Videospielen gefallen zu finden. Da habe ich noch immer Turtles -und He-Man-Figuren gekauft und mit denen gespielt.

Ich glaube es war 1992 erst, so um März oder April herum. Ich war bei meinem Klassenkameraden nebenan, der ein VCS 2600 und ein NES hatte. Atari fand ich ok soweit, aber nicht wirklich interessant. Aber er zeigte mir das NES und einige Spiele dazu. Unter anderem Turtles, Super Mario Bros. 2 und 3 und dann Mega Man 3 zum Schluß. Letzteres war der ausschlaggebende Grund, was mein Interesse für Videospiele geweckt hatte. Das war auch der Punkt, an dem ich sowas auch wollte.

Ich bin ein paar Tage später dann in der Stadt beim Kaufhaus Schneider gewesen. Die hatten damals die beste Videospielabteilung. Dort gab es Sega und Nintendo und auch Atari. Zuerst gab es dann aber mal ein Atari am Geburtstag im Jahre 1992 und an Weihnachten wollte ich unbedingt noch eine moderen Konsole und hatte die Wahl zwischen Sega und Nintendo. Und da wohlbemerkt zwischen NES, Master System, Mega Drive und SNES.

Ich hätte gleich zu Beginn schon unglaublich starkes Interesse am SNES gehabt, aber auf der anderen Seite gab es halt das Mega Drive mit Spielen wie Sonic, Shinobi, Streets of  Rage, Super Hang-On oder Ecco. Es wurde das Mega Drive, alleine schon weil beim Magnum Set zwei Controller und vier Spiele dabei waren. Aber das Interesse am SNES ging nicht weg. Drei Jahre später kam es endlich auch noch ins Haus, als ich 15 war und gerade Konfirmation nur des Geldes wegens für das SNES gemacht hatte.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am Juli 25, 2025, 09:02:11 Nachmittag
Die Neunziger waren für mich geprägt mit Arbeit im Inland und Ausland.

Mit Hausbau und Kinder kriegen.

Eigentlich habe ich da nur gearbeitet rund um die Uhr und am Wochenende.

Ich besaß einen Gameboy und ein SNES.

Musikalisch war das für mich auch eher mau, wenn man mal Bands wie Smashing Pumpkins, Nirvana, Pearl Jam oder die Red hot chili peppers weg lässt.

Titel: Antw:1990
Beitrag von: docower am Juli 28, 2025, 09:45:00 Nachmittag
Wo wir grad bei 1990 sind. Ein 1990 erschienener Amiga 3000 hat 6000 Mark Neupreis gekostet. Das war echt kein Gerät für zu Hause :-O
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am Juli 28, 2025, 09:54:41 Nachmittag
Der Amiga 3000 war ja auch nicht als Massengerät gedacht.

Der Amiga 500 kostete 1.100 bis 1.200 DM.

Der C64 kostete 1.400 DM und sank dann auf 700 bis 800 DM. Ohne Floppy Drive.

Damals war das kein Massenmarkt wie heute.

Ich besaß den Amiga 1.000 mit 256 MB Speichererweiterung. Und er war das Geld wert.

Damals kostete ein SNES Modul zwischen 70 und 150 DM.

Der erste Macintosh kostete 10.000 DM.

Das war auch ein Grund warum IBM mit MS Dos Marktführer wurde.

Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am Juli 29, 2025, 07:56:32 Nachmittag
Der 3000er war wirklich ein totales "Exotending".
Fast so wie wenn man fürs N64 eine Tastatur + Modem kauft (gab es, von Randnet) und damit im Internet seine Flüge bucht.

Wenn der 3000er überhaupt noch 1990 kam? Eher Anfang 1991? Ich meine, der 2500 war 1990 der obere Rand.

Wenn wir bei den Preisen für 1990 sind:
Der A500 kostete um die 800-850 DM, ich spielte schon mit dem Gedanken, aber das war klar eine Nummer zu hoch für mich. Man brauchte dann noch einen TV Modulator und die Speichererweiterung auf 1 MB sollte man um 1990 schon auch haben. Und Disketten... ;)

Der C64 (II) kostete noch um knapp 300 Mark + 300 Mark für die 1541-II Floppy um 1990. War aber wirklich ziemlich out. Gab schon die ersten Power Plays, wo kein C64 Test mehr drin war.

