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Generelles => Reviews => Thema gestartet von: der spirit am April 19, 2021, 10:32:05 Nachmittag

Titel: Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: der spirit am April 19, 2021, 10:32:05 Nachmittag
Ich war ja schon recht gespannt auf den neusten Teil des CoD Franchises. Fast alle Kritiker lobten die Kampagne, einen Modus, den ich bei CoD immer sehr gerne gespielt habe. Hier werden Erinnerungen an die tolle Modern Warfare Serie wach oder an Masons Verhör aus dem ersten Black Ops. Die dazugehörigen Missionen eines Kalibers “No Russian” oder “All guiled up” waren in doppelter Hinsicht diskussionswürdig.
Jetzt schickt uns Treyarch wieder mit Mason, Woods und Co. in die 80iger - als Spione im kalten Krieg.
Cold War bietet natürlich auch wieder einen Multiplayer und einen Zombie Modus um sich im Internet mit anderen Spielern auf der Welt zu messen. Um es vornherein zu sagen: Der Zombie Modus hat mich nicht interessiert, im MP wurde zu 99% das Team Death Match gespielt. Dennoch wurde genug und viel gespielt um ein vollwertiges Review präsentieren zu können.

(https://www.notebookcheck.com/fileadmin/Notebooks/Sonstiges/Games/CoD_ColdWar/Cold_War__12_.jpg)

Die Geschichte von Cold War siedelt sich wie schon Eingangs erwähnt, in den 80iger während der Zeit des kalten Kriegs an.
Unter dem Kommando von Russel Adler agiert der Spieler in der Haut von Mason und “Bell” um den russischen General Perseus dingfest zu machen. Wieso? Atomarer Krieg. Mehr müsst Ihr nicht wissen.
Recht verblüfft war ich, als ich mir meinen eigenen Charakter mit gewissen Hintergrundinfos erstellen durfte. Um es vorweg zu nehmen: “Bell” hat einen Bezug zur Story und wer von den doch für ein CoD recht tiefgründigen Charaktere wo Ihre Finger im Spiel haben, wird gegen Ende ersichtlich.
Bis dahin erwarten euch gut gemachte Cutscenes und eine Reise durch europäische Länder wie der Türkei oder Ost-Deutschland um Perseus dingfest zu machen.
Zum ersten Mal in der Geschichte von CoD erwarten die Agenten auch Nebenmissionen. Um diese überhaupt auswählen zu können müssen, agententypisch Beweise gesammelt und encodiert werden. Diese beiden Rätseleinlagen sind eine willkommene, fast schon innovative Einlage in dem sonst straighten Singleplayer.
Aber zurück zur Kampagne.
Es gibt in Cold War nicht nur die reinen Shootermissionen, die Missionen mit denen die Serie Weltruhm erlangt hat. Auch sind Passagen, in denen man sich hinter ein Geschütz setzt sehr klein dosiert, die Flugzeugverfolgung am Anfang blieb da noch positiv in Erinnerung.
Die Stärken der Kampagne liegen aber woanders. Da das Thema “Spion” hier so groß geschrieben wird wie sonst in keinem anderen Teil sind die Aufträge bei denen “Bell”/Mason Ziele in Berlin beschatten, verfolgen müssen oder gar das KGB Hauptquartier als verkleidete Russen infiltrieren das Sahnehäubchen.
Hier wird ein Element zum Einsatz kommen, welches viele Fans seit langer Zeit im Universum nicht mehr erlebt haben, der Spannung.
Es ist wahnsinnig toll Funksprüche von seinem Team zu erhalten was denn nun die richtige Vorgehensweise ist oder wo im Haus eines Spions der Geheimraum zu finden ist.
In der Lubjanka wollen Kameras ausgeschaltet und Generäle vergiftet werden um an die Liste von Spionen zu kommen. Und wenn “Bell” auf einmal durch Imran Zakhaev befragt wird, zittern schon die Hände.
Was aber nicht wegdiskutiert werden kann: Seinen Ursprung und seine Hauptattraktion sind die schnellen und flüssigen Schusswechsel. Ruhige Stellen wechseln sich mit Gegnerwellen und gescripteten Szenen so gut ab, dass euch kaum langweilig wird.
Die Waffen sind solide und genretypisch “realistisch”, jedoch ist der Sound nicht so kraftvoll und “brutal” wie aus dem Reboot von Modern Warfare.
Was aber besonders spaßig und einzigartig bei Verwendung des Dual Sense ist, ist das Feature der adaptiven Trigger.
Hier ist jede Kugel durch haptisches Feedback zu spüren - eine MG lässt den Zeigefinger keine Ruhe, eine Pistole fühlt sich präzise und fast schon niedlich an.
Ebenfalls wird der Abzug gekonnt simuliert. Um diesen überhaupt zu betätigen muss erstmal der Widerstand der Trigger durchgebrochen werden.
Die etwa 6 stündige Kampagne hat verschiedene Enden, glücklicherweise können die Missionen wiederholt werden um die anderen Enden freizuschalten.
Besonders zu Ende hin fährt Treyarch gekonnt das Black Ops Prozedere auf. Hier ist der Unterschied zwischen Realität und Fiktion selten zu durchschauen und nimmt euch gekonnt auf die verzweifelte Reise mit.

