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Generelles => Reviews => Thema gestartet von: der spirit am Januar 04, 2022, 08:22:52 Nachmittag
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Halo Infinite…die Geschichte um den Entwicklungsprozess dürfte wohl jeder kennen.
Ende 2020 wurde 343 aufgrund einer Gameplay Demo gelyncht. Ich selbst konnte mir den Hate über die Optik nie erklären, für mich sah es kurz und knapp nach “Halo” aus. Und diese Reihe lebt von anderen Sachen.
Nach einer “Ehrenrunde” wurde Infinite nun Anfang Dezember veröffentlicht. Wie es geworden ist und ob es mich als alter Fan wieder motivieren und stellenweise begeistern kann lest Ihr hier.
(https://assets2.rockpapershotgun.com/halo-infinite-campaign-review-2.jpg/BROK/resize/1920x1920%3E/format/jpg/quality/80/halo-infinite-campaign-review-2.jpg)
Worum geht es?
Der Masterchief ist zurück.
Diesmal im Gepäck mit neuen Freunden und Feinden.
Auf Halo Zeta haben sich die Verbannten breit gemacht und wollen die letzten Überlebenden Menschen töten.
Die Verbannten sind Outlaws, eine bunte Mischung aus Grunts, Eliten und Brutes welche mal mehr mal weniger charismatisch sind. Die Bosse haben etwas wie Persönlichkeit und sind dezent anders als die selbsternannten Götter oder Weisen aus den Vorgängern.
Die Freunde sind komplett neu; Hierbei handelt es sich zum einen um einen Pelican Piloten, welcher über Funk und mit seinem Pelican unterstützt.
Die KI ist diesmal eine Cortana Kopie, die auf den Namen Waffe hört. Im Grunde genommen unterscheiden sich beide Persönlichkeiten so sehr, das es stellenweise humorvoll und witzig sein kann wenn die Gespräche laufen.
Ziel des Spiels ist es nun Halo Zeta von den Tyrannen zu befreien.
Was ist Neu?
Zunächst einmal bin ich jemand der sagt, dass Open World nicht immer das Allheilmittel ist. Es kommt stark auf das Genre und das Gesamtkonzept an.
Ein Assassins Creed funktioniert nur als Open World. Ein Zelda ist im Open World ein fast gänzlich neues Epos.
Ein Shooter? Ja und Nein.
Halo war schon immer etwas “offener” als andere Schlauchspiele von daher passt der offene Anstrich etwas mehr. Man kann das Spiel strikt nach den Hauptmissionen spielen, so wirkt es fast wie damals.
Was aber verbesserungswürdig ist sind die öden Nebenaufgaben. Bis auf Eroberung von Außenposten oder Feindbasen gibt es in der großen weiten Welt nichts zu tun. Und selbst das wird nach 2 Mal repetitiv.
Um in der Open World überleben zu können, hat der Master Chief zwei neue Fähigkeiten erhalten.
Zum einen der Greifhaken mit welchem sich kurze Distanzen in der Vertikalen oder Horizontalen überwinden lassen. Hierbei kann der Haken an jeder noch so popeligen Oberfläche, Klippe oder Stein geschossen werden.
Die andere Fähigkeit ist eine passive. Fallschaden gibt es in Infinite nicht. Und das ist auch wichtig da große Höhen öfters vorkommen und ein Tod für den Spielfluss kontraproduktiv ist.
(https://scr3.golem.de/screenshots/2108/Halo-Infinite-Technical-Preview/Halo-Infinite-Technical-Preview-09.png)
Wie spielt es sich?
Erfrischend altbewährt aber dennoch mit neuen Akzenten.
Frisch würde der ein oder andere sagen. Mittels Greifhaken werden Explosionscontainer herangezogen und auf Gegner geworden. Waffen haben unterschiedliche Fähigkeiten und Vorteile, mittels Plasmawaffen werden wie Schilde von Gegnern zerstört und Snipergewehre sorgen für One Shot Kills.
Auch für die Freunde von Vehikeln ist mit Panzern oder Buggys gesorgt. Und die Banshees sind in so einer großen Open World natürlich doppelt so toll.