PCs mit sinnvollem Prozessor (286er) mindestens 2000 DM, darunter gab es XTs und PCs (z.B. den Schneider Euro PC für nen knappen 1000er), aber die waren damals schon out. Selbst neue RPGs (grafisch noch nicht in 3D wie die Flugsimulatoren) brauchten schon etwas Power. Und natürlich musste selbst für einen XT noch eine Soundkarte (mindentens 200-300 DM) und eine Grafikkarte (EGA, VGA) dazu. Empfohlen hätte man wohl nen 286er mit 16 Mhz + VGA + Soundblaster, und 18 Monate später liefen auf so nem Ding dann schon einige neue Spiele nicht mehr.

NES, Master System um 250 DM (Tendenz fallend), PC Engine und Mega Drive das Doppelte.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 07, 2025, 05:10:45 Nachmittag
Das war halt auch die Zeit, wo die PC Gamer noch demütig waren und keine Master Race  :D

Ich hatte damals einen 486SX Prozessor mit 2 MB RAM und 20 MB Festplatte. Gespielt habe ich damit nicht.

Da brauchte man sogar eine extra Steckkarte um einen Joystick anzuschließen.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: docower am August 07, 2025, 07:40:50 Nachmittag
Naah, 1990 gab es noch keinen 486SX mit 25 MHz. 1990 waren grad mal die 386er am kommen, vielleicht mit 16 MHz.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 07, 2025, 08:25:01 Nachmittag
Der erschien 1991.

Dachte im Topic werden die Neunziger behandelt und nicht ein einziges Jahr.

Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am August 08, 2025, 12:31:33 Nachmittag
486er gab es sogar schon 1989, nur waren die Dinger damals "wirklich" High-End, so in Richtung Workstation. So im 10.000 DM Bereich...
Die "Megaherz-Spirale" kam erst so ab 1990 rum in Schwung. Vorher konnte man jahrelang seine Kiste nutzen, und es wurden auch 1990 noch Einstiegs-PCs verkauft, die einstellige Megaherz-Frequenzen hatten mit 8086 oder 8088, wie der Ur IBM.
Da waren es wohl schon die Flugsimulationen und grafisch opulenten Rollenspiele der frühen 1990er, die dann die Entwicklung ins Rollen brachte, dass gen 1992 ein 286er schon altes Eisen war und 1993 dann ein 386er, auf dem Strike Commander zwar noch lief aber halt so aussah wie Interceptor auf dem Amiga...

1986 gab es schon 386er und zwar sogar im Laptop (Compaq). Aber damals hat das keiner ausgereizt. Erst 1991 oder so kamen Spiele, die einen 386er gefordert haben und zwei Jahre später war das dann altes Eisen. Genauso die 486er: ich hatte Ende 1993 einen 486er mit 66 MHz, was leistungsfähig und zukunftssicher war, aber zwei Jahre später lief auf dem Ding gerade noch Zoop

https://www.youtube.com/watch?v=KCfbX8qwFxs

Ansonsten stand schon damals quasi auf jeder Verpackung eine höhere Mindestanforderung, außerdem hätte es auch bei 95% aller Spiele dann ein CD-ROM gebraucht, und wenn man da ein Single Speed von 1993 hatte, wurde auch das einfach nicht mehr unterstützt.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 08, 2025, 06:02:43 Nachmittag
War das nicht auch die Zeit, wo jedes Spiel seinen eigenen Grafiktreiber mitbrachte?

Und egal welchen du installiert hattest, das Spiel bügelte seinen einfach drüber.

Titel: Antw:1990
Beitrag von: wraith am August 09, 2025, 04:08:43 Nachmittag
An 1990 habe ich vor allem musikalische Erinnerungen. Gaming war für mich damals idiotische Zeitverschwendung.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am August 09, 2025, 05:03:15 Nachmittag
Hat mein Vater auch gesagt.
Er bezeichnete "Computerspiele" als Müll. Aber ARD/ZDF flimmerte jeden Tag auf der Mattscheibe...
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 09, 2025, 08:16:21 Nachmittag
Die Heimcomputer brachten mich zum Programmieren.

