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Generelles => Reviews => Thema gestartet von: der spirit am Juni 06, 2022, 11:42:52 Nachmittag
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(https://www.gameshub.com/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/elden-ring-review-screenshot-31.jpg)
From Software neustes Werk Elden Ring ist endlich da! Nach etlichen Verspätungen, grenzenlosen Hype und eine Mischung aus Vorfreude und Bedenken bezüglich des neuesten Features das sich “Open World” nennt, durfte die Spielerschaft Ende Februar endlich Hand anlegen.
Während Dark Souls und vor allem Demons Souls eine Renaissance der skrupellosen, fordernden Spiele der 80iger und 90iger waren und in Ihrem Genre ein neues Subgenre begründeten, geht Elden Ring einen Schritt weiter.
Verpackt wird das Jahrhundertprojekt wie eingangs erwähnt in eine große frei begehbare Welt voller Geheimnisse, Lore und dem Abenteuer Drang der seinesgleichen sucht. Aber dazu später mehr.
Mit Release von From Softwares Neuem Werk werden Spieleserien wie Assassins Creed oder der X beliebige Open World Titel mit ihren unzähligen Fragezeichen und Questmarkern in die Lächerlichkeit gezogen.
Aber auch Abseits davon bietet Elden Ring mehr als Genug um die Motivation und die Begeisterung über alle Spielstunden auf einem so hohen Niveau zu halten wie es nur alle Jubeljahre vorkommt.
George R. Martin wurde als Gastautor gebeten seine Vision einer Welt und deren Lore beizusteuern, der Großteil der epischen Geschichte dürfte aber Miyazaki und seinem Team von From Software zu verdanken sein.
Natürlich (und deswegen lieben und hassen wir die Spiele) müssen große Teile der Geschichte selbst erarbeitet, gelesen und zusammengereimt werden. Und dennoch wird die Geschichte etwas mainstreamiger und vordergründiger präsentiert. Selbst beim ersten Durchspielen kann man sich unter der ersten Ordnung, der zwei Finger und den Elden Lords etwas vorstellen. Das wichtigste ist, dass es eine klare rote Linie gibt die sich über das komplette Spiel zieht.
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Angekommen im Zwischenland, fällt natürlich die neue Ausrichtung mit der Open World auf.
Anfangs schlendert man noch von Gnade zu Gnade (die neuen Leuchtfeuer) nur um relativ früh beim ersten Boss zu stehen bei dem man kein Land sieht.
Und jetzt fängt die Genialität des Spiels an: Anstatt wie früher das bisherige Gebiet etliche Male hin und her zu rennen und seine Seelen zu sammeln um ein oder zwei Level aufzusteigen oder die Waffe zu verbessern, geht Elden Ring einige Schritte weiter.
Von Anfang an ist ein sehr großes Gebiet frei erkund- und begehbar. Nervige unsichtbare Wähnde oder verschlossene Türen findet man nicht. “Alles kann - Nichts muss” ist die Devise um besser und schneller zu werden.
Das Ganz läuft zum Beispiel so ab: Ich schaue auf die Map, welche ich nun genau studiere.
Im Süden gibt es etwas was wie eine Ruine aussieht, da könnte etwas sein. Ich markiere diese Stelle und markierte auch einen See, den ich gerne umrunden würde.
Also mache ich mich auf den Weg dorthin, erledige recht einfache Feinde und komme etwas vom Weg ab. Ich ertappe mich dabei eine Höhle zu betreten die ich eigentlich nicht gesehen habe und auch ignorieren möchte. Aber ich WILL herausfinden was sich hier verbirgt.
Die Ruine ist eine Höhle, wie die Kelch Dungeons in Bloodborn. Hier müssen gegner erledigt, Schalter gefunden und Bosse besiegt werden. Am Ende werde ich durch eine Saat belohnt, welche ich für das Aufleveln meiner Flakons brauche.
Wieder raus mache ich mich auf den Weg zu meinen Markierungen. Die Ruine ist eine riesige Burg mit Fallen, Bossen, Loot ect.
Die andere Markierung ist eine verfallene Kirche bei welcher ich ebenfalls Loot erhalte.
Das Ganze erinnert sehr stark an das Vorgehen bei Zelda Breath of the Wild.
Den ganzen Wahnsinn wie “!” oder “?” welche die Konkurrenz als hilfreich erachten…alles Mist.
From Software vertraut uns Spielern, Sie vertrauen auf unsere Intention und unsere Lösungskompetenz.
Die Karte will und muss gelesen werden um sein Abenteuer zu planen und anzugehen. Anstatt vorgekauten, bunten Icons auf der Karte lassen sich Höhlen, Ruinen und interessante Locations nur erahnen - hingehen müsst ihr selbst.
Genau hier trennen sich die guten, zweckmäßigen Open World von den revolutionären Welten wie eben die Zwischenlande in Elden Ring oder Hyrule.