Das Gunplay ist wieder einmal fantastisch. Die Schlachten gegen Gegnerhorden fühlen sich toll an, die Waffen haben ein tolles Trefferfeedback und die Kombination aus Schlagen, Heranziehen, Schießen und Deckung suchen macht Bock wie eh und je.
Der Kampf gegen die Bosse ist anspruchsvoll und teilweise taktisch.
Natürlich wechseln sich die Innenbereiche gekonnt mit der Open World ab. Es ist schon fast erschreckend wie gut getimed die Wechsel zwischen Außenareal und Festung sind so das die Abwechslung immer gegeben ist.
Wie ist es Online?
Um ehrlich zu sein: Ich bin der Team Deathmatch Spieler. Die anderen Modi habe ich ausprobiert und stellenweise auch meinen Spaß gehabt aber am Ende habe ich die meiste zeit im Team Showdown verbracht.
Verbindungsabbrüche oder Lags suchte ich vergebens. Quasi immer war schön flüssiges Spielen möglich.
Die Maps sind noch rar gesät, mehr als eine handvoll Spielplätze gibt es bisher noch nicht. Diese sind dafür mindestens ganz brauchbar und punkten mit verzweigten Gängen, vielen Möglichkeiten des Fern und Nahkampfs und sehen wirklich sehr schick aus.
Am meisten Spaß gemacht haben die beiden Maps, welche unter freien Himmel angesiedelt sind.
Die richtige Wahl der Waffe und der Spezialgegenstände unterscheidet meist von Sieg oder Niederlage. Freilich muss natürlich auch das Team an einem Strang ziehen, in Halo mehr als bei anderen Spielen.
In einem Team kann sich immer ein Mitstreiter in Deckung begeben um seinen Schild aufzuladen während andere Krieger ihn schützen. Anders als in CoD hält man in Halo viele Treffer aus bis man das zeitliche segnet. Umgekehrt sind Feinde welche man zuerst erblickt nicht gleich dem Tode geweiht.
Das alles führt zu spannenden Kämpfen, viel Squad-Denken und wichtigem flankieren.
Mir haben die Stunden im MP sehr viel Spaß bereitet und ist, abseits der mageren Map Auswahl, definitiv ein Pluspunkt des Spiels.
(https://images.mein-mmo.de/medien/2021/12/Halo-infinite-basis.jpg)
Wie sieht es aus und wie hört sich das Spiel an?
Halo hatte immer seinen eigenen Stil. Einen Grafikstil den man aus mehreren Kilometern erkennt.
Auch der neuste Ableger macht da keine Ausnahme.
Ein wenig comichaft dafür aber mit tollen Panoramen, schönen Lichteffekten und Innenlevel nahe der “Halo-Perfektion”.
Dabei läuft es im Performance Modus fast immer mit hoher Bildrate - so macht Halo und Egoshooter generell viel mehr Spaß. Auch große Explosionen sehen wuchtig aus und sind bildschirmfüllend wie eh und je.
Musikalisch ist es Halo, welch Überraschung. Das Theme ist natürlich wieder mit an Bord, die Sprachausgabe kann überzeugen und der Score im Allgemeinen lässt so gut wie keine Wünsche offen.
Was stört mich?
Neben der mageren Auswahl an Arenen im Multiplayer und der Tatsache, dass die Spielwelt zwar schön aber langweilig ist, bringt die Geschichte vor allem in der ersten Hälfte keine Motivation. Es ist der Masterchief auf einem neuen Halo Planeten. Verbannten? Die werden eh gemetzelt.
Erst ab einem bestimmten Punkt zieht die Geschichte an und bleibt bis zum Schluß auch spannend.
Davon ab hat sich 343 mit Infinite ein klein wenig an die Bungie Teile angenähert ohne denen aber gefährlich zu werden. Wenn ich ehrlich bin sind Halo 1-3 und Reach immer noch auf einem eigenen Level und Infinite kommt definitiv nicht an diese Teile heran. Aber das ist Jammern auf recht hohem Niveau denn Infinite ist der beste Shooter des Jahres, macht vor allem im Kampf sehr viel Spaß und versucht wenigstens neue Sachen. Ja, ich schaue auf euch Call of Duty und Battlefield.
8/10