Und wenn man progtammiert braucht man mathematische Kenntnisse.

Meine Eltern und Lehrer konnten damals nichts mit Computern anfangen.

Mein Vater hat es gehasst mit Computer zu arbeiten.

Er tat das zum Schluss nur, weil er es in der Firma musste.

Letzen Endes war man damals als Heimcomputerbesitzer ein richtiger Nerd.

Die Computer liesen sich nicht bedienen, wenn man die Befehle nicht kannte.

Und es gab massig Computerzeitschriften, welche das Programmieren erklärten.

Das internet und Youtube gab's ja damals nicht.

Titel: Antw:1990
Beitrag von: SegaMan am August 10, 2025, 11:18:23 Vormittag
Hab damals auf meinem C64 in Basic ein kleines Programm gebastelt womit man Zapfen Rechnen konnte.
War dann ein gefragter Mann weil Zapfen Rechnen damals eine beliebte Strafarbeit in der Schule war :D

Fühlte mich wie ein Programmiergott  ;D
Titel: Antw:1990
Beitrag von: docower am August 10, 2025, 03:29:04 Nachmittag
Die Heimcomputer brachten mich zum Programmieren.

Und wenn man progtammiert braucht man mathematische Kenntnisse.


OT, ganz witzig, weil: Ich hatte nie was besseres als ne 4 in Mathe, bin arsch-über-Latte durchs Studium gekommen. Und programmiere gerne :D
Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am August 11, 2025, 09:47:24 Nachmittag
Bei mir war es die (auf mehreren Zeugnissen) 5 in Physik und zumeist 4 in Chemie.

Und heute lese ich engl. Fachliteratur zu chemischen Prozessen bei der Sternentwicklung (neue Erkenntnisse in Zeitschriften und Büchern, zum Großteil die Bücher im englischsprachigen Ausland bestellt). In Englisch damals nebenbei ja auch zumeist nur so schlechte 3 bis gute 4.

Ja, Talente oder Interessen wurde nicht gefördert, vielmehr wurde einem so oft wie nur möglich gesagt: STOP. Interesse an Dingen wurde gründlich bekämpft und im Keim erstickt. Lieber 30 min. der 45 min. Schulstunde Hausaufgaben KONTROLLE und BESTRAFUNG. Deutschlands Schulsystem.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: SegaMan am August 12, 2025, 08:00:56 Nachmittag
Grad erfahren das die Spezial Effekte  der Serie "Babylon 5" mit dem Amiga erstellt wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=Xn3UraChY0c

Wusst ich gar nicht :)
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 12, 2025, 08:26:19 Nachmittag
OT, ganz witzig, weil: Ich hatte nie was besseres als ne 4 in Mathe, bin arsch-über-Latte durchs Studium gekommen. Und programmiere gerne :D

Das kommt darauf an was man programmiert. Für Webentwicklungen braucht man keine mathematischen Kenntnisse.

Aber um z.B. einen Körper in einen dreidimensionalen Raum darzustellen schon.

Alleine schon das erstellen von Sprites auf dem C64 setzte voraus das man mit Hexzahlen umgehen konnte.

Und ich weiß ja nicht wie tief du eingestiegen bist. Hast du jemals in Assembler programmiert?

Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am August 12, 2025, 11:15:36 Nachmittag
Naja, in Mathe war ich auch mies, aber in 3d Software stelle ich tagtäglich Objekte im dreidimensionalen Raum dar. (y x z Achse, Koordinaten)

Kommt echt drauf an, was in Mathe behandelt wurde, bei uns ab der zweiten Hälfte 7. Klasse nur Mist, den man eigentlich nie mehr im Leben braucht. :(

Dreisatz (7. Klasse?) dürfte das letzte Brauchbare gewesen sein.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 12, 2025, 11:38:14 Nachmittag
Meine Kinder haben mich immer gefragt: Warum Mathe?

Ich habe ihnen dann erklärt Mathematik ist die Sprache der Logik.

Wenn uns also Außerirdische besuchen können wir uns nur mit Mathematik verständigen.