Aufgrund der neuen Ausrichtung bauten die Entwickler auch die Möglichkeit ein zu springen.
Ja genau, neben Sekiro ist ER nun das nächste Spiel mit einer dezidierten Sprungtaste, welche nicht nur zum Erkunden genutzt, sondern auch im Kampf die ein oder andere taktische Komponente bereithält.
(https://d23gn3985hkc32.cloudfront.net/wp-content/uploads/2022/03/Elden-Ring-Liurna-prisoner-screenshot.jpg)
Da es sich um ein Souls Spiel handelt darf der knackige Schwierigkeitsgrad dennoch nicht fehlen.
Vor Release wurden die Fans mit der Aussage beängstigt, dass Elden Ring einfach ist als vergangene Souls Spiele.
Der Schwierigkeitsgrad ist tatsächlich niedriger als bei den vorangegangenen Souls Teilen.
Das liegt zum einen an den Moglichkeiten Konfrontationen anzugehen.
Neben NPC Geistern, welche an eurer Seite kämpfen, kann in der großen Welt die gesamte Umgebung als Rückzugsort genutzt werden um zu flüchten oder Gegnergruppen auseinanderzuziehen.
Magie, unrühmlicherweise in den vorherigen Spielen als Easy Mode angeprangert, ist in ER nochmals mächtiger aber auch beeindruckender und spaßiger.
Eine Fülle an Möglichkeiten, Zaubern, Wundern ect. stehen dem Hobbymagier zur Verfügung und setzen den Schurken gut zu.
Und als Nahkämpfer? Hier wird bestes Souls Kampfgameplay geboten. Das Trefferfeedback erinnert an tollste Dark Souls 3 Zeiten, schildlos ist spaßig wie eh und je.
Und ganz nebenbei hat From auch ein neues Feature eingebaut, den Schildkonter. Anstatt penibel mittels Schild zu parieren, kann auch der Souls Neuling nun mächtige Konterattacken mittels R2 bei gleichzeitigem Blocken durchführen.
Ein gutes Beispiel, dass der Schwierigkeitsgrad etwas entschärft wurde.
Die große Welt macht natürlich den Großteil der Fläche aus. Die unterschiedlichen Gebiete unterscheiden sich thematisch als auch spielerisch.
Ihr erkundet einen felsigen Berg, ein Sumpfgebiet, die schneebedeckten Berge und viele mehr. Ganz nebenbei auch die Unterwelt und Gebiete die die meisten Spieler beim ersten Durchspielen nie sehen werden.
Die großen Highlights sind die Dungeons, in denen sich auch die Strorybosse verschanzen.
In diesen wird bestes Legacy Gameplay geboten.
Das erste große Schloss Sturmschleier erinnert stark an Boletarian Castle.
An jeder Ecke erwarten euch tödliche Fallen, verschlossene Türen und clevere Abkürzungen. Zu viel möchte ich nicht verraten da sich die Dungeons sehr stark voneinander unterscheiden und die gewohnten Glück- und Frustgefühle freisetzen.
Und vor allem: Es passt alles wie die Faust aufs Auge. Ein riesiges Schloss steht mitten im Umland. Man betritt es und dieses monströse Gebiet fügt sich vor allem von der Skalierung fantastisch in den Rest ein.
Die Vertikalität im Leveldesign sucht in der Open World und vor allem in den Burgen und Dungeons stellenweise Ihresgleichen. Nicht viele Gebiete aus der Trilogie kommen hier heran.
(https://gamerannitter.net/wp-content/uploads/2022/02/Elden-Ring-Screenshot-2022.02.25-20.38.52.77.png)
Optisch ist das Spiel eine Augenweide. Die verschiedenen Gebiete sind mächtig, fast schon monumental in Szene gesetzt.
Effekte werden so beeindruckend dargestellt wie sonst nirgendwo. Lichteffekte sind absolut top, vor allem in Raya Lucaria, die Hitze im Haus Vulkan fühlt man tatsächlich durch die umherfliegende Asche und den knalligen Farben.
Nebenbei läuft das Gezeigte in flüssiger Framerate.
Das 60 fps immer besser sind als die “ruckeligen” 30 fps sieht man bei den Souls Spielen immer wieder. Das Kämpfen ist dynamischer, die Kamerafahrten und die Bewegungen sind sehr schön anzusehen.
Was aber natürlich das Spiel so wunderschön anzusehen macht ist der Style, die Gegner und eben wie immer wieder erwähnt: die Spielewelt mit seiner Glaubwürdigkeit und der beeindruckenden Farbgebung und Umgebung.
Die Musik läuft unbemerkt im Hintergrund, passt immer, verändert Ihren Stil bei Kämpfen und man fragt sich wie die bisherigen Teile fast gänzlich auf Dudelei verzichten konnten.