(https://assets2.rockpapershotgun.com/call-of-duty-black-ops-cold-war-1.jpg/BROK/resize/880%3E/format/jpg/quality/80/call-of-duty-black-ops-cold-war-1.jpg)

Im Mehrspieler stehen den Spielern 10 Maps zur Verfügung um sich in verschiedenen Modi messen zu lassen.
Die Königsdisziplin bleibt das TDM, alternativ kann auch Capture the Flag, Domination,  Search & Destroy oder gänzlich andere Modi gespielt werden.
Die Maps sind qualitativ breit gefächert um es mal positiv auszudrücken.
Es gibt tolle Maps, Maps die immer und immer wieder gespielt werden wollen um sowohl von der Größe als auch von den Möglichkeiten genug Freiheiten bieten um spaßige 10 Minuten zu generieren.
Dann gibt es noch die andere Seite, Maps die lieblos zusammengestellt sind und kaum Raum für vernünftige Vorstöße bieten. Besonders Armada, Crossroads, Satellite oder gar Garrison sind mehr schlecht als recht.
Hinzu gesellen sich Rücksetzpunkte die schwachsinnig sind. So erscheinen unter Umständen Gegner nach einigen Sekunden in eurem Gebiet oder Ihr werden völlig uninspiriert bei dem Großteil eures Teams wiederbelebt.
Perks gibt es nun ebenfalls, nur ohne die absoluten “Killerteile” wie Bullet Penetration oder Steady Aim.
Die Waffen lassen sich umfangreich individualisieren, Killstreaks sind natürlich mit von der Partie. Diese sind nach meiner bescheidenen Meinung diesmal etwas gemäßigter als der Quatsch den es in den letzten CoDs - insbesondere Black Ops 3 - gab.
Überall im Multiplayer werden euch Mikrotransaktionen angeboten, überall poppen und leuchtet die Werbung im Menü auf. Kaufen muss man den Mist nicht aber das es so prominent präsentiert wird macht mich wütend und traurig zugleich.
Der Multiplayermodus ist wie schon die letzten Jahrzehnte mit Fast Food zu vergleichen.
Eigentlich ohne Substanz und nur toll wenn man Lust drauf hat. Dann spielt man einige Runden Cold War und ist danach wieder gesättigt und möchte etwas Umfangreicheres und Anspruchsvolles spielen bis der nächste Hunger kommt.

(https://www.notebookcheck.com/fileadmin/Notebooks/Sonstiges/Games/CoD_ColdWar/Cold_War__18_.jpg)

Im Grunde genommen macht Cold War nicht so viel verkehrt.
Die Kampagne ist gut gemacht, etwas kurz aber hat seine Momente.
Die Optik kann überzeugen, Ray Tracing ist zwar vorhanden aber mir nicht wirklich aufgefallen. Die 60 fps werden im Singlemode immer gehalten, im Multiplayer kamen mir Slowdowns in den Weg was mich stutzig machte.
Und der Hauptgrund? Der kompetitive Modus kann leider nicht mit den alten Serienteilen mithalten. Das liegt nicht an der Verbindungsqualität oder den Modi, es sind die Maps und die Tatsache alles schon etliche Male erlebt zu haben. Hier und stellenweise im Singleplayer lässt Treyarch sehr viele Möglichkeiten liegen.
Ich bin kein Entwickler und möchte auch nicht wissen wie Activision die “geistige Freiheit” der Entwickler an die kurze Leine hält aber wenn eine Kampagne nach nur 6 Stunden zu Ende ist und kaum Wiederspielwert hat, dann muss ich mir diese Frage stellen. Toll designte Missionen hin oder her.

7.5/10
Titel: Antw:Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: docower am April 20, 2021, 07:35:31 Vormittag
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Titel: Antw:Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: link am April 20, 2021, 07:56:37 Vormittag
Ich denke das liegt auch daran dass viele Mehrspieler Shooter mit DLCs und Season Pässen einfach mehr in die Länge gestreckt werden. Und Shooter mit Fokus auf SP Kampagne scheinen halt nicht so viel Kohle zu bringen.
Titel: Antw:Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: docower am April 20, 2021, 08:03:23 Vormittag
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Titel: Antw:Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: der spirit am April 20, 2021, 08:14:39 Vormittag
Es ist eben ein aktueller Trend wieso es nicht so viele Shooter mehr gibt.
Anfang der 2000er bis 2005 war gefühlt jedes zweite Spiel ein Shooter.
2008 wollte jedes Spiel der Klon eines Uncharted sein.
Und jetzt muss man eine große Open World haben um die Gunst der Spieler zu erhalten.
Ganze Genren sind heutzutage fast unterpräsent. Wo sind die Maße an Kampf- oder Rennspielen?
Titel: Antw:Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: docower am April 20, 2021, 08:18:48 Vormittag
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Titel: Antw:Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: Arena am April 20, 2021, 03:10:32 Nachmittag
Bin mir eh nicht mehr sicher, ob diese (CoD)-Formel überhaupt noch funktionieren kann. Jedenfalls nicht im Singleplayer ...

Da müssten schon viel mehr Alleinstellungsmerkmale vorhanden sein. DOOM mit seinem Irrwitztempo beispielsweisse. Oder METRO mit seinem falloutigem Flair.

Habe ja letztens auch wiedermal ein CoD gestartet und war nach kürzester Zeit ... gelangweilt.

 :'(

(PS: Review = Klasse!)
Titel: Antw:Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: Tyketto am April 21, 2021, 08:23:36 Nachmittag
Gibt wohl kaum ein Spiel bzw. eine Serie die mich weniger interessiert.
Das hochgelobte Modern Warfare damals gespielt und für ganz OK befunden.
Mehr aber auch nicht. Diesen gesripteten Käse mag ich nicht.
Nee danke...

Hätte gerne mal wieder ein „ursprüngliches" Medal of Honor.
Titel: Antw:Call of Duty Black Ops - Cold War
Beitrag von: docower am April 21, 2021, 10:27:43 Nachmittag
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