Für alle anderen bleibt nur die Analsonde übrig.

Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am August 13, 2025, 12:00:26 Vormittag
Die hatten in den Pioneer 10- als auch Voyager I/II Raumsonden (die allesamt das Sonnensystem verlassen) u.a. irgendwelche mathematischen Codes drin. Für den Fall, dass die Sonden irgendwer im Weltall entdeckt.

Hab früher gedacht "wieso sollte das irgendein Außenirdischer verstehen können", aber naja, Mathematik ist wohl überall gleich.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Clorell am August 13, 2025, 06:00:47 Vormittag
Mathe war eigentlich kein Problem bis zur siebten Klasse. Als dann aber in der achten, neunten und zehnten Klasse das ganze Algebra-Gedöhns und das ganze mit Cosinus, Sinus, Tangens-Krampel kam, das ja mit der Zeit immer schwieriger wurde, kam ich da nicht mehr mit. Ich hatte damals auch keine Lehrer, die das gut erklären konnten.

Hätte ich den Lehrer aus meiner kaufmännischen Weiterbildung gehabt, hätte ich es wahrscheinlich eher verstanden, denn bei dem habe ich auf einmal Sachen verstanden, die mir jahrelang kein Lehrer, auch die von der Nachhilfe nicht, erklären konnte.

Und wenn in der Schule mit dem ganzen Stoff halt weitergemacht wird und Du den Anschluß verlierst, kommst Du da nicht mehr rein. Ich hatte in der neunten und zehnten Klasse nur noch 5er und 6er überwiegend.

Man lernt halt auch in der Schule viel Krempel in Mathe, den man eigentlich nie wieder braucht. Da müßte man mal das Schulsystem umkrempeln, daß eher die Talente gefördert werden, anstatt nur stur den Stoff durchzuziehen, in allen Fächern wohlbemerkt.

Ich hege auch aufgrund dieser Tatsache bis heute einen Groll gegen Mathe. Dieses Gebiet und ich werden keine Freunde mehr in diesem Leben. Mit Mathe kann man mich jagen. Alle anderen Fächer waren nie ein Problem, nur Mathe. Ist auch ein Grund, warum ich nie mit Programmieren anfing, obwohl mich das schon interessiert hätte.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 14, 2025, 12:41:24 Nachmittag
Es hängt viel davon ab, wie es dir eine Person vermittelt.

Dann kann es auch Spaß machen.

Leider kann man Mathe nicht auswendig lernen, sondern muss es verstehen.

Auf YT gibt's so tolle Mathekanäle die echt gut gemacht sind.

Sowas hatten dir damals nicht.

Ich hatte mich immer mit zwei Freunden zusammengesetzt und gemeinsam haben wir versucht die Aufgaben zu lösen.

Titel: Antw:1990
Beitrag von: Clorell am August 14, 2025, 01:13:09 Nachmittag
Meine Lehrer in der Schule haben zum Erklären alle nichts getaugt. Erst der Lehrer auf der Weiterbildung, der konnte das richtig. Den habe ich nicht vergessen. Hätte ich den in der Realschule gehabt, wäre Mathe sicher kein Problem.

Der saß sich bei ein paar Sachen mit mir weniger als fünf Minuten hin und erklärte mir diese, zu der meine damaligen Lehrer alle nicht fähig waren, so einfach, daß ich es ganz schnell verstand.

Ich bin mir sicher, daß ich bei dem auch die höhere Mathematik wie Algebra und co. auch richtig verstanden hätte, daß ich vielleicht ohne Weiteres auch einen 3er gehabt hätte.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: docower am August 14, 2025, 02:08:26 Nachmittag
Es ist halt auch so, dass manche Leute das Zeug in der Praxis sehen müssen weil sie es beim theoretischen Lernen nicht so recht abstrahieren können. Ich gehör da dazu. Wenn du mir nen Modulo in der Theorie erklärst kapier ich nix. Wenn ich wissen muss ob eine Anzahl Bildern sich durch fünf Teilen lässt, dann versteh ich nen Modulo :D
Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am August 14, 2025, 02:48:34 Nachmittag
Meine Lehrer in der Schule haben zum Erklären alle nichts getaugt. Erst der Lehrer auf der Weiterbildung, der konnte das richtig. Den habe ich nicht vergessen. Hätte ich den in der Realschule gehabt, wäre Mathe sicher kein Problem.