Das Main Theme ist der wahnsinnig episch und immer erkennbar, andere Stücke leider eher weniger.
Die Kampf- und Waffeneffekte sind grundsolide aber auch hier fehlt zum Primus Demons Souls auf der PS5 noch einiges.
Die Sprachausgabe gehört mit zum Bestes was es da draußen gibt. Schaurig ist Rykard mit seiner “Schlangenzunge”, Rennala ist so wie wir es uns vorstellen: sanft und magisch.
(https://static0.gamerantimages.com/wordpress/wp-content/uploads/2022/04/elden-ring-leyndell-dragon-overlook-view.jpg)
Ich könnte noch viele, viele Zeilen über dieses Spiel schreiben aber Ihr wisst worauf es hinausläuft.
Elden Ring ist das beste Spiel seit Zelda BotW.
Daran ändern auch meine zwei Hauptkritikpunkte nichts.
Bosse werden stellenweise recycelt, was bei mehr als 150 Bossen auch fast nicht anders möglich ist.
Portale, welche sich über die gesamte Welt verstreut finden, sind für Souls Veteranen fast schon Blasphemie. Die komplette Welt ohne Teleporter zu bereisen und zu erkunden ist hier also nicht möglich. Fairerweise wurden in allen Souls Spielen mehr oder weniger Teleporter eingebaut um den Spieler von A nach B zu bringen. Ja, auch ein Dark Souls 1 ist nicht ohne “Teleportation” komplett begehbar, ein Bloodborn ebenfalls nicht.
Wie bereits erwähnt, Elden Ring ist das Überspiel, das Spiel welches From Software zu Legenden macht und quasi im Spaziergang nicht nur den GotY Award einheimst sondern auch nüchtern betrachtet in die Diskussion um das beste Spiel aller Zeiten in den Ring steigt.
Elden Ring ist nicht perfekt, es ist sogar nicht für alle Spieler geeignet wenn man mal ehrlich ist.
Die typischen Fortnite Spieler oder die jährlichen “FIFA-Upgrader” werden, anders als die 12 Millionen, das Spiel nicht mal ausprobieren.
Elden Ring ist, wenn wir uns um Kunst in Sachen Videospiele unterhalten, neben Silent Hill 2 das einzige Spiel welches ich in den Ring schicken würde um der Welt zu zeigen was Videospiele sein können. Eine atemberaubende, immer zu jeder Zeit motivierende Reise in die phantastischen Gedankenwelten von modernen Künstlern.
9.6 von 10
:ws-crew-platin-classic:
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Geiles Review! Toll, jetzt will ich das Ding! ??? Was meint ihr, lohnt es sich auf einen XBOX Series S? Hab keine Lust auf die großen Kisten PS5 und Series X.
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Freu mich auf das Game.
Warte nur noch auf einen Sale :)
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Wunderbares Review.
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Review wie immer SUPER! Hier stimmt alles - hier wird nichts ausgelassen. Danke, Spirit!
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Über 200 Stunden Spielzeit - für mich 3 komplette Spielemonate - mit einer nicht enden wollenden Motivationkurve steil nach oben. Ich hätte noch 1000 Stunden weiter spielen können.
Gehört zu den 5 besten Spielen aller Zeiten. Kein wenn und kein Aber.
Zudem konnte ich bis heute kein neues Spiel anfangen. Geht noch nicht.
Wer das Ding verpasst ...
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Geiles Review! Toll, jetzt will ich das Ding! ??? Was meint ihr, lohnt es sich auf einen XBOX Series S? Hab keine Lust auf die großen Kisten PS5 und Series X.
Jap lohnt sich definitiv.
Alle Versionen schaffen nicht zu jederzeit die 60fps aber flüssiger als jedes bisherige Souls Spiel auf den alten Konsolen ist es definitiv.
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Ist das Spiel genauso hart wie die anderen Souls?
Nicht am Anfang, aber gegen Ende.
Oder bleibt der Schwierigkeitsgrad moderat.
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Ist das Spiel genauso hart wie die anderen Souls?
Nicht am Anfang, aber gegen Ende.
Oder bleibt der Schwierigkeitsgrad moderat.
Hast du vorher Souls Spiele gespielt?
Wenn ja, dann ist es nicht das schwierigste Spiel der Reihe.
Wenn nein: Ja, es ist schon sehr hart.
Dennoch kann man sich den Schwierigkeitsgrad etwas verringern wenn man bei den Bossen seine NPC herbeibeschwört. Nicht menschliche Gefährten (diese machen die Bosse eher schwerer) sondern die sog. Tränen, welche zum Großteil dazu dienen den Boss abzulenken.
Die Wege zwischen den Bossen sind, wenn man methodisch herangeht, ganz gut machbar.
Nützt aber nichts wenn du zu Malenia ankommst und Sie dich bricht.