Der saß sich bei ein paar Sachen mit mir weniger als fünf Minuten hin und erklärte mir diese, zu der meine damaligen Lehrer alle nicht fähig waren, so einfach, daß ich es ganz schnell verstand.

Ich bin mir sicher, daß ich bei dem auch die höhere Mathematik wie Algebra und co. auch richtig verstanden hätte, daß ich vielleicht ohne Weiteres auch einen 3er gehabt hätte.

Es ging immer nur um "mach das", wenn Hausaufgaben etc. nicht gemacht waren, gab es eine Sechs. Die Kontrolle der Hausaufgaben zog sich bestimmt über die Hälfte der 45 min. Schulstunde hin. Toller Unterricht...

Jegliche Begeisterung wurde im Keim erstickt.
Ich hab Englisch in Florida (TOEFL) gemacht und später LLCI Lv. 3 (damals als der einzige, die anderen waren alle mindestens ein Level niedriger), DAS hat mir Spaß gemacht. In der Schule war ich bei Englisch irgendwo auf Drei bis Vier gewesen (auch bedingt durch mehrfach im Halbjahr Sechsen in der blöden Hausaufgaben-Abfragerei) und hab letztendlich das meiste in RPGs gelernt.

Meine Begeisterung für Naturwissenschaften Astronomie, extreme Physik und Chemie, all das blieb links liegen (und ungefördert) in der Schule. Mein Chemie-Lehrer von damals wird denken, ich bin ein Arschloch, aber ich lese heute englische Literatur über die Dinge.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Clorell am August 14, 2025, 03:21:34 Nachmittag
Ja, genau so war es. Wie oft war ich in Mathe an verschiedenen Aufgaben dran, wo ich mit dem "typischen" Lösungsweg, wie ihn uns die Lehrer vermittelt haben, einfach nicht klar kam. Hatte ich einen anderen Lösungsweg, obwohl der auch zum richtigen Ergebnis geführt hatte, dann wurde es dennoch stur als falsch bewertet, mit der Begründung, daß das nicht der Weg ist. Irgendwann resigniert man dann auch, wenn jede andere Möglichkeit im Keim erstickt wird.

Das war aber nicht nur in Mathe so, sondern auch in den ganzen anderen Fächern, bei fast allen Lehrern. Immer alles stur machen. Das ist heute noch so. Ich erinnere mich noch, als mein Kurzer in der Grundschule noch mit der Art, wie sie multipliziert und dividiert hatten, Probleme hatte. Die hatten das derart kompliziert gelernt, daß ich mich selbst da erst einmal zurecht finden mußte, wie die auf den Weg gekommen sind.

Anstatt man es aber so macht, wie es meine Eltern und ich schon gelernt hatten, mußte es genau so sein. Ich habe meinem Sohn unseren Weg beigebracht, was er logischerweise gleich kapierte und viel einfacher fand. In der Arbeit wurde es auch wieder als falsch beweretet, obwohl das Ergebnis richtig war. Mit rot wurde reingeschrieben, daß das nicht der Weg ist. Ja, leckt mich doch am Arsch, ihr elendigen, sturen Dreckslehrer.

Und bei solchen Methoden sollen Schüler motiviert bleiben? Aber sicher doch.

Kein Wunder habe ich damals wie heute an Mathe einen unglaublichen Groll bekommen. Mein Sohn regt sich auch oft auf, warum viele seiner Ideen, die aber meistens funktionieren, nicht angewendet werden dürfen.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 17, 2025, 04:48:34 Nachmittag
Die ganzen Fächer wie Physik, Chemie, Elektrotechnik und Maschinenbau sind halt "leider" angewandete Mathematik.

Willst du also ein Studium in einem dieser Fächer machen, dann darfst du mit Mathematik nicht auf Kriegsfuß stehen.

Wahrscheinlich auch ein Grund, warum viele das nicht mehr studieren.

Gilt übrigens auch für Meister und Techniker. Ohne Mathe geht das nicht.

Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am August 19, 2025, 02:08:24 Nachmittag
Ich hatte später in Fachkunde keinerlei Probleme mit Mathe (Proportionalrechnung, Verschnittberechnung usw.).
Nur in der Oberschule war es äußerst problematisch. Dort dürfte mir "Geometrie" teilweise den Arsch gerettet haben, weil ich da dann wenigstens auf eine Drei kam und Geometrie gehörte ja auch zu Mathe. Der Lehrer war ein A*. Es ging nicht darum, Interesse zu wecken und zu fördern, es ging um Kontrolle und Bestrafung. Genau wie in Englisch. Stur wurden 30 oder 50 Vokabeln abgefragt, konnte man ein paar der gerade aufgegebenen Sachen nicht, gab es eine Sechs für den Tag. Meine Englisch Basis habe ich faktisch in jenen Videospielen gelernt, die laut Eltern und Lehrern "blöd machen".
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Clorell am August 19, 2025, 02:30:04 Nachmittag
Lustig, jetzt wo Du das sagst. Mein Englisch hat sich erst so richtig entwickelt, als ich ebenfalls mit US-Versionen von Nippon-RPGs begonnen hatte Das begann 1998 im Herbst. Mit dem Schulenglisch aus der Realschule kann man effektiv nicht viel anfangen, aber mit den "stupiden" Videospielen, die absolute "Zeitverschwendung" sein sollen und man auch "absolut NICHTS lernt", wie ich es so oft zu hören bekam, hat sich mein Englisch, auch wenn ich selbst heute noch von sehr gutem Englisch entfernt bin, dennoch drastisch verbessert und erweitert.
Titel: Antw:1990
Beitrag von: docower am August 19, 2025, 07:16:32 Nachmittag
Haha same, mein ganzes Englisch basiert drauf dass ich es bei Rollenspielen gelernt habe. Früher gehörte ein Langenscheidt dazu beim zocken 😅
Titel: Antw:1990
Beitrag von: Legio X am August 19, 2025, 07:56:16 Nachmittag
Im Gymnasium hatte ich in Englisch immer 7 Punkte (Note 3).

Richtig gelernt habe ich es im Beruf später, wo ich mit einem Engländer in einem Zimmer saß und auch viel im Ausland war.

Da lernt man auch viel besser den Sprachgesang. Viele Deutsche sprechen Englisch so extrem hart aus, wie halt Deutsch, aber das ist es halt nicht.





Titel: Antw:1990
Beitrag von: southflorida am August 19, 2025, 10:13:43 Nachmittag
Englisch hab ich "wirklich" gelernt, als ich in Florida ankam und dort Schule, Auto, Garage, Unterkunft etc. organisieren musste.
Kollege dort kam aus Japan (und war ziemlicher Beginner, wobei die Japaner schriftlich richtig gut Engl. lernen), andere waren aus Kolumbien etc. Und man musste irgendwie miteinander reden.

TOEFL Kurs hab ich dort gemacht, aber der ist eher ein "Papier". Einige Wochen dort zu sein und schlicht gezwungen zu sein, Englisch sprechen zu müssen, DAS ist das, was einem was bringt, nicht das Besuchen von Schulstunden. Schick dein Kind vier bis acht Wochen nach England/Nordamerika, es bringt m.E. mindestens so viel wie ein Englisch Abi in Deutschland (also rund 8 Jahre Schul-Englisch).

Die RPGs mit Wörterbuch waren meine kleine Basis, die Monate in Florida waren ein gewaltiger Schritt nach vorne. Das Schulenglisch war vllt. 2%.

LCCI Lv. 3
https://www.qualifications.education.gov.uk/Qualification/60151699

war dann später noch eine gute Ergänzung, die ich 2005 absolviert hab. Seitdem begann dann leider das langsame "Verlernen & Vergessen", denn mit "ein paar Mal im Jahr im Ausland" und "Youtube Videos kucken" allein hält man das leider net. :(
Obwohl ich tagtäglich in PL auch Englisch spreche. Aber halt nicht mit nativen Englisch Speakern.